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Fußball-Trainer gibt Interview

Anfragen trotz Sperre: Antwerpen spricht über Vorwürfe

Fußball-Trainer Marco Antwerpen (r/Archivbild).

Fußball-Trainer Marco Antwerpen (r/Archivbild). Foto: Arne Dedert/dpa

Gegen den Fußball-Trainer Marco Antwerpen wird wegen des Verdachts der Spielmanipulation ermittelt. Er bestreitet die Vorwürfe, wird aber gesperrt. Jetzt gibt er erstmals ein Interview.

Von dpa 06.10.2026, 15:40 Uhr

Essen. Zum ersten Mal seit Beginn des Rechtsstreits um den Vorwurf der Spielmanipulation hat der langjährige Fußball-Trainer Marco Antwerpen wieder öffentlich über seine Sperre und seine sportliche Zukunft gesprochen. In einem Interview des Magazins „RevierSport“ verriet der 55-Jährige, dass es trotz der langwierigen Auseinandersetzung mit seinem Ex-Verein VfL Osnabrück „immer wieder Kontakte und auch Anfragen“ anderer Clubs gab.

„Dass Vereine grundsätzlich Abstand von mir nehmen, nehme ich so nicht wahr“, sagte Antwerpen. „Die Verantwortlichen im Profifußball sind gut vernetzt, kennen die Branche und bilden sich in der Regel ihre eigene Meinung. Entscheidend ist für mich, dass die nächste Aufgabe sportlich und menschlich wirklich passt.“

Der VfL Osnabrück hatte Antwerpen und seinem langjährigen Assistenten Frank Döpper am 27. Mai 2025 fristlos gekündigt. Beiden wird vorgeworfen, Einfluss auf das verlorene NFV-Pokalfinale gegen BW Lohne genommen zu haben. Konkret soll das Trainerduo den damaligen Reha-Coach unter Druck gesetzt haben, die damals noch für Lohne spielende Osnabrücker Leihgabe Bernd Riesselmann anzurufen und einen Verzicht auf einen Einsatz nahezulegen. Antwerpen und Döpper weisen die Vorwürfe zurück.

Antwerpen: „Vieles aufgearbeitet“

Der Fall beschäftigte zunächst die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes. Antwerpen wurde am 28. August 2025 vom DFB-Sportgericht mit einer Sperre von zwölf Monaten belegt. Nach einer Berufungsverhandlung reduzierte das Bundesgericht des DFB die Sperre auf drei Monate.

Der Gerichtsstreit mit dem VfL Osnabrück um die fristlose Kündigung ist dagegen noch nicht beendet. Eine Klage von Antwerpen und Döpper wies das Arbeitsgericht im April ab. Beim Landesarbeitsgericht Niedersachsen wurde aber auch in diesem Fall Berufung eingelegt.

„Die vergangenen Monate habe ich vor allem dazu genutzt, vieles aufzuarbeiten und meine bisherigen Stationen sehr intensiv zu reflektieren“, sagte Antwerpen. „Dabei schaue ich natürlich auch auf meine sportliche Bilanz. Wenn man beispielsweise meinen Punkteschnitt betrachtet, habe ich über Jahre nachgewiesen, dass meine Mannschaften erfolgreich Fußball spielen können. Gleichzeitig gibt es immer Dinge, die man rückblickend anders bewerten würde. Auch daraus habe ich für meine nächste Aufgabe einiges mitgenommen.“

Vor seiner Zeit in Osnabrück trainierte Antwerpen unter anderem den 1. FC Kaiserslautern, Waldhof Mannheim, Eintracht Braunschweig und Preußen Münster.

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