Lebenshilfe Goslar sorgt sich um Bestand der Siebensteinschule
Die Siebensteinschule in Oker ist eine Tagesbildungsstätte für beeinträchtigte Kinder und Jugendliche. Foto: Lebenshilfe
Die Lebenshilfe Goslar sorgt sich um die Siebensteinschule in Oker. Sie sieht die Einrichtung aufgrund einer Finanzierungsänderung gefährdet.
Oker. Die Lebenshilfe Goslar fürchtet um die Zukunft der Siebensteinschule in Oker. Sie wird die Tagesbildungsstätte, in der Kinder und Jugendliche mit geistigen Beeinträchtigungen betreut werden, in der bisherigen Weise nicht weiterführen können. Grund sind Änderungen zur Finanzierung von Tagesbildungsstätten.
Lebenshilfe-Geschäftsführer Sven Dickfeld und Karsten Schubert, Leiter des Bereichs Kinder, Familie und Gesundheit, berichteten am Mittwoch, dass Tagesbildungsstätten künftig als Schulen in freier Trägerschaft geführt werden müssen.
Hintergrund der Veränderung sei, dass die Finanzierung nicht mehr über die vom Landkreis gezahlte Eingliederungshilfe laufen dürfe. Zuständig sei künftig vielmehr das Kultusministerium. Das hätten Gerichte entschieden.
Lehrer erforderlich
Für die Siebensteinschule bedeute dies, dass anstelle von pädagogischen Fachkräften nun Lehrer eingestellt werden müssten. In Niedersachsen gebe es aber nicht ausreichend Lehrer, um die Siebensteinschule künftig verlässlich weiterzuführen. Und die Lebenshilfe verfüge nicht über genug Mitarbeiter, „die im Rahmen gesetzlicher Übergangsregelungen eine Anerkennung als Lehrkraft erhalten könnten“, schreiben Dickfeld und Schubert in einer Mitteilung.
Mehr Respekt für Menschen mit Beeinträchtigung
Die Lebenshilfe suche „nach Lösungen für die Zukunft der Siebensteinschule“. Ein Schuljahr könne die Einrichtung unter den derzeitigen Vorzeichen noch betrieben werden, erklärte eine Sprecherin.
30 Kinder werden betreut
In der Siebensteinschule werden
30 Kinder und Jugendliche von
13 Fachkräften betreut. Noch im Gründungsjahr der Lebenshilfe, die zunächst als Verein entstand, entwickelten sich 1962 erste Angebote, aus denen die Siebensteinschule entstand. Die Einrichtung, die seit 2016 an der Eiche in Oker ansässig ist, kooperiert mit mehreren Schulen.
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Nicht nur beim Personal, auch bei der Betreuungszeiten stehen der Mitteilung zufolge Änderungen an. Die Tagesbildungsstätten, die sich bisher an Kindertagesstätten orientieren, sollen sich künftig nach den Schulferien richten. Dadurch entstehe für die Eltern ein zusätzlicher Betreuungsbedarf, heißt es.
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