Welterbeshuttle im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes
Die Fahrgastzahlen des Goslarer Welterbeshuttles bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Foto: Stadtbus
Niedersachsens Steuerzahlerbund nimmt die Stadt Goslar ins Visier: Das Welterbeshuttle, inzwischen eingestellt, verursacht immense Verluste
Das Welterbeshuttle als Steuergeld verschlingender „Geisterbus“: Erstmals seit 2020 hat es Goslar wieder ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes geschafft. Jetzt kritisieren Niedersachsens Steuerwächter, dass der dreijährige Linienbetrieb zwischen September 2021 und 2024 einen Verlust von zirka 577.000 Euro eingefahren habe.
Zu wenige Fahrgäste, zu hohe Kosten
Das zusätzliche Busangebot sollte die Altstadt mit dem Rammelsberg verbinden. Auf der Ring-Buslinie 809 verkehrte deshalb seit September 2021 das Welterbeshuttle und zielte im 30-Minuten-Takt vor allem auf Übernachtungsgäste und Tagestouristen.
Eine großzügige Förderung des Braunschweiger Regionalverbandes hatte die neue Linie möglich gemacht. Für einen dreijährigen Pilotzeitraum wurden bis zu 75 Prozent der Verluste übernommen – höchstens jedoch 100.000 Euro per anno. Den Rest sollte die städtische Busgesellschaft tragen. Die habe darauf gesetzt, die Eigenbeteiligung durch Fahrkartenverkäufe gering zu halten, und sei von 20.000 bis 40.000 Nutzern pro Jahr ausgegangen. „Tatsächlich hatte die Welterbe-Linie zirka 40.000 Fahrgäste – allerdings nicht pro Jahr, sondern während des gesamten Pilotzeitraums, der im August 2024 endete“, heißt es im Schwarzbuch. Das Welterbeshuttle fährt mittlerweile nicht mehr.
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