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Natur im Garten

Wildvögel füttern: So helfen Sie Meisen, Amseln und Co. richtig

Vögel am Futterhaus

Bei der Winterfütterung von Wildvögeln gibt es viel zu beachten. Foto: Nabu

Das Fütten von Wildvögeln bietet vielen Gartenfreunden ein zusätzliches Naturerlebnis. Was gilt es zu beachten?

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Von Andrea Leifeld
Sonntag, 25.01.2026, 09:00 Uhr

Kaum ein Thema wird unter Vogelfreunden so kontrovers diskutiert wie die Fütterung von Wildvögeln. Nach einer Erhebung des Naturschutzbund (Nabu) Deutschland geben bundesdeutsche Vogelfreunde Jahr für Jahr rund 15 bis 20 Millionen Euro aus, um ihren gefiederten Freunden im heimischen Garten einen (ganzjährig) gut gedeckten Tisch zu bieten.

Vogelfütterung – ja oder nein , bleibt aber eine Gretchenfrage. Richtig ist: Das Füttern von Vögeln trägt kaum zum Schutz gefährdeter Vogelarten bei. Trotzdem ist eine richtig betriebene Vogelfütterung, besonders im Winter bei einer geschlossener Schneedecke und frostigen Temperaturen, eine aktive Hilfe für die gefiederten Freunde und wird zugleich zum wahren Naturerlebnis für den Gartenbesitzer. An Futterstellen lassen sich die Tiere nämlich besonders gut aus nächster Nähe beobachten. So lässt sich beim Füttern nicht nur Natur erleben, sondern es vermittelt zudem Artenkenntnis. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit für eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben.

Körnerfresser oder Weichfutterfresser?

Um richtig zu füttern ist es wichtig, die Vögel in zwei Gruppen zu unterscheiden: Weichfutterfresser und Körnerfresser.

Weichfresser (Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star) suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Sie fressen tierische Kost, feine Sämereien oder Früchte. Ihnen wäre mit grobem Körnerfutter nicht geholfen.

Sie bevorzugen Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst oder in Fachgeschäften erhältliches Mischfutter. Besondere Leckerbissen sind für sie in (heißem) Öl getränkte Haferflocken. Bei selbstgemachten Futter gilt darauf jederzeit zu achten, dass es nicht verdirbt.

zwei Vögel am Futterhaus

Grünfinken gehören zu den Körnerfressern. Foto: Nabu Deutschland

Die flexibleren Arten unter den Weichfressern sind die „Allesfresser“ (Meisen, Spechte oder Kleiber), die bei der Winterfütterung auch Körnerfutter (Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn) annehmen. Für diese Weichfutter- und Allesfresser eignen sich auch Fett-Körner-Mischungen (Meisenknödel, Ringe). Das Fett ersetzt dabei die tierische Kost.

Zu den reinen Körnerfressern zählen beispielsweise Finken, Sperlinge und Ammern.

Vogel

Der Kleiber Foto: Nabu

Sie sind mit einem kräftigen Schnabel ausgerüstet und an diesem gut erkennbar. Sie fressen Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Sämereien aus Futtermischungen.

Keinesfalls salziges Futter

Keinesfalls sollten Vogelfreunde salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln verfüttern. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt. Auch billiges Vogelfutter erweist sich häufig als minderwertig, weil es mit einem großen Anteil an Weizenkörnern „gestreckt“ wird. Zudem ist bei billigem Vogelfutter nicht gewährleistet, dass keine invasiven Pflanzenarten verbreitet werden. Es lohnt sich also in jeden Fall, hochwertigeres Vogelfutter zu verwenden.

Noch ein Hinweis: Trotz der Vogelgrippe dürfen Singvögel ohne Sorge gefüttert werden. Da aber auch anderen Vogelkrankheiten am Futterhäuschen übertragen werden könnten, empfiehlt es sich Futtersysteme zu verwenden, in denen das Futter möglich wenig durch den Kot der Vögel verunreinigt werden kann. Die Futterstellen sollten regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden. Wurde mit der Fütterung begonnen, muss diese bei einer geschlossenen Schneedecke verlässlich und durchgängig weitergeführt werden.

Vogel

Der Buchfink Foto: Nabu

Aber auch darüber hinaus sollte die Futterstelle gut betreut und beobachtet werden: In Ortsrandlage und ländlichen Regionen kommen mit Füchsen und Waschbären oft ungebetene Besucher an die Futterstellen, die sich am Fettfutter und den Meisenringen laben. Das sollten Vogelfreunde unbedingt verhindern.

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