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Warum der „Koks-Arzt“ aus der Haft kam

GZ Plus IconEx Mediziner aus dem Harz soll Fehlverhalten aufgearbeitet haben

Der damalige Angeklagte Andreas N. zwischen seinen Anwälten während einer Verhandlung vor dem Landgericht Magdeburg, das ihn 2019 verurteilte.

Angeklagter vor Gericht Foto: Stade

Die Polizei ermittelt, ob der 2019 verurteilte Harzer „Koks-Arzt“ Andreas N. wieder straffällig wurde. Er war wegen einer günstigen Prognose aus der Haft entlassen worden.

Dienstag, 19.05.2026, 04:00 Uhr

Ilsenburg/Magdeburg. Dem sogenannten „Koks-Arzt“ Andreas N., der 2019 vom Landgericht Magdeburg zu neun Jahren Haft unter anderem wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge und Vergewaltigung verurteilt wurde, könnten mindestens drei Jahre Haft drohen. Das ist die Reststrafe, die er zu verbüßen hätte, wenn seine Bewährung widerrufen werden sollte, erläutert die Pressestelle des Landgerichts Magdeburg auf GZ-Anfrage.

Wie berichtet, hatte der Mann zuletzt mit seiner Frau in Ilsenburg gelebt. Bei ihr soll es sich um eines seiner ehemaligen Opfer handeln. Der frühere Mediziner, der vor seiner Verurteilung als Chefarzt in einem Krankenhaus in Halberstadt arbeitete, hatte mehrere Frauen ohne deren Wissen unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht. Eine Frau starb an einer Überdosis Kokain. Zusätzlich zu einer neunjährigen Haftstrafe ordnete das Gericht seinerzeit eine Sicherheitsverwahrung an.

Landeskriminalamt ermittelt

Derzeit ermittelt das Landeskriminalamt, ob der Ex-Mediziner Andreas N. rückfällig geworden ist. Anfang März hatte sich eine Frau aus Ilsenburg beim Rettungsdienst gemeldet. Bei ihr soll es sich um die Ehefrau von Andreas N. handeln. Sie habe gemeldet, dass es ihr „extrem schlecht“ gehe. Ein Drogentest habe bei ihr und ihrem Mann positiv reagiert.

Andreas N., der sich nach dem Vorfall in Ilsenburg derzeit wieder in Haft befindet, könnten nun die Verbüßung der Reststrafe und eine anschließende Sicherheitsverwahrung drohen. Auch eine neue Anklage ist nicht auszuschließen. Aktuell wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, hatte die Staatsanwaltschaft Halberstadt kürzlich berichtet.

Der Ex-Mediziner war frühzeitig aus der Haft entlassen worden. Die Vollzugsbehörden und mehrere Sachverständige hätten dem Mann attestiert, dass er sein Fehlverhalten aufgearbeitet habe, „die Therapieziele erreicht wurden, er suchtmittelfrei ist und stabile familiäre Verhältnisse vorliegen“, teilt das Landgericht Magdeburg auf Anfrage mit. „Dem Verurteilten“ habe daher „eine positive Sozialprognose erteilt werden“ können. oli

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