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Bürgerinitiative warnt vor Kieswerken

Abbau-Gegner wollen die Lebensqualität in Wiedelah erhalten

Hinter dem Ortsteingangsschild Wiedelah hängt ein Plakat am Zaun: Nein zum Kieswerk!

Die Wiedelaher wehren sich gegen den Kiesabbau in ihrem Dorf; sie befürchten den Verlust der dörflichen Idylle und der Entwicklungsmöglichkeiten. Foto: Epping

Die Bürgerinitiative gegen Kiesabbau in Wiedelah will die dörfliche Idylle erhalten und bewirken, dass Abbaumöglichkeiten keinen Weg in das Raumordnungsprogramm finden.

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Von Sabine Kempfer
Mittwoch, 25.03.2026, 17:00 Uhr

Wiedelah. Die Bürgerinitiative „Kein Kiesabbau in Wiedelah“ weist darauf hin, dass derzeit das neue Raumordnungsprogramm vom Regionalverband Braunschweig aufgestellt wird. In diesem Entwurf werden auch wieder Vorranggebiete für den Abbau von Kies rund um Wiedelah ausgewiesen.

„Die ausgewiesenen Flächen umzingeln das Dorf von Norden, Osten und Süden und reichen zum Teil bis zu 15 Meter an Wiedelah heran“, heißt es in dem Schreiben der Bürgerinitiative. „Mit dem geplanten Raumordnungsprogramm werden die rechtlichen Grundlagen für die Genehmigung von Kiesabbauvorhaben auf diesen Flächen geschaffen“, informiert die Initiative, die diese Planung für „unannehmbar“ hält. Wiedelah würde zur „Insel zwischen Autobahn, Bahnlinie, Betonwerk und Kiesabbaustätten“. Ortsheimatpfleger Michael Schüler spricht von einer „Karte des Grauens“: Wiedelah werde von potenziellen Kiesabbaugebieten nur so umzingelt, eine Dorfentwicklung könne es dann nicht mehr geben.

Neue Baugebiete wären damit unmöglich, Lärm, Staub, massiver Schwerlastverkehr würden für Jahrzehnte das Dorf beherrschen und die Lebensqualität erheblich einschränken, fürchten die Kiesabbau-Gegner.

Aktuell findet noch das Beteiligungsverfahren statt; die öffentliche Auslegung des Entwurfes wurde mit dem gestrigen Tag beendet. Die Äußerungsfrist läuft noch bis zum 8. April.

Grund genug für die Bürgerinitiative, die Bürger aufzurufen, sich gegen die Pläne zu positionieren und Stellungnahmen schriftlich an den Regionalverband Großraum Braunschweig, Abteilung Regionalentwicklung, Frankfurter Straße 2, 38122 Braunschweig oder per Email an rrop@rv-bs.de zu richten. Weitere Informationen dazu finden Interessenten auf der Homepage der Initiative unter kein-kiesabbau-in-wiedelah.de. Es wird explizit auch an die regionalen Vertreter der Verbandsversammlung des Regionalverbands appelliert, sich „unmissverständlich, eindeutig und vehement gegen diese Pläne zu stellen“ und dem Entwurf des Raumordnungsprogramms nicht zuzustimmen, bis die entsprechenden Vorranggebiete für den Kiesabbau daraus gelöscht wurden. Laut Schüler hat ein Unternehmen bereits den Abbau von Kies neben dem Sportplatz beantragt – Interesse aus der Wirtschaft ist also da. Auch nahe des Neubaugebietes am Schneckenkamp sehe das Raumordnungsprogramm eine Fläche vor, die Kiesabbau möglich machen würde – Häuslebauer, die den ruhigen Standort wählten, hätten sich das so sicher nicht vorgestellt, gibt Schüler zu bedenken.

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