Kooperationen in China

TU Clausthal: Schweben bald Flugtaxis über dem Harz?

Beim Unternehmen EHang, ein Pionier autonomer Flugtaxis, absolviert Universitätspräsidentin Sylvia Schattauer einen Testflug.

Beim Unternehmen EHang, ein Pionier autonomer Flugtaxis, absolviert Universitätspräsidentin Sylvia Schattauer einen Testflug. Foto: TU Clausthal

Bei einem Besuch im chinesischen Chengdu hat eine Delegation der TU Clausthal Hochschulkooperationen ausgebaut und Einblicke in Forschungszweige gesammelt.

Von Redaktion 26.06.2026, 04:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Autonome Flugtaxis über dem Oberharz? Noch ist das zwar Zukunftsmusik, doch nach einem Besuch im chinesischen Chengdu kann sich Dr. Sylvia Schattauer, Präsidentin der TU Clausthal, vorstellen, dass Clausthal-Zellerfeld eines Tages als Teststandort für diese Technologie dienen könnte. Mit einer fünfköpfigen Delegation besuchte sie jüngst innerhalb von sechs Tagen drei Partneruniversitäten und den Luftfahrzeugentwickler EHang.

Im Mittelpunkt der Treffen standen laut einer Mitteilung Gespräche über gemeinsame Studienangebote und über den Ausbau bestehender Partnerschaften. Das Programm umfasste außerdem einen Termin beim Technologieunternehmen EHang. Das ist ein führender Anbieter unbemannter Luftfahrzeuge und Pionier autonomer Flugtaxis.

Das Unternehmen gelte international als einer der Vorreiter bei autonomen, batteriebetriebenen Flugtaxis, so die TU. Präsidentin Sylvia Schattauer sei damit bereits vor dem späteren Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei EHang vor Ort gewesen. Die Clausthaler Delegation habe dort Einblicke in Entwicklung, Testbetrieb sowie mögliche Einsatzszenarien erhalten. Zudem hätten alle Mitglieder selbst einen Senkrechtstart in einem Testgerät absolviert und seien in etwa 20 Metern Höhe über das Gelände geflogen.

Die Clausthaler Delegation erhält beim Unternehmen EHang Einblicke in Entwicklung, Testbetrieb und mögliche Einsatzszenarien.

Die Clausthaler Delegation erhält beim Unternehmen EHang Einblicke in Entwicklung, Testbetrieb und mögliche Einsatzszenarien. Foto: TU Clausthal

Teststrecke in Clausthal?

„Die Kombination aus Hochtechnologie, autonomem Fliegen und neuen Mobilitätskonzepten ist beeindruckend“, sagte Schattauer. Für die TU Clausthal sei das Thema mehr als ein technischer Ausblick. Als Leiterin der einzigen Universität in Deutschland ohne eigenen Bahnhof verwies die Präsidentin auf die Herausforderungen ländlicher Mobilität. Mit ihrem Profil in Circular Economy, nachhaltigen Energiesystemen, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz sehe sie zugleich gute Voraussetzungen, um eine Teststrecke für autonome, batteriegetriebene Lufttaxis wissenschaftlich zu begleiten.

Zudem gebe es in diesem Feld weiterhin erheblichen Forschungsbedarf. „Autonome Flugtaxis können zu einem Sinnbild für die Mobilität von morgen werden – aber nur, wenn wir die technologischen Grundlagen heute verlässlich weiterentwickeln“, sagte die TU-Präsidentin. Gerade bei Batterieleistung, Lebensdauer und Systemintegration sehe sie große Chancen für gemeinsame Forschung.

Laut TU könnte sich eine solche Teststrecke zu einem sichtbaren Baustein des Clausthaler Innovationsprofils entwickeln. Das Projekt könne Impulse für Technologietransfer, Wertschöpfung und neue Qualifizierungsprofile in der Region setzen.

Hochschulkooperationen

An den Universitäten in Chengdu sprach die Delegation über bestehende und neue Studienprogramme. An der Sichuan University ging es um den gemeinsamen Bachelorstudiengang Elektrotechnik sowie um Sprachanforderungen chinesischer Studierender während ihrer Studienphase in Südniedersachsen. An der Southwest Jiaotong University sprach die Gruppe zudem über mögliche gemeinsame Bachelorstudiengänge in Informatik und Digitalem Management.

Auch an der Southwest Petroleum University in Chengdu lotete die Delegation neue Möglichkeiten für eine Kooperation im Masterstudiengang „Petroleum Engineering“ der TU Clausthal aus. Der Uni zufolge könnte das Programm womöglich bereits zum Wintersemester 2026/27 starten. Neben Schattauer gehörten auch Prof. Leonhard Ganzer, Prof. Michael Z. Hou, Dr. Florian Carstens und Dr. Ke Li zur Clausthaler Delegation.

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