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Nachbarschaftshilfe

Kekse verkokelt: Clausthaler Feuerwehr rückt nach Riefensbeek aus

Die Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld rückt derzeit im Notfall häufiger nach Riefensbeek aus – so auch am Donnerstagvormittag in eine Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung.

Die Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld rückt derzeit im Notfall häufiger nach Riefensbeek aus – so auch am Donnerstagvormittag in eine Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung. Foto: Feuerwehr

Seitdem die Brücke über die Sösetalsperre gesperrt ist, leistet die Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld Nachbarschaftshilfe in Riefensbeek. Für die Kräfte aus Osterode wäre das ein langer Umweg. Am Donnerstag kokelten etwa Kekse in einem Wohnheim an.

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Von Corinna Knoke
Freitag, 11.10.2024, 04:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld/Riefensbeek. Die Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld ist am Donnerstagvormittag gegen 11 Uhr nach Riefensbeek-Kamschlacken ausgerückt. In einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung in der Langen Wiese hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Grund waren angebrannte Kekse, wie Peter Müller von der Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld berichtet. Er erklärt auch, warum die Brandschützer aus der Berg- und Universitätsstadt derzeit öfter in Riefensbeek sind.

Millionenschwere Sanierung

Bekanntlich wird derzeit die Sösetalsperre bei Osterode für mehr als 30 Millionen Euro vollumfänglich saniert. Die Bauarbeiten sowie die Vollsperrung der Bundesstraße 498 haben wie berichtet im März 2023 begonnen. Wer aktuell von Osterode nach Riefensbeek fahren will, muss die lange Umleitung oberhalb der Sösetalsperre über Clausthal-Zellerfeld nehmen. Das gilt natürlich auch für die Feuerwehr. „Für die Osteröder ist das eine halbe Weltreise nach Riefensbeek“, sagt Müller. Die Einsatzkräfte aus Clausthal-Zellerfeld sind nach lediglich etwa zehn Minuten da. Sollte derzeit also ein größerer Brand vermutet werden, rücken Müller zufolge stets die Feuerwehrleute aus der Berg- und Universitätsstadt und nicht mehr die aus Osterode als Unterstützung aus. Selbstverständlich sind die Kräfte aus Riefensbeek als Erstes vor Ort. So war das auch am Donnerstagmorgen.

Wärmebildkamera im Einsatz

In der Küche des Wohnheims hatte die Feuerwehr am Donnerstag nicht mehr so viel zu tun. Sie musste sich lediglich um die Backwaren kümmern, ordentlich durchlüften und überprüfen, ob es nicht zu einem sogenannten Hitzestau gekommen sei. Müller erläutert, dass dies stets mit einer Wärmebildkamera geschehe. So soll kontrolliert werden, dass sich die hohen Temperaturen nicht auf andere Geräte in der Küche übertragen haben, die dann womöglich auch noch anfangen zu brennen. Auch wenn der Zwischenfall in Riefensbeek glimpflich verlaufen sei, geht die Feuerwehr laut Müller bei einem Brandmeldealarm erst einmal von einem richtigen Brand aus. Die Kräfte dürften nicht darauf vertrauen, dass es sich ohnehin um einen Fehlalarm handele. Darum reiche es in dem Beispiel nicht aus, dass nur ein Fahrzeug aus Riefensbeek zu der Einrichtung fährt und sich ein Bild von der Lage macht. Um für den schlimmsten Fall gewappnet zu sein, werde gleich ein Löschzug auch aus Clausthal-Zellerfeld mitgeschickt. Wenn es sich lediglich um einen brennenden Mülleimer handele, dann reiche es, dass die Kräfte aus Riefensbeek allein ausrücken.

Bis Mitte 2025 sollen voraussichtlich alle Arbeiten an der Großbaustelle Sösetalsperre abgeschlossen sein, so lautet der Plan der Harzwasserwerke. Solange jedenfalls die Brücke gesperrt ist, will die Feuerwehr laut Müller an dem Modell und der Unterstützung aus Clausthal-Zellerfeld festhalten.

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