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Bewährungsstrafen für Diebe

GZ Plus Icon Drei Angeklagte gestehen Einbruchsserie in Goslar

Im Amtsgericht Goslar wurden drei Männer wegen Diebstahls verurteilt.

Im Amtsgericht Goslar wurden drei Männer wegen Diebstahls verurteilt. Foto: Klengel

Drei junge Männer aus dem Nordharz standen erneut wegen einer Einbruchsserie in einem Goslarer Schnellrestaurant, begangen im Juni des Vorjahres, vor dem Schöffengericht in Goslar.

Von Corinna Klengel Dienstag, 22.10.2024, 16:00 Uhr

Goslar. Drei junge Männer aus Othfresen und Liebenburg standen erneut wegen einer Einbruchsserie, begangen im Juni des Vorjahres, vor dem Schöffengericht in Goslar. Die 20- und 24-jährigen Angeklagten mussten sich bereits im März wegen gleicher Delikte vor Gericht verantworten. Damals bekamen die beiden älteren Diebe Bewährungsstrafen von neun Monaten, der Heranwachsende eine Betreuungsweisung und Arbeitsstunden (Die GZ berichtete).

Gesamtstrafen gebildet

Aus dem früheren und dem aktuellen Urteil wurden nun die Gesamtstrafen gebildet. Die beiden 24-Jährigen wurden zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und sieben Monaten verurteilt. Einer der beiden hatte es bisher versäumt, die 100 Arbeitsstunden aus dem ersten Urteil abzuarbeiten. Für ihn kamen noch einmal 150 Stunden gemeinnützige Arbeit obendrauf. Die Bewährungszeit für beide beträgt jetzt zwei Jahre.

Der 20-Jährige, für den Jugendstrafrecht zur Anwendung kam, wurde zu 200 Arbeitsstunden, einer Betreuungsweisung von einem Jahr sowie zu vier Terminen bei einem Betreuungsprojekt verurteilt, welches ihm bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle helfen soll.

„Das waren wir“

„Ja, das waren wir.“ Mit dieser Aussage begann ein umfängliches Geständnis, dem die Mitangeklagten zustimmten. Danach hatten die drei nachts einen Stein durch die gläserne Eingangstür eines Schnellrestaurants Im Schleeke geworfen. Aus der Kasse erbeuteten sie zunächst 650 Euro, die sie untereinander aufteilten. Nur vier Tage später kehrten sie zurück. Die zerstörte Tür war mit Holzplatten notdürftig gesichert worden und leicht aufzuhebeln. Dieses Mal hatten die Diebe es neben der Kasse, aus der sie erneut 200 Euro klauten, vor allem auf einen Safe abgesehen. „Den Tresor wollte ich unbedingt haben“, gab einer der 24-Jährigen zu. Da sie jedoch den Schlüssel nicht finden konnten, zogen sie kurzerhand den ganzen Geldschrank aus dem Regal und trugen ihn nach draußen. Dort warfen sie den Tresor unweit des Tatortes in die Büsche, denn die Diebe waren mit dem falschen Auto gekommen. Es handelte sich um das Cabrio der Mutter eines 24-Jährigen. „Auf die Ledersitze wollten wir das Teil nicht stellen“, erklärte der 20-Jährige, der sich als Auto-affin bezeichnete.

Mit einer Flex

Die beiden 24-Jährigen ließen ein paar Tage ins Land gehen, bevor sie den Tresor zusammen mit einem weiteren Freund abholten. Ihren jüngeren Mitangeklagten ließen sie bei dieser Aktion außen vor. In der Werkstatt ihres Transporthelfers rückten die beiden 24-Jährigen dem Geldschrank mit einer Flex zu Leibe. Nachdem sie einen Spalt geöffnet hatten, fischten sie 5500 Euro heraus. Da die beiden den 20-Jährigen nicht an der Summe beteiligten, müssen auch nur die beiden älteren Angeklagten für diese Summe geradestehen. Der 20-Jährige haftet nur für den Inhalt der Kasse, also insgesamt 850 Euro.

Als dreist und planvoll begangen, bezeichnete der Staatsanwalt die beiden Taten. „Man hätte über Bandendiebstahl nachdenken können. Dann hätten Sie sich in Untersuchungshaft wiedergefunden“, warnte Staatsanwalt Andy Belke, der jeweils 20 Monate für die 24-Jährigen und zehn Monate für den Heranwachsenden gefordert hatte. Allerdings honorierte auch er das umfassende Geständnis, welches den Prozess erheblich verkürzte.

Ein solches war schon im ersten Verfahren erfolgt. Auch im März ging es um mehrere Einbrüche. Damals stieg das Trio in eine Kfz-Werkstatt in Liebenburg ein, wo sie teures Spezialwerkzeug stahlen. Der Einbruch in einen Kiosk in Salzgitter-Lebenstedt blieb im Versuchsstadium hängen. Kurz darauf bedienten sich die drei in einer Spielothek in Salzgitter-Bad.

Als Motiv für die Einbruchsserie gaben alle Geldnot und Spielsucht an. Vor diesen insgesamt fünf Einbrüchen im Juni 2023 waren die drei jungen Männer nie strafrechtlich in Erscheinung getreten. Seither ist auch nichts mehr passiert. Man glaubte ihnen die Reue, zumal sich einer der Täter nach dem Einbruch in die Spielothek bei der Polizei stellte.

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