Harzer Schmalspurbahnen verkaufen Bahnhofsgebäude in Alexisbad
Handschlag auf dem Bahnhof Alexisbad (v.l.): Investor Markus Hercher, HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller und Harzgerodes Bürgermeister Marcus Weise. Foto: Bahnsen
Markus Hercher ist neuer Besitzer der Bahnhofsgebäude in Alexisbad, die bisher den Harzer Schmalspurbahnen gehörten. Was der Harzer Unternehmer mit den Häusern vorhat.
Wernigerode. Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) hat gestern die Stationsgebäude des Bahnhofs Alexisbad offiziell an den neuen Eigentümer übergeben. Käufer ist der Harzer Unternehmer Markus Hercher. Zur Übergabe vor Ort begrüßte HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller den neuen Eigentümer am traditionsreichen Bahnhof im Selketal.
Neben dem historischen Empfangsgebäude umfasst der Verkauf auch den hölzernen Anbau, in dem sich früher die Bahnhofsgaststätte befand, sowie den ehemaligen Güterschuppen. Die HSB hatte die Veräußerung der seit Jahren weitgehend leer stehenden Gebäude gegen Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen. Der Kaufvertrag wurde im November 2025 unterzeichnet. Markus Hercher, der als Agrarinvestor und Autohausbesitzer überregional bekannt ist, plant eine umfassende Sanierung des gesamten Gebäudeensembles. Perspektivisch ist zudem eine gastronomische Nutzung vorgesehen, die dem Bahnhof Alexisbad neue Impulse verleihen soll.
„Wir freuen uns sehr, dass wir einen engagierten Investor gefunden haben, der diesem geschichtsträchtigen Standort neues Leben einhauchen möchte“, erklärte Müller. „Nach vielen Jahren ohne erfolgreiche Nachnutzungsperspektive ist dies ein wichtiger Schritt für den Bahnhof und die touristische Entwicklung der Region.“
Seit 2014 geschlossen
Die HSB hatte ihre Verkaufsstelle im Empfangsgebäude bereits Ende August 2014 geschlossen. Der Fahrkartenverkauf wurde dann zunächst vom gegenüberliegenden Hotel Habichtstein übernommen. Um den Erhalt der Bauten sicherzustellen, ließ die HSB in den vergangenen Jahren unter anderem das Dach des Empfangsgebäudes vollständig sanieren.
Der Bahnhof Alexisbad blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Er wurde am 1. Juli 1888 anlässlich der Freigabe der neuen Strecke der Gernrode-Harzgeroder-Eisenbahn (GHE) zwischen Mägdesprung und Alexisbad in Betrieb genommen.
Zunächst genügte ein kleines Dienstgebäude, doch mit der wenig Inbetriebnahme der hier von der Strecke Gernrode (Harz) – Harzgerode abzweigenden Strecke in Richtung Stiege und Hasselfelde entwickelte sich Alexisbad zu einem wichtigen Abzweigbahnhof. Das heutige Empfangsgebäude entstand in dieser Zeit. Als größter Kreuzungsbahnhof und touristischer Anlaufpunkt im Selketal spielte Alexisbad über Jahrzehnte eine bedeutende Rolle im regionalen Bahnverkehr und verfügte bis 1905 sogar über einen eigenen Lokschuppen.
Bei Hochwasser beschädigt
Auch schwere Zeiten prägten seine Geschichte: Beim verheerenden Hochwasser im April 1994 wurden die Gleisanlagen stark beschädigt, konnten jedoch bereits einen Monat später wieder in Betrieb genommen werden.
Die geplante Sanierung und künftige Nutzung sollen dazu beitragen, den Standort langfristig zu erhalten und wieder stärker in das touristische und kulturelle Leben des Selketals einzubinden, teilten die HSB mit. red
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