Staffelübergabe beim Zellerfelder Autohaus Fuchs
Die bisherige und die neue Leitung des Autohauses (von links): Constanze, Katharina, Patrick und Thorsten Fuchs. Foto: Römhild
Jetzt ist die dritte Generation am Zug: In dieser Woche haben Thorsten und Constanze Fuchs die Geschäftsführung an Sohn und Schwiegertochter übergeben. Enge Kontakte zum Kunden ist ein wichtiger Bestandteil des Betriebs, der seit 1976 am Schalker Weg angesiedelt ist.
Clausthal-Zellerfeld. Geschäftsübergabe beim traditionsreichen Zellerfelder Autohaus: In dieser Woche haben Thorsten und Constanze Fuchs ihren Betrieb Sohn Patrick und Schwiegertochter Katharina übergeben.
Die Eltern werden aber weiter im Geschäft tätig sein, betont Patrick Fuchs. „Aber sie sollen sich jetzt mal einen normalen Acht-Stunden-Tag gönnen dürfen.“
Das Unternehmen im Schalker Weg ist ein echter Familienbetrieb. Sogar die Desinfektionsmittel-Spender haben hier Namen: „Hildegard“ steht auf dem am Eingang, ein anderer wurde als „Uwe“ gekennzeichnet. Man ahnt, dass Humor hier groß geschrieben wird.
„Wir sind die Füchse“, erklärt Vater Thorsten zur Begrüßung, als sich die alten und neuen Geschäftsinhaber zum Gespräch im Büro versammeln. Bei den Mitarbeiterfotos findet sich der Name Fuchs gleich sieben Mal. Und eigentlich sind es acht: Patricks Schwester Svenja hat geheiratet und heißt jetzt Stache. Sie und ihr Mann René arbeiten auch hier, ebenso wie Thorstens Bruder Holger.
Die Geschichte des Unternehmens im Oberharz begann vor vielen Jahren. Seit 1976 gibt es das Ford-Autohaus am Schalker Weg, das Vater Rolf Fuchs führte. Sein Sohn Thorsten lernte hier, machte hier auch seinen Gesellen und seinen Meister. 2007 übernahmen Thorsten und Constanze das Geschäft. Nun geht es an die dritte Generation. Und die Vierte steht schon in den Startlöchern, erzählt Patrick Fuchs: „Mein Sohn ist vierzehn und hat hier schon das erste Praktikum gemacht.“
Zur Ausbildung solle er aber ruhig in einen anderen Betrieb gehen, empfiehlt der neue Chef. Patrick Fuchs hat bei der Clausthaler Firma IFT gelernt. 2011 kam er als Geselle zurück in den elterlichen Betrieb, machte hier auch seinen Meister. Bis Mitte letzten Jahres leitete er die Werkstatt; diese Aufgabe hat jetzt Sebastian Schulz übernommen.
Insgesamt 17 Personen arbeiten in dem Autohaus, das eine Verkaufsfläche von rund 700 Quadratmetern hat. Rund 100 Neuwagen pro Jahr werden verkauft, sagt Thorsten Fuchs. Die sind alle von Ford. Gebrauchtwagen gibt es auch von anderen Marken.
Als die Corona-Pandemie losging, „da hatte ich am Anfang echt Panik“, schildert Constanze. Insgesamt seien sie aber wirklich gut durch die Krise gekommen. Im Augenblick seien eher Lieferschwierigkeiten das Thema: Bei elektronischen Bauteilen herrschen bundesweit Engpässe.
Gerade in schwierigen Zeiten punktet die Fuchs-Familie mit ihren engen Kundenbeziehungen. „Der eine fährt zum Beispiel immer nach Österreich. Der andere hat einen Wohnwagen, den er ziehen muss. Wir kennen unsere Kunden“, schildert Thorsten Fuchs. Manch einer lasse auch seine Sorgen da, sagt Constanze. „Ja, wenn man eine Stunde hier im Büro sitzt, redet man zehn Minuten über das Auto und die restliche Zeit über anderes“, bestätigt ihr Mann.
Manche reden auch ganz wenig. „Die kommen rein, legen den Autoschlüssel hin und sagen: Ich hole ihn heute Abend wieder ab“, sagt Patrick. Da bestehe inzwischen eine feste Vertrauensbasis.
Das ginge auch kaum anders, ergänzt sein Vater, schließlich begegne man sich in einem kleinen Ort wie Clausthal-Zellerfeld immer wieder. „Da wäre es ja schlimm, wenn die Kunden etwas aufgeschwatzt bekämen.“ Manche meldeten sich auch noch, nachdem sie weggezogen sind, weil sie ihren Wagen gern weiterhin zum Autohaus Fuchs bringen möchten.
Zwei Auszubildende beschäftigt das Unternehmen derzeit. Wenn möglich, bleiben die Lehrlinge auch nach der Ausbildung gern im Betrieb, sagt Patrick. Und auch zu Ruheständlern halten sie Kontakt. Ein ehemaliger Beschäftigter, der heute in Rente ist, kommt ungefähr einmal im Monat vorbei: „Um Werkstattluft zu schnuppern.“
Thorsten und Constanze Fuchs werden weiterhin ganz regulär zu den Geschäftszeiten da sein. Aber die Verantwortung trägt jetzt die jüngere Generation: Patrick und Katharina.
Im Jahr 2007 übernimmt Thorsten Fuchs den elterlichen Betrieb. Unser Foto ist aus 2008. Foto: GZ-Archiv