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Neubau offiziell eröffnet

Neue Drogenberatung in Goslar startet mit viel Programm

Die Drogenberatung (Drobs) findet in Zukunft unter einem Dach mit der medizinischen Substiution statt. Kleines Bild: Drobs-Leiterin Anna Pielken-Rieger hat mit ihrem Team die Arbeit aufgenommen.  Fotos: Roß

Die Drogenberatung (Drobs) findet in Zukunft unter einem Dach mit der medizinischen Substiution statt. Kleines Bild: Drobs-Leiterin Anna Pielken-Rieger hat mit ihrem Team die Arbeit aufgenommen. Fotos: Roß

Die Drogenberatungsstelle (Drobs) hat ihr neues Quartier an der Hildesheimer Straße bezogen und offiziell eingeweiht. In Zukunft arbeiten in dem Neubau Beratungsstelle, Hausarzt- und Substitutionspraxis sowie das Café Spiegel unter einem Dach.

Von Hendrik Roß Sonntag, 06.11.2022, 17:00 Uhr

Goslar. Die Drogenberatungsstelle (Drobs) hat ihr neues Quartier an der Hildesheimer Straße  bezogen und mit einem satten Rahmenprogramm offiziell eingeweiht.

In Zukunft arbeiten in dem Neubau Beratungsstelle, Hausarzt- und Substitutionspraxis sowie das Café Spiegel unter einem Dach. Diese enge „fachliche Zusammenarbeit“ sei das Ziel des Bauprojekts gewesen, sagte Sven Spier, Geschäftsführer des Paritätischen Braunschweig, den Träger der Goslarer Drobs.

Spier begrüßte bei der der Eröffnung des Neubaus die Gäste im Café Spiegel und war sich sicher: Dass Drogenberatung und Substitution in Goslar nun an der neuen Adresse stattfinden, „kann und wird eine positive Veränderung sein.“

Bei der Eröffnung begrüßen Sven Spier (links) und Lars Fischer vom Paritätischen Braunschweig die Gäste.

Bei der Eröffnung begrüßen Sven Spier (links) und Lars Fischer vom Paritätischen Braunschweig die Gäste.

An die Anfänge der Drogenberatung in Goslar Anfang der 1990er Jahre erinnerte der langjährige Drobs-Leiter Lars Fischer, der nun beim Paritätischen die Abteilung Suchtkrankenhilfe leitet. Seine Nachfolgerin Anna Pielken-Rieger skizzierte kurz die Arbeit der Drobs – auch neue Angebote wie eine Online-Beratung. Fischer sprach auch über die verschiedenen Treffpunkte der Drogenszene in Goslar in den vergangenen Jahrzehnten und die Konflikte, die sich aus Veränderungen und Verschiebungen ergaben. Schließlich sei die Idee geboren worden, Beratung und ärztliche Versorgung unter einem Dach außerhalb der Altstadt einzurichten.

Landesdrogenbeauftragte Bärbel Lörcher-Straßburg beim Fachtag.  Foto: Privat

Landesdrogenbeauftragte Bärbel Lörcher-Straßburg beim Fachtag. Foto: Privat

Fischer betonte, dass sich die Drobs nicht vergrößert habe, machte aber auch deutlich, dass die Zahl der Hilfesuchenden in der Goslarer Einrichtung vergleichbar mit der in Braunschweig sei. Landrat Dr. Alexander Saipa erinnerte sich an einen „Weg mit Hindernissen, weil es in der Vergangenheit große Vorbehalte in Teilen der Anliegerschaft an der Hildesheimer Straße gegeben habe. „Offenheit und Transparenz“ seien die richtigen Mittel dagegen, sagte Saipa.

Kritik an Legalisierung

Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner berichtete von ihrer Zusammenarbeit mit der Drobs, während sie noch als Jugendrichterin tätig war. Und sie äußerte sich kritisch zur geplanten Cannabis-Legalisierung der Bundesregierung. Schwerdtner sprach von einem „gefährlichen Versuch“, weil noch zu viele Fragen zu Konsum der Droge offen seien.

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Für die Öffentlichkeit öffnete die Drogenberatung dann am Nachmittag nach der Eröffnungsfeier die Türen und lud zu einem Tag der offenen Tür in den Neubau ein.

Für das Fachpublikum folgte dann einen Tag später reichlich Programm in Goslar. Drobs und Substitutionsärztin Dr. Christine Rose veranstalteten einen Fachtag im Hotel „Der Achtermann“. Unter anderem war die Landesdrogenbeauftragte Bärbel Lörcher-Straßburg eingeladen und hielt ein Grußwort zur Eröffnung.

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