Für die Abc-Schützen beginnt die Zeit des Lernens
Rektorin Christine Bulban erzählt den neuen Erstklässlern bei ihrer Rede, dass mit der Schulzeit eine Abenteuerreise beginne wie auf einem Schiff, und dass sie in der Schule ihren Ankerplatz haben werden. Fotos: Hohaus
Für rund 130 Kinder hat in Jürgenohl und Vienenburg am Wochenende die Schulzeit begonnen. So wurden insgesamt 86 Kinder bei drei Einschulungsfeiern in der Grundschule Jürgenohl begrüßt. In der Vienenburger Grundschule waren es 45 Mädchen und Jungen.
Goslar. Alle neuen ABC-Kinder in Jürgenohl wurden in neun Eingangsstufenklassen aufgeteilt und besuchen zusammen mit den „Zweitis“ eine Schulklasse. Rektorin Christine Bulban begrüßte zur Einschulungsfeier der Schulanfänger im Forum der Grundschule Jürgenohl die Kinder der Klassen E1, E2 und E3 sowie die Familienangehörigen.
„Nach langem Warten auf diesen Tag ist es nun so weit: Ihr kommt in die Schule, heute wird es endlich die große Schultüte geben. Ihr habt eure Schulranzen mitgebracht und seid bereit. Sie, liebe Eltern, werden ab jetzt Eltern von Schulkindern sein, die nun in einen neuen Lebensabschnitt starten. Und unsere Lehrerinnen bekommen eine neue Aufgabe, sie werden euch die Schule zeigen und euch beim Lernen in den ersten Jahren begleiten“, beschrieb die Rektorin den Ablauf.
Ein tolles Schiff
Vor der Bühne war ein Schiff aufgebaut, das alle Namen der neuen Kinder an der Grundschule zeigte. „Ausschau halten, ein Schiff in Sicht, das Schiff sieht aber toll aus, damit würde ich gern einmal eine Schiffreise machen. Ihr ja vielleicht auch. Und hier, was ist denn das?“, fragte Bulban. „Ein Anker“, antwortete sie gleich selbst. Der Anker sei das Zeichen dafür, dass die neuen Schülerinnen und Schüler in der Jürgenohler Grundschule ihren Anker setzen sollen. Bisher sei ihr Ankerplatz der Kindergarten und das Zuhause, nun komme ein neuer Ort dazu. Die Kinder sollen nach den Worten Bulbans „einen festen sicheren Stand“ haben und sich an der Schule wohlfühlen. Dafür würden auch die Lehrerinnen sorgen, versprach Bulban. Sie hielten „Ankerwache“ für die Kinder.
An die Eltern gewandt warb Bulban um Vertrauen darauf, „dass die Lehrerinnen und Lehrer gut für Ihre Kinder sorgen, sie beschützen, sie loben und bestärken, sie fördern und herausfordern.“ Das Kollegium bemühe sich nach Kräften, „für Ihre Kinder ein sicherer Hafen zu sein, ein Hafen, in dem es munter zugeht und viel Fröhlichkeit an Bord des Schiffes herrscht“.
Die Kinder der 2. Klassen sangen für Neulinge zwei Lieder von Rolf Zukowski: „Wie gut, dass es die Sonne gibt“ und „Jetzt geht‘s los!“ Nach der Einteilung der Klassen mit ihren Lehrerinnen gingen alle zum ersten Kennenlernen und Überreichen der Schultüten in den Klassenraum. Die Eltern warteten in dieser Zeit und konnten sich derweil mit Kaffee und Kuchen am Stand des Elternvereins der Grundschule Jürgenohl stärken.
Erste Schulstunde
Für 45 Kinder aus Vienenburg war der Samstag der erste Schultag in der Grundschule Vienenburg. 22 Kinder gehen in die Klasse 1a bei der Lehrerin Elke Stolzenburg und 23 in die 1b bei Patricia Schneider. In diesem Jahr war der Ablauf bei den zwei Einschulungsfeiern einmal ganz anders als sonst: Erst gingen die Kinder mit ihrer Klassenlehrerin in den zukünftigen Klassenraum zur ersten Schulstunde. Anschließend ging es zusammen mit den Familienangehörigen in die Schulturnhalle.
In der Sporthalle der Grundschule Vienenburg verfolgen die angehenden Schulkinder eine Aufführung der dritten Klassen, mit der „die Neuen“ begrüßen.
Dort führten die drei dritten Klassen das Spiel „Traum zu glauben“ vor, anschließend wurde zum Abschluss gesungen „Kommt rein in die Schule“. Pfarrer Johann Böhm erzählte ein Erlebnis aus dem Urlaub: Auf dem Heimweg am Abend lag eine verlorene Ente am Wegesrand und bettelte bei einer anderen Entenfamilie um Aufnahme, was aber leider nicht gelang. Familie Böhm nahm die Ente mit in die Ferienwohnung und sie lag den ganzen Abend mit dem Handtuch zugedeckt und wurde mit der Hand gewärmt und fühlte sich wohl. So sei es auch, wenn Gott die Hände auf die Kinder halte, sagte Böhm. Zusammen mit dem Pfarrer beteten die Teilnehmer der Feier das „Vaterunser“, am Ende gab es für alle den Segen. Anschließend überreichte Lehrerin Elke Stolzenburg den Kindern die schon lang erwartete Schultüte.
Auch in Vienenburg versorgte der Elternverein der Grundschule die Familienangehörigen mit Kaffee und Kuchen.
Statistik
Die Zahl der Erstklässler an den zehn Goslarer Grundschulen mit ihren elf Standorten – Jerstedt und Hahndorf bilden eine organisatorische Einheit – ist nach Angaben von Mara-Lena Macke vom städtischen Fachdienst Bildung auf 412 gestiegen. Im Vorjahr hatte die Stadt zum Schulstart 375 neue Erstklässler gemeldet. Zuletzt saßen aber 386 Kinder in den ersten Klassen der Stadt, sodass auch die 412 Abc-Schützen vom Wochenende nicht der letzte Stand im Laufe des Schuljahres bleiben müssen.
Die mit Abstand meisten neuen Schüler hat die Grundschule in Jürgenohl aufgenommen, die wieder an die starken Zahlen aus 2020 anknüpft. Prozentual den größten Sprung legt die Grundschule Wiedelah hin, die nach den fünf Erstklässlern aus dem Vorjahr die Zahl ihrer Schulstarter mit elf Kindern mehr als verdoppelt – so viel zu Statistiken und deren Aussagekraft.
Immerhin: Sieben Standorte legen bei den Zahlen zu, während vier Grundschulen eine geringere Anzahl verzeichnen. Mit Vergleichen zu den Jahren vor 2021 ist zudem Vorsicht angebracht, weil die Stadt Goslar im Vorjahr ihre Schulbezirksgrenzen leicht verändert und angepasst hatte. Grund war der Standortwechsel von Schiller- und Worthschule, der im Vorfeld für viel Aufregung gesorgt hatte. Zuletzt war in der öffentlichen Diskussion Ruhe eingekehrt. fh
Die Zahlen im Einzelnen:
Jürgenohl: 86 (im Vorjahr 69)
Goetheschule: 64 (56)
Oker: 49 (65)
Vienenburg: 45 (44)
Sudmerberg: 32 (27)
Schillerschule: 32 (36)
Worthschule: 30 (20)
Jerstedt: 22 (18)
Immenrode: 21 (24)
Hahndorf: 20 (22)
Wiedelah: 11 (5)
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