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Bundesweit einzige Ausstellung

Zentralrat der Juden: Schau betont „schmerzliche Aktualität“

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, sprach in Braunschweig zur Ausstellungseröffnung: „Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland“.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, sprach in Braunschweig zur Ausstellungseröffnung: „Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland“. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Nur fünf Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur und des Holocaust wird der Zentralrat der Juden in Deutschland gegründet. Zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung nach 75 Jahren gibt es mahnende Worte.

Von dpa Sonntag, 22.02.2026, 16:10 Uhr

Braunschweig. Der Zentralrat der Juden verzeichnet eine erstarkte Feindseligkeit gegenüber der Religion in Deutschland und fordert, diese mit Entschlossenheit zu bekämpfen. „Seit dem 7. Oktober spüren wir einen explosionsartigen Anstieg des Antisemitismus“, sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, in Braunschweig. Schuster sprach anlässlich der feierlichen Ausstellungseröffnung „Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland“ im Staatstheater der niedersächsischen Stadt. 

Judenhass sei nie aus Deutschland verschwunden, seit dem 7. Oktober habe er aber eine neue Dimension gewonnen, sagte Schuster. „Wenn wir dem Antisemitismus die Stirn bieten wollen, dann braucht es entschlossenes Handeln der Politik“, forderte er und betonte, dass es damit nicht getan sei. „Anstand und demokratische Kultur lassen sich nicht politisch verordnen“, sagte der Zentralratspräsident. Es komme auf den Einzelnen an, die Schau betone eine „schmerzliche Aktualität“. 

Wächter des Grundgesetzes und Vorkämpfer für offene Gesellschaft 

Schuster lobte, dass die Ausstellung in Braunschweig die Rolle des Zentralrats verstehe. Es erfülle ihn mit Stolz, dass der Rat als „ethisches Zentrum“ der Bundesrepublik gesehen werde, als einen Wächter des Grundgesetzes und seiner Errungenschaften und als einen Vorkämpfer für die offene Gesellschaft.

Die neue Ausstellung in Braunschweig beleuchtet die Geschichte des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Die neue Ausstellung in Braunschweig beleuchtet die Geschichte des Zentralrats der Juden in Deutschland. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

 

Die Macher der Jubiläums-Ausstellung beschränken sich dabei nicht auf die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus. Ziel des Projekts sei es, die Verdienste des Zentralrats für die jüdische Gemeinschaft zu würdigen und zugleich seine Bedeutung für die demokratische Entwicklung der Gesellschaft in der Bundesrepublik. 

Ausstellung zeigt Facetten jüdischen Lebens 

Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum sprach von einer „großen Ehre und Freude“. Die Ausstellung sei kein museales „Routinegeschäft“, sondern in enger, vertrauensvoller Kooperation und im konstruktiven Dialog entstanden, sagte der SPD-Politiker. Sie bilde ganz unterschiedliche Facetten jüdischen Lebens in Deutschland ab und zeige, wie vielfältig das Engagement jüdischer Institutionen heute sei. 

Nach Angaben der Organisatoren ist die Schau vom 24. Februar bis 20. September im Städtischen Museum die deutschlandweit einzige zum Jubiläum. Gefördert wird die Ausstellung unter anderem von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. 

Der Zentralrat wurde am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet und ist eine politische, gesellschaftliche und religiöse Vertretung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

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