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Schnellstart für Eurofighter

Zahl der Starts der Luftwaffen-Alarmrotte ist gestiegen

Kurz nach dem Alarm rollt der Eurofighter schon aus dem Hangar.

Kurz nach dem Alarm rollt der Eurofighter schon aus dem Hangar. Foto: Jens Büttner/dpa

Kommt ein Nicht-Nato-Flugzeug dem Luftraum zu nahe oder ist eine Zivilmaschine per Funk nicht erreichbar, steigt eine Alarmrotte hoch. Die Eurofighter sind immer startklar und in Minuten in der Luft.

Von dpa Mittwoch, 11.03.2026, 15:40 Uhr

Rostock-Laage. Die für Norddeutschland zuständige Alarmrotte Nord der Luftwaffe ist im vorigen Jahr rund 20 Mal vom Stützpunkt Rostock-Laage aus gestartet. Die Zahl der Alarmstarts sei vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine gestiegen, sagte der Kommandeur der Fliegenden Gruppe des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“, Thomas Kötting. In Rostock sind vier Eurofighter permanent startbereit. Detailliertere Einsatzzahlen nannte der Kommandeur aus taktischen Gründen nicht.

Mit den Einsätzen der sogenannten Alarmrotte würden Militär-Flugzeugen, die sich dem deutschen Luftraum näherten, aber nicht der Nato angehörten, die Grenzen verdeutlicht. „Wir schützen unseren Luftraum und machen klar: Hier ist die Grenze Deutschlands und nicht weiter.“ Bei zivilen Flugzeugen könnten die Eurofighter aufsteigen, wenn ein Pilot nicht auf Funksprüche reagiere. „Schlimmstenfalls ist es eine Entführung“, schildert Kötting eine Möglichkeit. 

Russische Aufklärungsflüge über der Ostsee

Die sogenannte Quick Reaction Alert Alarmrotte Nord ist auch für Ost- und Nordsee zuständig und eigentlich in Wittmund in Niedersachsen beheimatet. Aufgrund andauernder Baumaßnahmen am dortigen Standort operiert sie aber seit mehreren Jahren von Laage aus. Neben dem Stützpunkt in Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch die Alarmrotte Süd in Neuburg in Bayern. 

Der stellvertretende Leiter des Nationalen Lage- und Führungszentrums für Sicherheit im Luftraum, Ingmar Kerkhoff, betonte, es gebe relativ viele russische Aufklärungsflüge über der Ostsee. Diese würden auch in Nähe des deutschen Luftraums stattfinden, aber ohne Luftraumverletzung registriert. „Die werden aber nicht in jedem Fall von der deutschen Alarmrotte begleitet“, betonte der Oberstleutnant bei einem Medientag am Standort Laage. 

6,4 Tonnen Sprit für 30 Minuten Schnellflug

Deutschland arbeite über die Nato eng mit Ländern wie Polen oder Dänemark zusammen. Die jeweils bestplatzierte Einheit werde aktiviert. „Es muss keine Begleitung durch alle Nato-Staaten stattfinden, man wechselt sich da einfach ab. Letztendlich wird die deutsche Luftwaffen-Alarmrotte von hier vielleicht in jedem dritten Fall herangezogen.“

Nach einer Alarmierung müssten zwei mit scharfen Waffen ausgestattete Eurofighter binnen 15 Minuten in der Luft sein. Beim Medientag gelang den Bereitschaftsteams das in einer Zeit von 9 Minuten und 45 Sekunden.

Zur Alarmrotte gehören insgesamt vier Eurofighter, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr jederzeit einsatzbereit sein müssen. Ausgerüstet sind die Maschinen unter anderem mit zwei Lenkflugkörpern und einer 28-Millimeter-Bordkanone. 

Zudem sind insgesamt 6,4 Tonnen Treibstoff an Bord. Das reiche bei normalem Flug bis zu zweieinhalb Stunden, so Kötting. Und wenn es schnell gehen muss? „Dann sind die Tanks in 30 Minuten leer.“

Für die Piloten zählt nach dem Alarm jede Minute.

Für die Piloten zählt nach dem Alarm jede Minute. Foto: Jens Büttner/dpa

Ein Eurofighter der Luftwaffe startet am Stützpunkt Rostock-Laage.

Ein Eurofighter der Luftwaffe startet am Stützpunkt Rostock-Laage. Foto: Jens Büttner/dpa

Nach dem Alarm zählt für die Eurofighter-Teams jede Minute.

Nach dem Alarm zählt für die Eurofighter-Teams jede Minute. Foto: Jens Büttner/dpa

Es gebe relativ viele russische Aufklärungsflüge über der Ostsee, sagt Ingmar Kerkhoff, stellvertretender Leiter des Nationalen Lage- und Führungszentrums für Sicherheit im Luftraum.

Es gebe relativ viele russische Aufklärungsflüge über der Ostsee, sagt Ingmar Kerkhoff, stellvertretender Leiter des Nationalen Lage- und Führungszentrums für Sicherheit im Luftraum. Foto: Jens Büttner/dpa

15 Minuten nach dem Alarm müssen die Eurofighter in der Luft sein, sagt Thomas Kötting, Kommandeur der Fliegenden Gruppe des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“.

15 Minuten nach dem Alarm müssen die Eurofighter in der Luft sein, sagt Thomas Kötting, Kommandeur der Fliegenden Gruppe des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“. Foto: Jens Büttner/dpa

Die Alarmrotte steigt immer mit zwei Eurofightern auf.

Die Alarmrotte steigt immer mit zwei Eurofightern auf. Foto: Jens Büttner/dpa

Ein Eurofighter auf dem Weg zum Start.

Ein Eurofighter auf dem Weg zum Start. Foto: Jens Büttner/dpa

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