TSG Bad Harzburg: Die Mängelliste ist ellenlang
Auch das noch: Abwehrchef Arne Düber (re.) fällt Mitte Oktober nach einer schweren Bänderverletzung monatelang aus. Foto: Drechsler
Nur zwei Siege in 18 Spielen sind definitiv zu wenig: Die TSG Bad Harzburg braucht inzwischen ein kleines Fußball-Wunder, um den Klassenerhalt in der Landesliga zu schaffen. Unter anderem rächen sich Fehler in der Personalpolitik.
Ein Halbjahr zum Vergessen erlebte Fußball-Landesligist TSG Bad Harzburg. Nach nur acht Punkten aus den ersten 18 Begegnungen benötigt er jetzt einen perfekten zweiten Saisonabschnitt, um nach der zweiten kompletten Spielzeit nicht wieder aus dem Oberhaus des Bezirks ausziehen zu müssen. Die Mängelliste auf und neben dem Platz ist ellenlang, wie der Halbzeit-Check zeigt.
Das Hinrundenfazit
Die Misere begann eigentlich schon in der Schlussphase der vergangenen Saison, als sich die TSG nach dem geglückten Klassenerhalt gehen ließ. Seitdem kommt sie nicht mehr in Tritt. Eine solch niederschmetternde Bilanz, wie sie die Mannschaft im ersten Abschnitt der Saison 22/23 eingefahren hat, war jedoch nicht zu erwarten. Als Fehlgriff erwies sich der im Sommer geholte Trainer Hannes Deicke, der im Sportpark nie warm und früh entlassen wurde. Da das Modell mit Kamil Chmiel als Spielertrainer die TSG auch nicht weiterbrachte, soll es in der Rückrunde nun der aus Braunschweig geholte Sven Scholze richten. Wer drei Trainer in einer Saison beschäftigt, hat definitiv etwas falsch gemacht, wie ohnehin die Personalplanung nicht passte. Für Nick Sitzenstock (Einheit Wernigerode) kam kein Ersatz, der Kader ist vor allem in der Breite für Landesliga-Ansprüche nicht geeignet. Mit nur 21 Aktiven in eine 34-Spiele-Saison zu gehen, war blauäugig. Das machte sich spätestens im Herbst bemerkbar, als die Verletztenliste lang wurde. So lief die TSG schon früh der Musik hinterher.
Die Stärken
Nach solch einer Hinrunde gibt es kaum Positives. Allenfalls bleibt die Fähigkeit, immer für ein eigenes Tor gut zu sein. Im Schlüsselspiel gegen das Schlusslicht SC Hainberg (0:0) gelang nicht einmal das.
Die Schwächen
60 Gegentore in18 Spielen sagen alles – die komplette Defensivabteilung erwies sich in keiner Phase der Hinrunde als landesligatauglich. Die Schießbude der Liga stellt zwar Hainberg, aber bei der TSG krachte es ähnlich häufig. Gleich dreimal ließ sie sich sechs Gegentore einschenken, zweimal waren es deren fünf, was auch als Zeichen gesehen werden kann, dass sich die Mannschaft nicht immer konsequent gegen Widerstände aufbäumte. Hinzu kamen teils unfassbare individuelle Fehler. Verheerend ist auch die Auswärtsbilanz, denn mit nur einem Punkt sind die Bad Harzburger in dieser Kategorie Liga-Schlusslicht.
Das Saisonziel
Trainer Sven Scholze und Obmann Michael Bothe haben den Klassenerhalt noch nicht abgehakt. Bei 13 Punkten Rückstand auf den rettenden 13. Platz wird das ein gewaltiges Unterfangen, zumal auch das Torverhältnis (-36) miserabel ist. Packt die TSG in den ersten vier Spielen nach der Winterpause nicht gleich ordentlich etwas auf das Punktekonto, kann sie für die Bezirksliga planen.
Trainingsauftakt
Am kommenden Wochenende 13./14. Januar bittet Scholze zur ersten Einheit. Punktspielauftakt ist am 26. Februar bei der SVG Göttingen.
Personelles
Die Trainerfrage ist geklärt, jetzt sollen noch mehrere neue Spieler kommen. Abgänge wird es nicht geben. Zudem kehren einige Langzeitverletzte zurück wie Arne Düber oder Kay Petermann.