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Tarifstreik

Streik in Hannover angelaufen: Busse und Bahn stehen still

Im kommunalen Nahverkehr kommt es erneut zum Warnstreik. (Archivbild)

Im kommunalen Nahverkehr kommt es erneut zum Warnstreik. (Archivbild) Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Nach dem Auftakt der Warnstreikwoche im Nahverkehr in Göttingen kommt es nun auch in Hannover zu massiven Einschränkungen. Weitere Städte sollen im Laufe der Woche folgen.

Von dpa Mittwoch, 20.05.2026, 09:10 Uhr

Hannover. Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe Üstra sind am Mittwoch in den Warnstreik getreten. Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mitteilte, lief der Aufstand wie angekündigt an. Seit Betriebsbeginn um 3.00 Uhr fahren demnach keine Busse und keine Bahnen mehr. Nach Betriebsschluss am Donnerstag soll der Nahverkehr in Hannover wieder laufen. Laut der Stadt Hannover ist auch der Schülerverkehr betroffen. Auf Regiobus-Linien werden nach Angaben der Stadt einzelne Fahrten von Subunternehmen übernommen. Die S-Bahn Hannover wird hingegen nicht bestreikt, weil sie vom Eisenbahn- und Busunternehmen Transdev betrieben wird.

Die Aktion in Hannover ist Teil einer landesweiten Warnstreikwoche der Gewerkschaft Verdi im Nahverkehr Niedersachsens. Bereits am Dienstag legten Beschäftigte der Göttinger Verkehrsbetriebe ihre Arbeit nieder. Auch am Mittwoch sollen dort bis Betriebsschluss keine Stadtbusse fahren.

Welche Städte noch betroffen sind

Am Donnerstag und Freitag weitet Verdi die Arbeitsniederlegung auf weitere Städte in Niedersachsen aus, darunter Braunschweig, Wolfsburg, Hildesheim, Delmenhorst und das Wendland. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben die jeweiligen kommunalen Verkehrsbetriebe sowie die kreiseigene Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn. 

  • Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) lässt an beiden Streiktagen alle Busse und Stadtbahnen in den Depots. Betroffen sind sämtliche Stadtbahnlinien und die meisten Buslinien. Nicht vom Streik betroffen ist der Schülerverkehr für Grundschulen.
  • Auch in Wolfsburg fallen die meisten Busse aus. Betroffen seien alle Linien der Wolfsburger Verkehrs-GmbH (WVG), der Berufsverkehr ins VW-Werk, und auch die Shuttle- und Sonderbusse zum Relegationsspiel des VfL Wolfsburg gegen SC Paderborn am Donnerstag. 
  • In Hildesheim führt der Streikaufruf am Donnerstag und Freitag „zu einem Stillstand“ des Busverkehrs beim Stadtverkehr Hildesheim (SVHI), wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte.
  • Bei Delbus in Delmenhorst ruht der Busverkehr ebenfalls an beiden Tagen. 
  • Bei der Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn fallen laut Landkreis Lüchow-Dannenberg am Donnerstag und Freitag „zahlreiche Fahrten im ÖPNV und in der Schülerbeförderung aus“.

Hintergrund sind die seit Mitte Februar laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten kommunaler Verkehrsunternehmen in Niedersachsen. Verdi fordert unter anderem Entlastungen bei Arbeitszeiten und Schichtdiensten sowie mehr Urlaubstage und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Der kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) kritisierte die angekündigten Arbeitsniederlegungen scharf. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 1. Juni geplant.

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