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Landwirtschaft

Niedersachsens Bauern verzeichnen gute Rübenernte

In Niedersachsen ist die Zuckerrübenernte abgeschlossen. (Archivbild)

In Niedersachsen ist die Zuckerrübenernte abgeschlossen. (Archivbild) Foto: Stefan Sauer/dpa

Gute Erträge, aber sinkende Preise: Niedersachsens Bauern verbuchen eine erfolgreiche Rübenernte. Doch der Preisdruck bereitet ihnen Sorgen.

Von dpa Donnerstag, 05.02.2026, 12:40 Uhr

Hannover. Niedersachsens Landwirte blicken auf eine erfolgreiche Zuckerrübenernte zurück. Rübenertrag pro Hektar und der Zuckergehalt der Rüben hätten deutlich über dem fünfjährigen Durchschnitt gelegen, teilte der Landesbauernverband Landvolk Niedersachsen zum Abschluss der Ernte mit. Die Kampagne, wie die Erntesaison in der Branche heißt, sei insgesamt reibungslos verlaufen und von guten Witterungsbedingungen geprägt gewesen.

Der vorläufige durchschnittliche Rübenertrag habe bei 82,4 Tonnen pro Hektar gelegen, der Zuckergehalt bei 18,3 Prozent. Das führe zu einem hohen Zuckerertrag von 15,4 Tonnen pro Hektar. „Die Freude über die sehr gute Zuckerrübenernte wird getrübt durch die anhaltend schlechten Preise für Zucker“, sagte Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). „Das werden auch wir Rübenanbauer zu spüren bekommen.“

Bauern befürchten weiteren Preisverfall

Durch den hohen Zuckergehalt könnten die niedersächsischen Rübenbauern für die zurückliegende Ernte aber noch mit auskömmlichen Preisen rechnen, sagte Helmke. Für die kommende Saison werden aufgrund der aktuell schlechten Marktlage jedoch weitere Preiseinschnitte erwartet. 

Die Lage am Zuckermarkt ist laut DNZ angespannt. „Zuckerpreise befinden sich auf einem niedrigen Niveau, vergleichbar mit dem Jahr 2018, während die Erzeugungskosten unter anderem durch gestiegene Energie- und Düngemittelpreise deutlich zugenommen haben“, sagte Helmke. Damit stehe die Wirtschaftlichkeit des Zuckerrübenanbaus zunehmend unter Druck.

Nordzucker schließt Werk in Slowakei - hohe Verluste

Der Hersteller Nordzucker aus Braunschweig hatte bereits vor drei Wochen gewarnt: Trotz überdurchschnittlicher Rübenerträge drohten für das Geschäftsjahr hohe Verluste. Aufgrund weiterer schwieriger Marktentwicklungen wie Zöllen und Wechselkursschwankungen rechnet Nordzucker im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich.

In der Slowakei zieht Nordzucker nun Konsequenzen: Die Produktion am Standort Trencianská Teplá werde nach Abschluss der Kampagne 2025/26 daher eingestellt, kündigte der Konzern an. Mit dieser Entscheidung reagiere das Unternehmen auf ein herausforderndes Marktumfeld sowie die seit längerer Zeit rückläufige Profitabilität der Rübenzuckerproduktion am slowakischen Standort. Etwa die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort sollen ihren Job verlieren.

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