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Studie zu Standortvergleich

Niedersachsen macht Sprung bei Attraktivität für Unternehmen

Niedersachsen punktet mit guter Infrastruktur für Unternehmen. (Symbolbild)

Niedersachsen punktet mit guter Infrastruktur für Unternehmen. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Niedersachsen überholt sieben Bundesländer und glänzt mit guter Infrastruktur für Unternehmen. Doch bei Steuern und Finanzverwaltung gibt es Schwächen.

Von dpa Donnerstag, 29.01.2026, 05:10 Uhr

München/Hannover. Niedersachsen hat nach einer neuen Studie des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW einen deutlichen Sprung bei der Attraktivität für Unternehmen gemacht. Gegenüber der ersten Auflage der Studie im Jahr 2022 verbesserte sich kein Bundesland so stark wie Niedersachsen, das von Platz 10 auf 3 sprang, so das Ergebnis des Bundesländerindex. Auftraggeber der Untersuchung war die Stiftung Familienunternehmen in München.

Noch besser als Niedersachsen schnitten nur Bayern und der neue Spitzenreiter Sachsen ab. Schleswig-Holstein landete dagegen abgeschlagen auf dem drittletzten Platz der 13 Flächenländer. Die drei Stadtstaaten wertete das ZEW separat, dabei liegt Berlin vor Hamburg und Bremen.

Niedersachsen punktet beim Stromnetz

Punkten konnte Niedersachsen vor allem beim stark gewichteten Faktor „Infrastruktur“ mit einer Erstplatzierung unter den Flächenländern, gleichauf mit Sachsen. Das starke Abschneiden Niedersachsens sei insbesondere durch geringe Netzentgelte für Gewerbe- und Industriekunden sowie durch eine hohe Zuverlässigkeit des Stromnetzes zu erklären, hieß es. Das konnte eine schlechte Platzierung im Bereich Transportinfrastruktur ausgleichen.

Schwächen zeigte Niedersachsen dagegen in der Studie bei „Steuern“, „Arbeit & Humankapital“ und „Finanzierung“. Beim Faktor „Institutionen“ belegte Niedersachsen Platz zwei hinter Spitzenreiten Nordrhein-Westfalen und knapp vor Bayern und Baden-Württemberg. Weit abgeschlagen auf dem vorletzten Platz der Flächenländer landete Niedersachsen dagegen beim Teilindikator „Qualität der Finanzverwaltung“. Nur NRW war hier noch schwächer.

Hochschulbildung nicht mehr Spitze

Jede der fünf Kategorien in der ZEW-Studie umfasst mehrere Unterpunkte. So zählen bei „Arbeit und Humankapital“ die Qualität von Schulen, Hochschulen und Kinderbetreuung dazu. Beim Teilindikator „Hochschulbildung“ konnte Niedersachen hier Platz drei belegen. Bei der vorigen Untersuchung 2022 war Niedersachsen hier aber noch Spitzenreiter gewesen.

Die Münchener Stiftung Familienunternehmen arbeitet eigenständig und gehört nicht zum in Berlin sitzenden Verband der Familienunternehmer, von dem sich im Herbst zahlreiche Wirtschaftsvertreter distanzierten, nachdem dieser Gesprächsbereitschaft mit der rechtspopulistischen AfD angekündigt hatte.

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