Ministerin Behrens: Appell und Warnung an Vereine und Fans
Sieht vor dem Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 die Vereine und die Fans in der Pflicht: Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 zählt zu den brisantesten Derbys. Zuletzt war es friedlich. Das soll so bleiben, mahnt Innenministerin Daniela Behrens - sonst drohen Konsequenzen.
Braunschweig/Hannover. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hat vor dem Zweitliga-Derby von Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 an die Vereine und die Fußball-Fans beider Lager appelliert. Zugleich warnte sie die Beteiligten vor Konsequenzen, sollte es am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) rund um das Spiel zu massiven Vorfällen kommen.
„Die Sicherheitsbehörden haben ihren Job im Vorfeld gemacht. Nun liegt es bei den Vereinen und den Fans zu zeigen, dass Derbys in Niedersachsen ohne Gefährdung der Zuschauenden durch Gewaltausbrüche und Pyrobeschuss stattfinden können“, ließ die auch für den Sport zuständige Ministerin auf Anfrage mitteilen.
Behrens Appell an alle
Sie appelliere an alle, „die am Sonntag beim Derby in und vor dem Stadion in Braunschweig dabei sein werden, sich friedlich und im Sinne des Sportes zu verhalten“, sagte die 58-Jährige weiter. Zugleich machte sie erneut deutlich: „Sollte dies nicht der Fall sein, sehen wir uns gezwungen, zukünftig weitergehende Maßnahmen wie personalisierte Tickets, reduzierte Gästefan-Kontingente oder sogar Geisterspiele anordnen zu müssen.“
Laut Behrens wurde ein tragfähiges Sicherheitskonzept erstellt. „Dieses ist aus Sicht der Einsatzleitung der Polizei sowie der Experten in meinem Haus grundsätzlich geeignet, die Sicherheit der Veranstaltung zu gewährleisten“, sagte sie. Ein Schwerpunkt liege erneut auf den Einlasskontrollen und der baulichen und organisatorischen Trennung des Gästeblocks vom Rest des Stadions, erläuterte die Politikerin.
Zuletzt blieb es weitgehend friedlich
In der vergangenen Saison waren die beiden brisanten Duelle in Braunschweig und Hannover verhältnismäßig friedlich verlaufen. Laut Polizei sind auch an diesem Sonntag mehrere Hundert Beamte bei dem Hochsicherheitsspiel im Einsatz.

Stimmungsvoll und friedlich: So soll das Niedersachsen-Derby bei seiner 185. Auflage sein. (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/dpa
In den Jahren und Jahrzehnten zuvor war es bei Spielen zwischen den beiden niedersächsischen Rivalen immer wieder zu Ausschreitungen und vor allem dem Abbrennen von Pyrotechnik gekommen. In der Saison 2024/25 waren daher die Gäste-Kontingente bei den beiden Derbys stark eingeschränkt worden. Das hatte unter den Fans heftige Kritik ausgelöst.
Provokationen vor der 185. Derby-Auflage
Im Vorfeld des 185. Niedersachsen-Derbys war es bereits zu Provokationen und Vorfällen gekommen. Zwei Wochen vor dem Anpfiff waren vermummte Personen - mutmaßlich 96-Anhänger - in eine Halle in Braunschweig eingedrungen und hatten Utensilien der Fanszene von Eintracht Braunschweig entwendet. Zwischen beiden Lagern sei es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Die Ermittler leiteten Strafverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und des Raubes ein.
Zudem berichtete die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf die Polizei, dass in Hildesheim in der Nacht zum vergangenen Dienstag etwa 40 Plakate mit Hassbotschaften gegen Eintracht Braunschweig aufgetaucht seien. Auch in Celle, Peine und Gifhorn sollen Plakate aufgehängt worden sein.