Kompany reagiert auf Kovac: Bleiben in unserem „Tunnel“
Knackt Vincent Kompany mit dem FC Bayern in Köln den Bundesliga-Hinrundenrekord? Foto: Sven Hoppe/dpa
Der FC Bayern dominiert die Liga so arg, dass BVB-Coach Kovac schon vor dem Hinrundenende die weiße Fahne hisst. Die Münchner reagieren darauf - mit der Lust auf noch mehr Siege, Tore und Rekorde.
München. Für Trainer Vincent Kompany ändert die frühe Aufgabe von Borussia Dortmunds Coach Niko Kovac im Titelkampf der Fußball-Bundesliga nichts an der Gier des FC Bayern nach noch mehr Siegen, Toren und Rekorden. „Wir wollen in diesem Tunnel leben“, sagte Kompany vor dem Abschluss der Hinrunde am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Köln. „Ich möchte gar nichts herschenken. Das ist eine ganz große Motivation“, kündigte der Belgier an.
Der ehemalige Bayern-Trainer Kovac hatte angesichts der Ausnahmestellung des Rekordmeisters in dieser Saison und elf Punkten Rückstand des BVB auf den enteilten Spitzenreiter festgestellt: „Dass wir die Bayern nicht angreifen können, ich glaube, das sieht jeder. Dieses Team, diese Mannschaft hat schon eine Extraklasse, die in der Bundesliga im Moment so nicht zu sehen ist.“
„Der Titel ist noch nicht vergeben“
„Was andere sagen, können wir nicht beeinflussen“, entgegnete Bayerns Sportdirektor Christoph Freund auf die Worte aus Dortmund. „Wir müssen auf uns schauen. Wir sind in einer guten Verfassung. Wir spielen bis jetzt eine richtig gute Saison. Aber wir wissen auch, dass der Titel noch nicht vergeben ist. Es ist eine sehr gute Basis, die wir uns geschaffen haben. Aber wir müssen weitermachen.“
Drei Tage nach der 8:1-Gala gegen den VfL Wolfsburg könnten die Bayern mit einem Sieg in Köln die beste Hinserie der Bundesliga-Geschichte beschließen. Die Bestmarke sind 47 Punkte und plus 35 Tore aus der Spielzeit 2013/14 unter Pep Guardiola. Die Kompany-Bayern stehen vor dem 17. Spieltag bei 44 Zählern und plus 51 Toren.
Der 39 Jahre alte Kompany könnte damit in seinem zweiten Bayern-Jahr seinen langjährigen Trainer Guardiola übertreffen. Doch bei einem Vergleich mit dem spanischen Starcoach, der dreimal die Champions League gewann, winkte Schüler Kompany ab: „Ich kann mich nicht mit einem Trainer wie Pep vergleichen. Das ist unmöglich. Das ist ein verlorener Kampf - von Anfang an.“
Trotzdem ist der Liga-Rekord natürlich ein Ziel. Und Kompany reist mit einem guten Gefühl nach Köln, wo die Bayern Ende Oktober im DFB-Pokal mit 4:1 gewinnen konnten. „Die Jungs haben Bock auf Tore“, sagte er zur Gier in seinem Team um die Topstürmer Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz.
Auch in Köln ohne Kimmich und Musiala
Ein Comeback der Nationalspieler Joshua Kimmich und Jamal Musiala wird es in Köln nicht geben. „Für dieses Spiel ist es noch zu früh“, sagte Kompany. Dazu fehlen der gegen Wolfsburg am Sprunggelenk verletzte Josip Stanisic sowie Alphonso Davies, Sacha Boey (krank) und Nicolas Jackson (Afrika-Cup).