Jäger tödlich getroffen – 51-Jähriger angeklagt
Nach dem Tod eines Beteiligten einer Gemeinschaftsjagd Anfang vergangenen Jahres in Mecklenburg-Vorpommern ist nun Anklage gegen einen Jagdbeteiligten aus Niedersachsen erhoben worden. (Symbolbild) Foto: Silas Stein/dpa
Bei einer abendlichen Jagd trifft ein Schuss einen Jäger tödlich. Der mutmaßliche Schütze glaubte nach eigener Aussage, auf Wild zu zielen. Nun ist er angeklagt.
Schwerin. Nach dem Tod eines Jägers aus Niedersachsen bei einer Jagd in Mecklenburg-Vorpommern vor rund einem Jahr hat die Staatsanwaltschaft Schwerin nun Anklage gegen einen 51-Jährigen ebenfalls aus Niedersachsen erhoben. Der Mann aus dem Landkreis Cloppenburg sei der fahrlässigen Tötung beschuldigt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.
Früheren Angaben zufolge hatte unter anderem ein waffentechnisches Gutachten des Landeskriminalamtes ergeben, dass der Schuss mutmaßlich aus der Waffe des Beschuldigten kam. Der Schütze und das ebenfalls aus dem Landkreis Cloppenburg stammende 48-jährige Opfer hätten sich etwa 200 Meter voneinander entfernt jeweils auf Hochsitzen befunden.
Der Beschuldigte habe ausgesagt, „dass er eben dachte, dass er auf Wild zielt“, sagte der Sprecher nun. „Vorwurf der Anklage, zusammengefasst kann man sagen, ist, dass er sich eben nicht im ausreichenden Maße vergewissert hat, dass das, auf was er da zielt, tatsächlich Wild ist.“
Zu dem Vorfall kam es im Januar vergangenen Jahres bei einer Gemeinschaftsjagd bei Mustin im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Er ereignete sich früheren Angaben zufolge am Abend. Es sei bereits dunkel gewesen. Das Opfer war demnach von der Kugel in den Hals getroffen worden und sei sofort tot gewesen.
Wie die Aussage des Beschuldigten dazu passt, dass sich das Opfer auf einem Hochsitz befand, konnte der Sprecher nicht erklären. „Der Tatort wurde mit einer 3D-Rekonstruktion einmal erfasst und die Erkenntnisse, die man da gewonnen hat, die stehen jetzt nicht im Widerspruch zu dem, was er sagt.“ Zuständig für den Fall sei das Amtsgericht Ludwigslust.