Insolventer Pflegedienst in Bad Harzburg ist verkauft
Mit dem Verkauf der „Helske People Care“ sind laut Angabe des Insolvenzverwalters sowohl die rund 120 Arbeitsplätze als auch der Fortbestand der bisherigen Standorte gesichert, darunter der in der Goslarschen Straße in Bad Harzburg. Archivfoto: Exner
Sechs Wochen nachdem die Firma „Helske People Care“ mit ihrem Pflegedienst in Bad Harzburg Zahlungsunfähigkeit angemeldet hatte (die GZ berichtete), ist ein Käufer gefunden. Insolvenzverwalter Oliver Schartl von der Münchner Kanzlei „Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen“ sei es gelungen, die Investorengespräche zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, heißt es in einer Mitteilung.
Bad Harzburg/München. Laut Schartl übernimmt die „Pflegebienen GmbH“ als Tochtergesellschaft der „aiutanda“ Süd-Ost mit Sitz in Erfurt den gesamten Geschäftsbetrieb mit allen Standorten und Beschäftigten im Rahmen einer übertragenden Sanierung. Übertragungsstichtag sei bereits der 1. November gewesen, an dem das Amtsgericht München auch das Insolvenzverfahren über „Helske People Care“ offiziell eröffnet hat.
Die Tochterfirma der international tätigen Unternehmensgruppe „Helske“, mit Verwaltungssitz im irischen Dublin und deutschem Hauptsitz in München, betreibt acht ambulante Pflegedienste in Bayern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit aktuell rund 120 Mitarbeitern. „Nach der Veräußerung an die ,Pflegebienen GmbH‘ steht das Unternehmen wieder auf soliden Beinen. Ich freue mich sehr, dass der gesamte Geschäftsbetrieb mit all seinen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterlaufen und der Erwerber dem Unternehmen eine gute Zukunftsperspektive bieten kann“, wird Oliver Schartl zitiert. Dies sei auch angesichts des fortdauernden Notstands in der ambulanten Pflege ein wichtiger Erfolg.
„Wir haben jeden einzelnen Helske-Standort in den letzten Wochen besucht und sind von der Leidenschaft und dem Engagement der Mitarbeiter und deren Pflegedienstleitungen sehr angetan“, ergänzt der geschäftsführende Gesellschafter der „aiutanda“ Süd-Ost, Marcel Müller-Rechenbach.
Bereits während der ersten Gespräche mit den Verantwortlichen habe man viele Parallelen in Bezug auf die eigene Unternehmensphilosophie und Vision feststellen können. „Wir haben große Zuversicht, dass wir die einzelnen Standorte gemeinsam weiterentwickeln, Wohnprojekte realisieren und die Pflegedienstleitungen vor Ort bei dem Ausbau der Standorte unterstützen werden“, sagt Sebastian Weber, verantwortlich für die Projektentwicklung bei „aiutanda“.
Nach dem Eigenantrag auf Insolvenz der „Helske People Care“ aufgrund von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 7. September hatte das Amtsgericht München drei Tage später die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Oliver Schartl zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Zusammen mit den beiden Fremdgeschäftsführern habe der Rechtsanwalt den laufenden Geschäftsbetrieb stabilisieren können. Die Mitarbeiter erhielten laut Angaben der seiner Kanzlei ihre Löhne und Gehälter bis Ende Oktober weiter über das Insolvenzgeld der zuständigen Agentur für Arbeit München.