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Verbraucherpreise

Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende

Sprit, Strom und Gas waren nach Berechnungen des Bundesamtes im Dezember günstiger als ein Jahr zuvor. (Symbolbild)

Sprit, Strom und Gas waren nach Berechnungen des Bundesamtes im Dezember günstiger als ein Jahr zuvor. (Symbolbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Sprit und Strom günstiger, doch viele Dienstleistungen teurer. Warum die jüngsten Inflationsdaten Verbraucher trotzdem aufatmen lassen – und was Experten für 2026 erwarten.

Von dpa Freitag, 16.01.2026, 08:30 Uhr

Wiesbaden. Überraschende Entlastung für Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher zum Jahresende: Günstigere Energie und eine Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen haben die Teuerung in Deutschland im Dezember unter die auch psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent gedrückt. 

Mit 1,8 Prozent stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes so langsam wie in keinem Monat im vergangenen Jahr. Niedriger war die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft zuletzt im September 2024 mit seinerzeit 1,6 Prozent. Von November auf Dezember 2025 blieben die Verbraucherpreise unverändert.

Inflation im Jahresdurchschnitt wie 2024 bei 2,2 Prozent

Für das Gesamtjahr 2025 bestätigten die Wiesbadener Statistiker ebenfalls ihre vorläufigen Berechnungen: Im Jahresdurchschnitt des vergangenen Jahres stiegen die Verbraucherpreise hierzulande um 2,2 Prozent. Damit lag die Teuerungsrate in Deutschland auf dem gleichen Niveau wie 2024.

Beim täglichen Einkauf bekommen die Menschen die Inflation zu spüren. (Symbolbild)

Beim täglichen Einkauf bekommen die Menschen die Inflation zu spüren. (Symbolbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft: Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten, Einkommenszuwächse werden von der Teuerung aufgezehrt. Für den Euroraum strebt die Europäische Zentralbank (EZB) ein stabiles Preisniveau bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation an.

Sinkt die Teuerungsrate weiter?

Volkswirte erwarten, dass die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland im laufenden Jahr über der Marke von 2 Prozent bleiben wird. Es rechnet jedoch kein Experte mit rasant steigenden Preisen wie 2022 und 2023 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, als sich Energie und Lebensmittel sprunghaft verteuerten. Das Ifo-Institut prognostiziert für 2026 eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent und 2,3 Prozent für 2027.

Die von Ökonomen besonders beachtete Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie sank im Dezember zwar auf 2,4 Prozent, bleibt damit aber leicht erhöht. Für das Gesamtjahr haben die Statistiker einen Wert von 2,8 Prozent errechnet.

Gegen eine deutlichere Verlangsamung des Preisdrucks spricht nach Einschätzung von Ökonomen unter anderem der Preisanstieg beim Deutschlandticket und die Erhöhung des Mindestlohns, der sich auf den Dienstleistungssektor auswirkt.

Überdurchschnittliche Preissteigerungen bei Dienstleistungen 

Im Dezember verteuerten sich Dienstleistungen wie in den Vormonaten überdurchschnittlich um 3,5 Prozent. Darunter fallen etwa Personenbeförderungsdienste, soziale Dienstleistungen oder Versicherungen. Die Lebensmittelpreise hingegen lagen nur noch um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Butter und Olivenöl wurden zum Beispiel billiger. Allerdings kosten viele Nahrungsmittel deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Fleisch von Rind (+14,1 Prozent) und Geflügel (+6,3 Prozent) war im Dezember deutlich teurer als ein Jahr zuvor. 

Die Lebensmittelpreise sind nicht mehr so stark gestiegen wie in den Monaten zuvor. Dennoch merken die Menschen beim Einkauf: Viele Nahrungsmittel sind teurer als noch vor einigen Jahren. (Symbolbild)

Die Lebensmittelpreise sind nicht mehr so stark gestiegen wie in den Monaten zuvor. Dennoch merken die Menschen beim Einkauf: Viele Nahrungsmittel sind teurer als noch vor einigen Jahren. (Symbolbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Entspannung gab es im Dezember bei den Energiepreisen: Sprit, Strom und Gas waren nach Berechnungen des Bundesamtes im Dezember 1,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt war Energie sogar 2,4 Prozent günstiger als 2024. Ohne diesen Posten hätte die Jahresteuerungsrate 2,6 Prozent betragen.

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