Marine-Segler

„Gorch Fock“ gewinnt Regatta in Nordamerika

Segelschulschiff „Gorch Fock“ bei der Kieler Woche. (Archivbild)

Segelschulschiff „Gorch Fock“ bei der Kieler Woche. (Archivbild) Foto: Bodo Marks/dpa

Das Segelschulschiff der Deutschen Marine siegt bei der legendären Five Sister Trophy auf dem Weg von New York nach Boston. Der Kommandant dankt der Besatzung.

Von dpa 13.07.2026, 04:40 Uhr

Boston/Berlin. Regattasieg der „Gorch Fock“: Das Segelschulschiff der Deutschen Marine hat in Nordamerika nach 50 Jahren eine zweite eine Wettfahrt mit baugleichen Schwesterschiffen gewonnen. Der militärische Großsegler kam bei der Regatta „Five Sister Trophy“ nach rund 7,5 Stunden als erstes Schiff an, wie die Deutsche Marine mitteilte.

Auf dem Weg von New York nach Boston führte die rund 60 Seemeilen - rund 111 Kilometer - lange Rennstrecke über das anspruchsvolle Seegebiet rund um Cape Cod. Die deutsche Mannschaft konnte dabei die „Eagle“ (USA) um 38 Minuten, die „Sagres“ (Portugal) um eine Stunde und die „Mircea“ (Rumänien) um zwei Stunden hinter sich lassen. 

Die „Gorch Fock“ war wie ihre drei inzwischen noch aktiven Schwesterschiffe anlässlich der Feierlichkeiten zur 250-jährigen Unabhängigkeit der USA in New York. 

Kommandant: Seemannschaft, Disziplin und gemeinsamer Wille

Es war das zweite Mal, dass die bei Blohm+Voss gebauten Schiffe gegeneinander antraten. Vor 50 Jahren war die Wettfahrt schon einmal ausgetragen worden, damals zum 200-jährigen Jubiläum der USA. 

„Nach fünf Jahrzehnten hat die Gorch Fock die Five Sister Trophy wieder nach Deutschland geholt. Dieser Erfolg gehört meiner Besatzung“, sagte Kommandant Elmar Bornkessel. Und: „1976 haben unsere Vorgänger Geschichte geschrieben, heute durften wir dieses Kapitel fortschreiben. Dieser Sieg zeigt, was Seemannschaft, Disziplin und gemeinsamer Wille leisten können.“

Seglerisch seien alle Stellschrauben genutzt worden – in Teamarbeit und als Ergebnis der Ausbildung. „Sie ist so angelegt, dass sie sich auf alle Bereiche der Marine übertragen lässt“, sagte der Kapitän zur See. Das Schiff wird im September zurück in Deutschland erwartet.

Ein Schwesterschiff liegt im Hafen von Stralsund

Die „Gorch Fock“ wurde in den Jahren von 2016 bis 2021 komplett restauriert. Die Arbeiten wurden deutlich teurer als die zunächst geplanten zehn Millionen Euro. Die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zog schließlich einen Deckel bei 135 Millionen Euro ein. Gerichtsverfahren folgten, aber im Oktober 2021 war das Schiff - oft als Stolz der Marine bezeichnet - zurück in Kiel.

Ein älteres Schwesterschiff, der sanierte Traditionssegler „Gorch Fock 1“, ist ein Museumsschiff. Es liegt im Hafen von Stralsund. Das Schiff wurde 1933 gebaut und war Namensgeber dieser Schiffsklasse. Das aktuelle Segelschulschiff „Gorch Fock“ wurde 1958 als letztes Schiff dieser Klasse gebaut.

Die „Gorch Fock“ liegt im Hafen. (Archivbild)

Die „Gorch Fock“ liegt im Hafen. (Archivbild) Foto: Lars Penning/dpa

Kapitän zur See Elmar Bornkessel ist der Kommandant auf der „Gorch Fock“ (Archivbild)

Kapitän zur See Elmar Bornkessel ist der Kommandant auf der „Gorch Fock“ (Archivbild) Foto: Markus Scholz/dpa

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