Blütenpracht in Chiles Atacama-Wüste
An einem der trockensten Orte der Welt sprießen zahlreiche Blumen. Foto: Ignacio Villarroel/Agencia Uno/dpa
Ein Blumenmeer an einem der trockensten Orte der Erde: Dieses Kuriosum ist derzeit in der Atacama-Wüste zu bestaunen. Hintergrund ist das Klimaphänomen „El Niño“.
Huasco. In der Atacama-Wüste an der Pazifik-Küste Südamerikas ist derzeit ein besonderes Phänomen zu beobachten: An einem der trockensten Orte der Welt sprießen zahlreiche Blumen. Die Ursache für diese kuriose Situation im südlichen Frühling ist in dem Klimaphänomen „El Niño“ zu sehen, wie Aida Baldini Urrutia, die Leiterin der chilenischen Forstbehörde Conaf, in einem Interview des Senders CNN Chile erläuterte.
Was anderenorts Unheil anrichte, begünstige in der Atacama-Wüste das Wachstum von Pflanzen, informierte die Behördenleiterin. Die durch „El Niño“ verursachten Niederschläge führten dazu, dass auf einer Fläche von 17.000 Quadratkilometern rund 200 verschiedene Pflanzen gedeihen - und das in der trockensten nicht-polaren Wüste der Erde.
Blumen in der Wüste: Die Ursache für diese kuriose Situation im südlichen Frühling ist in dem Klimaphänomen „El Niño“ zu sehen. Foto: Ignacio Villarroel/Agencia Uno/dpa
Der Höhepunkt der Blütenpracht sei jetzt im Oktober zu beobachten, so Baldini Urrutia. Sie geht davon aus, dass noch bis Ende November die Pflanzen in der Wüste zu bestaunen sein werden.
Die Forstbehörde erwartet bis dahin insgesamt rund eine Million Besucher aus dem In- und Ausland, die wegen des Blütenmeers in die chilenischen Nationalparks Desierto Florido, Llanos de Cháyes und Pan de Azúcar kommen.
Das Klimaphänomen „El Niño“
Bei „El Niño“ handelt es sich um ein Phänomen, das weltweit das Wetter durcheinanderbringt. Ursache sind schwächere Passatwinde über dem tropischen Pazifik, wie die Weltwetterorganisation (WMO) erläutert.
Wenn warmes Wasser und Wolken an die sonst trockene Küste Südamerikas treffen, führt dies zu höheren Niederschlagsmengen, womit Überschwemmungen einhergehen können.

Der Höhepunkt der Blütenpracht ist jetzt im Oktober zu beobachten. Foto: Esteban Felix/AP/dpa
„El Niños“ dauern meist neun bis zwölf Monate, erreichen den Höhepunkt zwischen November und Februar und passieren alle zwei bis sieben Jahre.
„El Niño“ heißt übersetzt das Christkind. Der Name stammt von Fischern in Peru, die den Temperaturanstieg des Meeres oft in der Weihnachtszeit bemerkten. Für dieses Jahr hat die Weltwetterorganisation einen sehr starken „El Niño“ prognostiziert.

„El Niño“ führt zu höheren Niederschlagsmengen und lässt an überraschender Stelle Blumen sprießen. Foto: Esteban Felix/AP/dpa