„Sieg des Glaubens“: Bayern jubeln spät gegen St. Pauli
Am Ende konnten die Münchner um Luis Díaz (2.v.r.) doch jubeln. Foto: Sven Hoppe/dpa
Wie reagieren die Bayern auf die erste Saison-Niederlage? Antwort: Mit einem mühsamen 3:1 gegen den FC St. Pauli. In der Nachspielzeit treffen Díaz und Jackson.
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München. Manuel Neuer sprach von einem „Sieg des Glaubens“. Drei Tage nach der ersten Saison-Niederlage hat sich der FC Bayern München in der Nachspielzeit zu einem 3:1 (1:1) gegen den FC St. Pauli in der Fußball-Bundesliga gemüht. Die Angreifer Luis Díaz (90.+3 Minuten) und Nicolas Jackson (90.+6) erlösten den Tabellenführer mit ihren späten Toren.
„Wir haben nicht locker gelassen. Der Glaube, dass wir dieses Spiel noch für uns entscheiden, war beständig gewesen. Die zwei Tore noch zu erzielen, war eine Erlösung“, sagte Kapitän Neuer beim Streamingdienst DAZN.
Das 1:3 gegen den FC Arsenal im Topspiel der Champions League hatte viel Kraft gekostet. Und der Rekordmeister musste dann auch noch erneut einem Rückstand nachlaufen. Das verdiente Happy End wurde erzwungen. Der starke Kolumbianer Díaz verlängerte zunächst eine präzise Flanke von Joshua Kimmich mit Kopf und Schulter ins Tor. Joker Jackson erhöhte dann noch.
Drei Pfostenschüsse von Karl, Bischof und Kane
Raphaël Guerreiro hatte in der 44. Minute zum 1:1 ausgeglichen. Dazu verzeichneten die Münchner gleich drei Pfostenschüsse von Lennart Karl (23.), Tom Bischof (35.) und Harry Kane (81.). „Wir hatten Pech mit den Aluminium-Treffern“, sagte Neuer. Aber man habe nie den Glauben verloren.

Harry Kane reagiert frustriert nach einer Torchance. Foto: Sven Hoppe/dpa
Andreas Hountondji hatte St. Pauli in der 6. Minute in Führung gebracht. Für die Hamburger war es vor 75.000 Zuschauer in der Allianz Arena die neunte Niederlage in Serie - und trotzdem leistungsmäßig ein Schritt nach vorne. „Wir haben alles reingeworfen“, sagte Trainer Alexander Blessin. „Der Teamspirit ist da. Wenn du 90.+3 das Tor bekommst, ist das ärgerlich und schade.“
Viele hatten erwartet, dass der FC St. Pauli büßen müsste für den Bayern-Frust von London. Doch was geschah? Die Niederlage wirkte nach bei den national weiterhin unangefochtenen Münchnern. Sie begannen unkonzentriert.
Torschütze Hountondji verletzt raus
Nach einer Fehlerkette von Konrad Laimer über Kimmich bis zu Minjae Kim konnte Andreas Hountondji frei vor Torwart Neuer in die zu offene kurze Ecke abschließen. Pech für den Pauli-Stürmer: Nur wenige Minuten später musste er wohl mit einer Oberschenkelblessur vom Platz (18.).

Harte Arbeit für die Bayern, hier Jonathan Tah (r) gegen Pauli-Angreifer Daniel Sinani. Foto: Sven Hoppe/dpa
Im vierten Pflichtspiel nacheinander lagen die Bayern zurück. Und sie taten sich - anders als beim 6:2 im letzten Ligaspiel gegen Freiburg - ziemlich schwer beim Comeback. Karl schoss an den linken Pfosten, ein abgefälschter Schuss von Bischof knallte rechts ans Aluminium. Es lief nicht rund.
Díaz Aktivposten in Offensive
Díaz wurde nach einem Traumpass von Kane im Strafraum von Pauli-Verteidiger Hauke Wahl gestoppt (37.). Doch die Münchner Offensivstars blieben dran und belohnten sich noch vor der Pause. Einen starken Pass von Kim spitzelte Díaz im Strafraum im Liegen mit der Hacke zu Guerreiro. Der Portugiese, der auf der Zehner-Position begann, traf zum 1:1.

Vor dem Anpfiff verabschiedeten die Bayern-Bosse den langjährigen Bayern-Profi Kingsley Coman (2.vl). Foto: Sven Hoppe/dpa
Mit der Einwechselung von Michael Olise verstärkte Kompany zur zweiten Hälfte die Münchner Offensiv-Power noch. Doch leicht und flüssig wurde das Angriffsspiel auch mit dem Franzosen auf dem Flügel nicht. Die kompakt verteidigenden Gäste aus Hamburg hielten den Druckwellen stand. Am Ende war bei einem Konter sogar die Chance zur Sensation da, bevor doch noch die Bayern zwei Tore bejubeln konnten. „Das war ein zähes Spiel, wir mussten kämpfen. Aber der Sieg zeigt die Moral“, sagte Präsident Herbert Hainer.