Zähl Pixel
Was hinter dem Aberglauben steckt

Freitag, der 13. – die Legende vom Unglückstag

Das Foto zeigt ein Kalenderblatt für Freitag, den 13.

Freitag, der 13., ist mit Aberglauben belegt und gilt als Unglückstag. 2026 fallen gleich drei Freitage auf den 13. Das nächste Mal im November. Foto: Foto: Schmidt/dpa

Freitag, der 13.: In diesem Jahr gibt es gleich drei Monate mit dem unseligen Datum. Aber woher stammt dieser Aberglaube? Alles über Freitage und die Zahl 13.

Von Von Jörg Kleine Freitag, 13.03.2026, 04:00 Uhr

Grummelt‘s irgendwie im Bauch? Heute ist ja Freitag, der 13. Und just 2026 gehört zu den seltenen Jahren, in denen es Freitag, den 13., gleich dreimal gibt. Aber warum gilt Freitag, der 13., eigentlich als Unglückstag, woher stammt diese Vorstellung – und was hat es auf sich mit diesem Aberglauben? Die GZ ist der Sache auf die Spur gegangen.

Mancher Zeitgenosse denkt an solchen Tagen an den Horrorfilm „Freitag der 13.“. Der Streifen von 1980 und seine späteren Fortsetzungen strotzen geradezu vor Gruselszenen und lassen so manchen Kinobesucher von damals bis heute erschaudern, wenn im Kalender ein schnöder Freitag auf den 13. eines Monats fällt.

Aller Unglückstage sind drei

Ganz nüchtern betrachtet, ist Freitag, der 13., zunächst eine Frage der kalendarischen Mathematik. Jedes Jahr hat mindestens einen solchen Tag – und maximal drei Freitage, die auf den 13. eines Monats fallen. 2026 ist also ein ganz besonderes Jahr: Es ist kein Schaltjahr, und der 13. Februar fiel bereits auf einen Freitag. Da der Februar nur 28 Tage hat, liegen auch der 13. März und der 13. November auf einem Freitag. Zuletzt gab es diese Konstellation 2015. In Schaltjahren, also wenn der Februar 29 Tage hat, können die 13. in den Monaten Januar, April und Juli auf einen Freitag fallen.

In Japan ist es ein Glückstag

Warum solche Tage nach alter Volksweisheit mit besonderem Unglück verbunden werden, ist nicht eindeutig zu klären. Überdies gilt das nicht weltweit, denn in manchen Kulturen steht die Zahl 13 sogar für besonderes Glück – in Japan beispielsweise, aber auch in der jüdischen Kultur.

Für germanische Völker war die 13 hingegen schon in grauer Vorzeit eine Unglückszahl der Götter. Ein später entstandener christlicher Mythos hat ebenfalls mit der vermeintlichen Unglückszahl zu tun: Beim letzten Abendmahl von Jesus blieb Judas als 13. Gast fern und verriet den Sohn Gottes. So galt die Zahl 13 im Volksmund lange auch als „Dutzend des Teufels“.

Das Foto zeigt den Fußballspieler Thomas Müller mit der Nummer 13 auf dem Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Müller jubelt mit ausgebreiteten Armen über ein Tor.

Thomas Müller jubelnd in Aktion für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Am 14. November 2014 trifft Müller mit der Nummer 13 im EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar zum 2:0. Es ist ein Freitag. Foto: Archivfoto: Hase/dpa

„Das Dutzend des Teufels“

Dieser Aberglaube hat sich trotz Aufklärung, Wissenschaft und Statistik bis heute erhalten. Etliche Hotelketten weisen kein 13. Stockwerk oder kein Zimmer mit der Nummer 13 aus. Und manche Fluggesellschaft verzichtet auf eine 13. Sitzreihe.

Die Zwölf hingegen steht in vielen Kulturen und Traditionen für etwas Gutes, eine runde Sache. Für die zwölf Apostel etwa, die zwölf Stämme Israels, zwölf Monate im Jahr, zwölf Stunden auf der Uhr, zwölf Sternzeichen, zwölf Götter bei Römern und Griechen – oder das gute Dutzend als Mengenangabe. Wenngleich ein Schlag „voll auf die Zwölf“ durchaus unheilvoll sein kann, könnte man augenzwinkernd anfügen.

Festtag oder Trauertag?

Der Freitag wiederum steht nach christlicher Überlieferung für viele als Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde. In der Tradition ist das der Karfreitag vor Ostern – der Trauertag und Fastentag, an dem Menschen des Leidens Christi gedenken. Im Gegensatz zu katholischen Gegenden stand der Freitag im eher protestantischen Norden Deutschlands lange Zeit aber durchaus für einen Glückstag. Viele Paare ließen sich freitags trauen – also „freien“.

Doch wie kommt nun im Volksmund das doppelte Unglück zustande – also die Verbindung von einem Freitag und der Zahl 13? Das wissen vermutlich nicht mal die Götter genau. In jedem Fall ist der unselige Mythos vom Freitag, dem 13., noch nicht besonders alt. Irgendwann zum Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts muss er sich in der westlichen Hemisphäre festgesetzt haben.

Aberglaube in modernen Zeiten

Einen Hinweis liefern etwa US-amerikanische Tageszeitungen. Sie druckten 1907 ein Buch von Thomas William Lawson als Fortsetzungsroman. Der Titel: „Friday the 13th“. Lawson war durch Spekulationen an der Börse stinkreich geworden und hatte dann einen Börsenroman mit besagtem Titel geschrieben, der schnell in verschiedenen Sprachen auf den Markt kam, darunter auch im deutschen Kaiserreich.

1916 brachte der deutsch-österreichische Regisseur Richard Oswald den Film „Freitag, der 13. Das unheimliche Haus“ ins Kino. Im Film ging es um eine Familie, deren Mitglieder stets an einem Freitag, dem 13., starben.

Der „schwarze Freitag“

Nichts zu tun hat der sprichwörtliche Unglückstag hingegen mit dem „schwarzen Freitag“ oder gar dem „Black Friday“. Der „schwarze Freitag“ bezieht sich auf den Börsencrash vom 25. Oktober 1929, der aber in Wahrheit ein Donnerstag war – und deshalb in den USA auch „schwarzer Donnerstag“ heißt. Das liegt an der Zeitverschiebung, denn in Europa war schon der Freitag angebrochen.

An jenem 24. Oktober 1929 brachen die Kurse an der New Yorker Börse ein, was die Weltwirtschaftskrise forcierte – und letztlich das Ende der „Goldenen Zwanziger“ markierte. Einen wahren „schwarzen Freitag“ erlebte die Börse in Deutschland schon 1927, als just am Freitag, dem 13. Mai, die Kurse um mehr als 30 Prozent sackten.

Shopping am „Black Friday“

Der in heutigen Zeiten populäre „Black Friday“ hat derweil weder mit Börsencrash noch mit der Unglückszahl 13 zu tun. „Black Friday“ ist eine aus den USA importierte Rabattaktion im Einzelhandel. Den Hintergrund gibt „Thanksgiving“, eine Art Erntedankfest in den USA und Kanada.

Dieser Feiertag fällt immer auf den vierten Donnerstag im November. Viele Menschen nutzen deshalb den folgenden Freitag als Brückentag für ein verlängertes Familienwochenende. Der Freitag Ende November gilt deshalb auch als Startschuss für die Weihnachtssaison samt Shopping-Tour mit vollen Läden.

Woher nun die Bezeichnung „schwarzer Freitag“ für die seit 13 (!) Jahren auch in Deutschland propagierte Rabattschlacht stammt, ist ebenfalls nicht genau geklärt. Das Online-Lexikon Wikipedia bietet etwa folgende Erklärung: In den 1960er Jahren bezeichnete zuerst die Polizei in der Großstadt Philadelphia den Tag nach Thanksgiving als „Black Friday“, weil so viele Menschen mit dem Start des Weihnachtseinkaufs für Chaos auf den Straßen und in den Geschäften sorgten.

Das allerdings sollte an einem Freitag, dem 13., in Deutschland nicht passieren. Ruhe und Besonnenheit sind angesagt. Selbst wenn Millionen Menschen in den USA, aber auch in Deutschland tatsächlich unter regelrechten Angstzuständen vor diesem Datum leiden, ist es ein ganz normaler Tag. Oder doch nicht?

Weniger Unfälle am 13.

Das „Handwerksblatt“ verweist in einer aktuellen Nachricht jedenfalls auf eine Statistik der R+V-Versicherung. Demnach verlaufen die vermeintlichen Unglückstage im Schnitt sogar ruhiger als andere Tage. Andere Versicherungen und der ADAC verwiesen in der Vergangenheit wiederholt darauf, dass dies auch für die Unfallstatistik im Straßenverkehr gilt.

Mögliche Ursachen liegen auf der Hand: Viele Menschen sind an einem Freitag, dem 13., vermutlich besonders vorsichtig. Somit hätte der Aberglaube im Allgemeinen sogar eine positive Wirkung – und der 13. wäre in Wahrheit ein Glückstag.

Andere leiden an solchen Tagen unter einer regelrechten Angststörung.

Seelendoktoren haben dafür sogar einen besonderen Namen gefunden: Paraskavedekatriaphobie. Manche trauen sich also gar nicht erst aus dem Bett.

Für Fußballstar Thomas Müller ist 13 eine Glückszahl

Auswertungen von Krankmeldungen in Deutschland geben Hinweise darauf, dass an einem Freitag, dem 13., deutlich mehr Krankschreibungen vorliegen als üblich.

Wer nun ins Zweifeln gekommen ist, kann es derweil halten wie Thomas Müller: Die FC-Bayern-Legende trug mit Vorliebe die Nummer 13 auf dem Fußballtrikot – und traf das Tor nachweislich auch an Freitagen.

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!
Weitere Themen aus der Region