Zähl Pixel
GZ-Archiv

GZ Plus IconDas Molkenhaus öffnet Samstag wieder

Im Mai 2021 präsentiert sich Klaus Moschny (im Vordergrund) zusammen mit einigen Mitarbeitern, seiner Schwester Kassandra Moschny sowie Verpächtern, Nationalparkleuten und Harzklubs-Vorständlern stolz vor dem Molkenhaus. Nun hat er dort Hausverbot. Archivfoto: Schlegel

Im Mai 2021 präsentiert sich Klaus Moschny (im Vordergrund) zusammen mit einigen Mitarbeitern, seiner Schwester Kassandra Moschny sowie Verpächtern, Nationalparkleuten und Harzklubs-Vorständlern stolz vor dem Molkenhaus. Nun hat er dort Hausverbot. Archivfoto: Schlegel

Bad Harzburg. Das Molkenhaus geht wieder an den Start. Ab Pfingstsamstag steht die Waldgaststätte mitten im Nationalpark nach zweijähriger Schließung wieder für Ausflügler offen. Coronabedingt vorerst nur mit der Außengastronomie. Aber der neue Pächter, Klaus Moschny, hat schon einige Pläne für die Zukunft.

Von Holger Schlegel Montag, 17.05.2021, 15:36 Uhr

Das Molkenhaus hat eine lange Geschichte, die aber im Februar 2019 ins Stocken geriet. Die Pächter Beate Menz und Sabi Said stellten den Betrieb ein und seither war die Ausflugsgaststätte geschlossen. Wanderer standen vor verschlossenen Türen.

Damit endeten auch andere lieb gewonnene Traditionen, die mit dem Haus verknüpft waren. Der Harzklub konnte sein Maisingen dort nicht mehr veranstalten und zog auf den Burgberg um. Die Wildfütterung hinter dem Haus gehörte plötzlich ebenso der Vergangenheit an wie die damit verbundenen Kastaniensammelaktionen für Kinder zur Herbstzeit.

Es war ein Loch entstanden, diese Erfahrung machte auch der zuständige Nationalparkförster Rolf Maßmann, der immer wieder angesprochen wurde, ob und wann das Molkenhaus wieder öffnen würde. Und oft habe er auf seinen Runden durchs Revier enttäuschte Wandergruppen getroffen, die sich auf den Bänken vor der verwaisten Gaststätte zu einer Rast einfanden. Nur konnten sie mangels eines Pächters nicht bewirtet werden.

Die Suche nach neuen Betreibern dürfte mühsam gewesen sein. Bewerber habe es viele gegeben, erklärte jetzt Dieter Färber, dessen Familie das Haus gehört. Lange sei kein Interessent dabei gewesen, der ein passendes Konzept gehabt habe. Sogar über einen Verkauf des gesamten Ensembles sei deshalb nachgedacht worden, so Färber. Und dann kam auch noch Corona dazu, was natürlich den Neustart für einen Gastronomen auch nicht unbedingt einfacher machte.

Doch im Dezember interessierte sich Klaus Moschny für das Objekt. Als Betreiber des „Oberharzer Wilddiebs“ in Clausthal-Zellerfeld sind er und seine Familie mit uriger Harzer Gastronomie vertraut. Färber und Moschny wurden sich handelseinig. Nur wurde natürlich noch ein wenig abgewartet – die Corona-Regelungen sollten halbwegs passen.

Und das tun sie jetzt. Zumindest Außengastronomie ist wieder möglich und genau damit starten Moschny und sein Team nun am kommenden Samstag. Quasi ein aus der Not geborenes „Soft Opening“ Von 9.30 bis 18 Uhr wird es täglich am Molkenhaus Getränke und kleine rustikale Snacks geben. In guter alter Waldgaststätten-Tradition können die Gäste im Biergarten auch ihre Rucksackverpflegung essen, nur die Getränke mögen sie bitte schön vom Molkenhaus kaufen. Mindestens. Auch die Toiletten werden ab Samstag geöffnet sein. Und der Maibaum, der traditionell den ganzen Sommer über vor dem Molkenhaus steht, soll wieder aufgerichtet werden. Noch ist ja Mai.

Natürlich wird die Gastronomie auch dort oben im Wald nur unter den jeweils geltenden Corona-Regeln ablaufen dürfen. Aber die werden ja, so hoffen alle Beteiligten, in den kommenden Sommermonaten peu à peu gelockert. Über kurz oder lang wird Moschny dann selbstverständlich auch den Innenbereich der Gastronomie öffnen.

Bevor es soweit ist, werden auch Gespräche mit dem Nationalpark geführt, denn es gibt noch viele Details rund um das künftige Angebot, die geklärt werden müssen. Stichworte sind unter anderem die Wildfütterung, der Grillplatz sowie die Öffnungszeiten. „Das wird ganz in Ruhe erörtert“, sind sich Moschny und Maßmann einig.

Die Planungen sollen in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten über die Bühne gehen, sagt Moschny. Weswegen er auch bereits den Harzklub-Vorsitzenden und Wanderführer Alfred Heineke bei sich am Tisch sitzen hatte. Themen waren da natürlich neben traditionellen Veranstaltungen wie eben dem Maisingen auch geführte Wanderungen.

Moschny und seine Familie werden auch neue Arbeitsplätze schaffen. Erst nur nach Bedarf, aber eines Tages, wenn alles unter „Volllast“ laufen kann, werden es um die 20 die Männer und Frauen sein, die dort oben einen Job bekommen.

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!

Weitere Themen