Weiter Wirbel um Lärmmessungen in Lengde und Wiedelah
Kurz, nachdem der A 36-Lärmschutzwall bei Lengde im Juli 2020 fertiggestellt war, wurde Kritik laut, dass er nichts bringt – Messungen starteten. Archivfoto: Hohaus
Nachdem die Lärmmessungen an der Autobahn 36 bei Wiedelah und Lengde eingestellt wurden, macht sich Enttäuschung in den Ortschaften breit und außerdem die Frage, wie es nun weitergeht.
Lengde/Wiedelah. Das Thema Lärmmessung ist für die Lengder Ortsvorsteherin sowie den Wiedelaher Ortsvorsteher nicht erledigt, auch wenn die Datenerhebung in den direkt an der A36 gelegenen Dörfern erst einmal gestoppt ist (die GZ berichtete). Mit einer Anfrage richten sich Lisa Linder und Uli Bock an die Goslarer Stadtverwaltung.
„Lärm durch zunehmenden Verkehr kennen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger von Lengde und Wiedelah, sondern es ist auch in vielen anderen Stadtteilen und Ortschaften ein Thema“, schreibt das Duo. Die Anzahl der Fahrzeuge, die jeden Tag an bewohntem Gebiet vorbeifahren, habe in den vergangenen 40 Jahren stetig zugenommen. Die SPD-Ratsfraktion habe daher im Jahr 2019 Anträge für Lärmmessungen in Lengde und Wiedelah gestellt.
Bauliche Maßnahmen seien dabei nicht das Ziel gewesen, da dafür nur errechnete Lärm-Werte herangezogen werden dürfen. Die Initiatoren der Messungen versprachen sich aber „doch eine Unterstützung im Nachweis der Lautstärke und der Notwendigkeit eines angemessenen Lärmschutzes“. Wie berichtet, installierte die Stadtverwaltung mithilfe der Goslarer IT-Firma Bornemann fünf Messstellen in Wiedelah und zehn in Lengde. „Die Hoffnung war groß, dass wir genügend Material zusammenbekommen, um einen Nachweis über die Lautstärke zu haben, die wir hier aushalten müssen“, so die Lengder Ortsvorsteherin Lisa Lindner. Im Bauausschuss seien am Ende dann Ergebnisse aus gerade einmal vier Monaten vorgestellt worden – vier von 16 Monaten, in denen gemessen wurde. Grenzwerte seien dabei nicht überschritten worden.
Die Stadt hatte zudem eingeräumt, dass viele Datensätze keine brauchbaren Informationen beinhalten, es aber nun einmal zum Wesen eines Pilotprojektes gehöre, dass nicht alles funktioniert. Die Firma Bornemann hatte sich schließlich Ende 2021 vom Projekt verabschiedet. „Wir sind enttäuscht“, ziehen Lindner und Bock Bilanz. Bei so einem langen Zeitraum habe man sich mehr Ergebnisse erhofft: „Wir wussten weder, dass es sich um ein Pilotprojekt handelt, noch wann es weitergeht oder ob die Daten, die wir jetzt haben, überhaupt belastbar sind, wenn die restlichen Messungen doch zu keinem Erfolg geführt haben.“
Die Stadt hatte angedeutet, dass die Lärmmessungen in Wiedelah und Lengde wieder aufgenommen werden sollen. Auch dazu wollen Lindner und Bock durch ihre Anfrage Genaueres herausbekommen.