Pflegebranche sucht Fachkräfte
Auf dem GZ-Hof feiert das erste Job-Speed-Dating für die Pflege Premiere: Ein Vorstoß, um die Arbeitgeber der Branche bei ihrer Bewerbersuche zu unterstützen. Fotos: Kempfer
Wie kann man die Pflegebranche unterstützen? Firmen und Institutionen brauchen dringend Nachwuchs. Das erste Job-Speed-Dating auf dem Hof der GZ war ein erster Versuch.
Goslar. Das Format war gut, der Tag als Branchentreff erfolgreich – da waren sich die Organisatoren und Teilnehmer des ersten „Job-Speed-Dating“ der GZ für Pflegeberufe einig. Leider blieb die Resonanz hinter den Erwartungen zurück.
Aller Anfang ist schwer? Ein zweiter Versuch ist nicht ausgeschlossen. GZ-Mitarbeiter Christian Linde hieß die Vertreter der Pflegebranche und die ersten Interessenten auf dem Hof der Goslarschen Zeitung willkommen, der sich in einen kleinen Messebereich verwandelt hatte. Alle zwölf „Aussteller“ hatten Kleinigkeiten mitgebracht, vom Kugelschreiber über Tragetaschen bis zum Datenträger. Was sie aber eigentlich an den Mann und die Frau bringen wollten, waren Jobs. Pflegekräfte sind aus bekannten Gründen rar; wer heute diesen Beruf ergreifen will, kann sich seinen Arbeitgeber nahezu aussuchen.
Nina Wodicka bittet zur nächsten Runde.
Wenn GZ-Mitarbeiterin Nina Wodicka das Glöckchen schüttelte, wechselten die wenigen Interessenten an den nächsten Tisch – und informierten sich über Angebote und Arbeitsbedingungen.
Zu den elf Teilnehmern der ersten Runde gehörte der Theresienhof, der mit seiner am öffentlichen Dienst angelehnten Bezahlung zwar gut lachen hat, aber dennoch Verstärkung für die Pflege und die Hauswirtschaft brauchen kann; Christian Probst warb für ein „angenehmes Arbeiten“. Am Tisch nebenan sagte Diane Bremer, Pflegedienstleiterin der Diakonie-Station Goslar, ganz offen: „Pflegekräfte brauchen wir händeringend.“
„Wir haben Nachwuchs- und Verstärkungsbedarf.“
Das ist auch bei der Klinik Dr. Fontheim in Liebenburg nicht anders. Gesucht wird laut Ausbilderin Susanne Alfeldt in allen Sparten: „Wir haben Nachwuchs- und Verstärkungsbedarf.“ „Geld spielt mehr denn je eine Rolle, es muss eine angemessene Vergütung geben“, weiß Pflegedirektor Georg Schnieders. Gutes Personal werde von allen gesucht. Die Situation habe sich in den vergangenen zwei Jahren verschärft: „Die Menschen sind alle erschöpft.“
Apocare sucht vor allem Auszubildende, um sich gutes Personal auch für den ambulanten Bereich heranzuziehen, erläuterten Nadine Donat (Pflegedienstleitung) und Sebastian Dücker (Geschäftsleitung). Daher biete man vor allem Zeit für eine gute Ausbildung. Was wirklich zählt, betonte Donat: „Man muss das Herz haben für die Pflege.“