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Neuer Vorstand gewählt

FDP-Kreisverband Goslar verjüngt und digitalisiert sich

FDP-Kreisvorsitzender Florian Schmidt mit seinen Stellvertretern Ali Abo-Hamoud (3. v. re.) und Susanne Pfau (4. v. li.) und den weiteren Vorstandsmitgliedern (v. li.) Dieter Wolff, Karl-David Heindorf, Lisa Binder, Ismail Giannattasio, Detlef Wolfgang Mauer und Dominik Barz.  Foto: Laura Schmidt

FDP-Kreisvorsitzender Florian Schmidt mit seinen Stellvertretern Ali Abo-Hamoud (3. v. re.) und Susanne Pfau (4. v. li.) und den weiteren Vorstandsmitgliedern (v. li.) Dieter Wolff, Karl-David Heindorf, Lisa Binder, Ismail Giannattasio, Detlef Wolfgang Mauer und Dominik Barz. Foto: Laura Schmidt

Florian Schmidt ist seit 2017 Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Goslar. Jetzt wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt und hat abermals eine junge und ehrgeizige Truppe im Vorstand um sich geschart.

Von Oliver Stade Sonntag, 08.10.2023, 15:00 Uhr

Goslar. Der Langelsheimer Florian Schmidt (48) bleibt FDP-Kreisvorsitzender und setzt seinen Kurs fort, die Partei zu verjüngen und zu modernisieren. Außerdem sollen sich die Liberalen häufiger in Debatten zu Wort melden, kündigte er beim jüngsten Kreisparteitag an. Ehrengast war der FDP-Landesvorsitzende Konstantin Kuhle.

 

Konstantin Kuhle

Konstantin Kuhle

Während des Kreisparteitags ging es neben den Wahlen und Berichten aus dem Vorstand um Themen wie Migration, den Umgang mit der AfD und um Kritik am Gästeticket Hatix. In seinem Vortrag sprach Kuhle (siehe auch Interview auf der Hintergrund-Seite) über aktuelle politische Themen. Die Stimmung im Land nannte er „ausgesprochen schlecht“. In einer Atmosphäre zunehmender Polarisierung würden Politiker, aber auch Richter und Journalisten attackiert. Es gelte aber, „die Institutionen der liberalen Demokratie zu verteidigen“.

Thema Migration

Mit Blick auf die Debatte um die Migration sagte Kuhle, der zudem Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Göttingen/Osterode ist: „Die Zahlen müssen runter.“ Er plädierte für ein gemeinsames europäisches Asyl-System. Eine der zentralen Fragen laute: „Wen lassen wir rein?“ Die FDP wolle mehr reguläre Migration und weniger irreguläre. Den Grünen warf er in der Migrationspolitik Versäumnisse vor, Moldau und Georgien müssten endlich zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden. Zudem müssten Rückführungen erleichtert werden.

Ein weiteres großes Thema war die Energieversorgung, Kuhle nannte es Heuchelei, dass Deutschland aus anderen Ländern Gas importiert, hingegen die eigenen Gasvorräte nicht nutze. In der anschließenden Diskussion spielte die Migration ebenfalls eine große Rolle. Ein regionales Thema war das Urlauberticket Hatix, das über Gästekartenbeiträge finanziert wird und freie Fahrt in Bussen gewährt. Mehrere FDP-Mitglieder kritisierten Hatix. Das Ticket diene nur dazu, den öffentlichen Personennahverkehr zu subventionieren. Vor allem aus Clausthal-Zellerfeld gebe es eine breite Ablehnung, hieß es. Am Montag berät der Kreistag darüber, das Ticket fortzuführen.

Eine Kampfabstimmung

Florian Schmidt prägt mittlerweile die FDP im Landkreis Goslar: Der frühere Christdemokrat trat 2013 in die Partei ein und wurde zunächst zum Schatzmeister des Kreisverbands gewählt, 2017 dann erstmals zum Vorsitzenden. Beim Kreisparteitag am Donnerstag trat er zum vierten Mal an. 24 der26 Delegierten stimmten für ihn.

Wie in der Vergangenheit schlug Schmidt diejenigen vor, die ihm im Vorstand zur Seite stehen sollen – alle wurden gewählt. Dazu hatte er ein Organigramm mit einer Aufgabenverteilung präsentiert. Dazu gehört weiterhin ein Social-Media-Team. An den Namen des Vorstands lässt sich ablesen: Der Kreisverband verjüngt sich weiter und setzt auf digitale Kommunikation. Zu seinem Stellvertreter wurde Ali Abo-Hamoud aus Clausthal-Zellerfeld gewählt, er ist Vorsitzender der Julis, der FDP-Nachwuchsorganisation. Abo-Hamoud kündigte an, stärker mit den Mitgliedern ins Gespräch kommen zu wollen. Zweite stellvertretende Vorsitzende ist die aus Bad Harzburg stammende Susanne Pfau. Die 44-Jährige, die sich als engagiert und ehrgeizig bezeichnete, war zuvor für die Pressearbeit zuständig. Schmidt sagte, der Vorstand werde „weiblicher und vielschichtiger“.

Zu einer Kampfabstimmung kam es bei der Wahl des Schriftführers. Ismail Giannattasio aus Goslar, der in diesem Jahr sein Abi abgelegt hat und von Schmidt vorgeschlagen wurde, setzte sich gegen den bisherigen Schriftführer Horst Rienitz aus Bad Harzburg durch. Giannattasio hatte angekündigt, Protokolle während der Sitzungen anzufertigen, damit sie gleich im Anschluss vorliegen.

Schatzmeister des Kreisverbandes bleibt Karl-David Heindorf. Zu Beisitzern wurden Dominik Barz, Lisa Binder (beide Seesen), Detlef Wolfgang Mauer (Altenau), Kathrin Weiher (Bad Harzburg) und Dieter Wolff (Goslar) gewählt. Mauer (59), der als Immobilienverwalter arbeitet, wurde als Europakandidat nominiert.

Dr. Lauterbach geehrt

 

Ralph Bogisch

Ralph Bogisch

Mit Ralph Bogisch, dem Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes, hatte die FDP einen weiteren Gast. Für seinen Appell eines parteiübergreifenden „bürgerlichen Schulterschlusses“, um „gegenüber der AfD ein Zeichen zu setzen“, erhielt er viel Zustimmung. Bogisch bot an, sich „auf Kreisebene und vielleicht darüber hinaus, enger zu verzahnen und für gemeinsame Themen zu werben“.

 

 

 

 

Dr. Jürgen Lauterbach

Dr. Jürgen Lauterbach

Eine besondere Ehrung erhielt der Okeraner Dr. Jürgen Lauterbach. Dieter Wolff würdigte die Leistung des Mediziners, der viele Jahre den FDP-Kreisverband geleitet hat, im Kreistag aktiv ist, Stadtratsmitglied in Goslar war und sich als Vorsitzender für den VfLOker engagiert. Konstantin Kuhle gratulierte ebenfalls und steckte ihm die Theodor-Heuss-Medaille in Silber ans Revers.

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