Doppelte Toiletten-Lösung am Goslarer Bahnhof
Oberhalb der ehemaligen Taxi-Zentrale in der Bahnhofsunterführung soll eine langfristige Toilettenlösung geschaffen werden: ein Container auf Stelzen, der von der Straße aus begehbar ist. Fotos: Epping
Dass es am Goslarer Bahnhof keine öffentliche Toiletten-Anlage gibt, ist seit Jahren ein Streitthema in Goslar. Viele Stunden wurde bereits in Gremien darüber diskutiert, es gab politische Vorstöße und verschiedene Ideen. Nun hat das Goslarer Gebäudemanagement (GGM) eine Doppellösung vorgestellt, die sowohl schnell, als auch auf Dauer das Toilettenproblem lösen soll.
Kurzfristig, so die Idee von GGM-Chef Oliver Heinrich, könne ein Toilettenwagen barrierefrei zwischen dem sogenannten ehemaligen Zirkusabladeplatz und der Klubgartenstraße aufgestellt werden. Das städtische Grundstück ist verwildert und nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt. So könnte die Ver- und Entsorgung über die Leitungen unter der Klubgartenstraße erfolgen. Eine andere Möglichkeit gebe es nicht, erläuterte Heinrich. Im Bereich des gesamten Bahnhofsvorplatzes seien keine Kanäle für eine Ver- und Entsorgung verlegt. Derzeit ist es so, dass Passanten die (nicht barrierefreie) Toilette der Bahnhofsgaststätte „Celtic Inn“ nutzen können – allerdings nur während der Öffnungszeiten. Weil das Lokal während der Corona-Lockdowns geschlossen war und so gar keine öffentliche Toilette am Bahnhof mehr zur Verfügung stand, mietete die Stadt einen Toilettenwagen an, der vom Dezember 2020 bis Mai 2021 direkt am Bahnhofsvorplatz stand. Die Ver- und Entsorgung lief jedoch über die Infrastruktur des „Celtic Inn“, die Möglichkeit gibt es laut Heinrich in Zukunft nicht mehr.
Auf lange Sicht würde laut GGM eine Toilettenanlage im Eckbereich der Bahnhofsunterführung am meisten Sinn ergeben. Und zwar, so die Idee, soll der Container oberhalb der ehemaligen Taxizentrale auf einer Stelzenkonstruktion stehen, und so ebenerdig zur Straße barrierefrei zugänglich sein. Ver- und Entsorgung könne über die Leitungen der stillgelegten Taxizentrale erfolgen.
Als Kostenschätzung für diese Lösung gibt das GGM rund 200.000 Euro an, zuzüglich der Betriebskosten. Ein entsprechender Ansatz könnte im Haushalt 2022 berücksichtigt werden. Der Umbau würde dann rund zwölf Wochen in Anspruch nehmen.
Für die kurzfristige Variante am Zirkusabladeplatz rechnet das GGM mit mehreren 10.000 Euro Kosten, die aus den aktuellen Förderprogrammen für die Innenstadt fließen könnten. Auch dort kämen die Betriebskosten hinzu. Als Bauzeit werden vier bis zwölf Wochen angegeben.
Wann eine der beiden Varianten Realität werden kann, ist noch offen. GGM-Chef Heinrich will bei der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses am 8. Januar einen genaueren Ausblick geben.
Als kurzfristige Variante könnte ein Toilettenwagen zwischen Klubgartenstraße und dem ehemaligen Zirkusabladeplatz aufgestellt werden.