Verpasster Dopingtest: Ex-Wimbledonsiegerin lange gesperrt
Marketa Vondrousova wurde für einen verpassten Dopingtest für vier Jahre gesperrt. (Archivbild) Foto: Andreas Gora/dpa
Einen versäumten Dopingtest erklärte Tennisspielerin Marketa Vondrousova mit Angst, Stress und dem Gefühl, zu Hause nicht mehr sicher zu sein. Nun steht ihre Sperre fest.
London. Wegen eines verpassten Dopingtests ist die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova für vier Jahre bis zum 21. Juni 2030 gesperrt worden. Dass die Tschechin am 3. Dezember 2025 keine Probe abgab, müsse nach den Anti-Doping-Regeln wie ein positiver Befund gewertet werden, teilte die zuständige International Tennis Integrity Agency (ITIA) mit.
Damit werde verhindert, dass ein Dopingsünder oder eine Dopingsünderin auf diesem Wege eine härtere Strafe vermeide. Vondrousova, die seit Januar nicht mehr auf der WTA-Tour angetreten ist, kann gegen die Entscheidung noch beim Internationalen Sportgerichtshof Cas vorgehen.
Vondrousova fühlt sich zermürbt und nicht mehr sicher
Die 26-Jährige hatte den versäumten Dopingtest im April mit einer Angststörung begründet. Der Vorfall habe sich ereignet, „weil ich nach Monaten körperlicher und seelischer Belastung an meine Grenzen gestoßen bin“, schrieb die Tschechin, die 2023 in Wimbledon triumphiert hatte, bei Instagram. In eindringlichen Worten schilderte sie, dass ein Doping-Kontrolleur am späten Abend an ihrer Tür geklingelt habe, ohne sich ordnungsgemäß auszuweisen.
„Ich habe so reagiert, wie es jemand tut, der in diesem Moment Angst hatte. Es ging darum, mich sicher zu fühlen, und nicht darum, irgendetwas zu vermeiden“, erklärte Vondrousova und schrieb auch über ihre mentale Gesundheit. Sie habe „lange mit Verletzungen, ständigem Druck und Schlafproblemen“ zu kämpfen gehabt. Dies habe sie zermürbt. „Darüber hinaus haben jahrelange hasserfüllte Nachrichten und Drohungen dazu geführt, dass ich mich in meinem eigenen Zuhause nicht mehr sicher fühle.“
Begründung überzeugt nicht
Dass Stress, die mentale Gesundheit und Sicherheitsbedenken ihre Entscheidung beeinflussten, gab die Tennisspielerin laut ITIA auch bei der Anhörung an. Dies sei aber „keine überzeugende Rechtfertigung“ gewesen, hieß es.
„Unsere Tester sind gut ausgebildet und professionell, und das Geschlecht unseres Testbeobachters stimmt immer mit dem des Spielers überein“, sagte ITIA-Chefin Karen Moorhouse: „Sie tragen stets einen Ausweis bei sich, und die Spieler haben die Möglichkeit, ihre Identität auf andere Weise zu überprüfen, falls sie sich einmal unsicher sind.“