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Verkehrssicherheit

Straßenwärterin Kurs-Weschke trotzt Schnee und Anfeindungen

Alexandra Kurs-Weschke fährt in einer Halle mit einem Räumfahrzeug.

Alexandra Kurs-Weschke fährt in einer Halle mit einem Räumfahrzeug. Foto: Benjamin Müller/dpa

Mit orangefarbener Jacke und viel Erfahrung trotzt Kurs-Weschke nicht nur Eis und Schnee, sondern auch Beleidigungen. Warum sie ihren Job trotzdem liebt und was sie motiviert.

Von dpa Freitag, 30.01.2026, 05:10 Uhr

Goslar. Um Straßen und Gehwege sicher zu halten, sind die Einsatzkräfte der Straßenmeistereien aktuell täglich im Einsatz. Eine von ihnen ist Alexandra Kurs-Weschke: Die 33-Jährige arbeitet für die Straßenmeisterei in Goslar und sorgt dort für sichere Verkehrswege.

33 Jahre alte verheiratete Mutter macht die Straßen sicherer

Die verheiratete Mutter eines Kindes ist seit 12 Jahren in Goslar als Straßenwärterin aktiv und blickt schon auf eine Gesamtlaufbahn von 15 Jahren zurück. Sie ist als Fachkraft für den verkehrssicheren Betrieb und Unterhalt von Straßen und Wegen verantwortlich.

In ihrer orangefarben leuchtenden Arbeitskleidung verbreitet die 33-Jährige das Streusalz auf den Straßen Goslars, um die Fortbewegung für die Verkehrsteilnehmer in ihrem Bezirk sicherer zu machen. Der Streuvorgang sei zwar schon ein gutes Stück automatisiert. Dennoch müsse sie besonders auf die weiteren Verkehrsteilnehmer wie Autos oder Fußgänger achten.

Den Unmut einzelner Autofahrer, wenn einzelne Straßenabschnitte bislang nicht geräumt sind, kann Kurs-Weschke verstehen. Jedoch müsse sich auch die Straßenmeisterei den Witterungsbedingungen anpassen und leiste ihre Arbeit so gut sie könne.

„Als Kind ist das faszinierend, wenn der Schnee dann wirklich fliegt“

Auch für brenzlige Situationen im Verkehr bringt die Straßenwärterin in zweiter Generation inzwischen die nötige Erfahrung mit. „Man atmet dann zwei- oder dreimal tief durch, und dann geht es weiter“, sagt sie. Früher sei sie mit ihrem Vater schon einige Male mitgefahren. „Als Kind ist das faszinierend, wenn dann wirklich Schnee liegt und wenn der Schnee dann wirklich fliegt, ist das schon schön.“

Als Frau auf so einem großen Gefährt ernte Kurs-Weschke gemischte Reaktionen. „Von vielen Lkw-Fahrern gibt es einen Daumen. Manche schütteln einfach nur den Kopf. Aber die meisten erkennen es gar nicht und denken nur, ach, das ist einer in Orange.“

„Es ist immer wunderbar, dass wieder ein Tag geschafft ist“

Schnee ist für die Straßenwärterin immer etwas Besonderes: „Wenn Schneefall ist, ist es immer aufregender und spannender. Man erlebt viel mehr, es kann viel mehr passieren, man muss viel mehr aufpassen. Aber es ist immer wunderbar, dass wieder ein Tag geschafft ist und wieder Leute von A nach B fahren können.“

Der Job macht Kurs-Weschke nach eigenen Angaben großen Spaß, sie wolle „nirgendwo anders hin“. Am meisten ärgere sie jedoch das Unverständnis einzelner Bürger. „Wir werden beschimpft, beleidigt und können ja eigentlich nichts dafür. Wir machen ja auch nur unseren Job.“

Sie wurde mehrfach bepöbelt und einmal mit Flaschen beworfen

Sie selbst sei schon mehrfach bepöbelt und einmal mit Flaschen beworfen worden. Die Mutter sei enttäuscht von denjenigen Bürgern, die sie nicht respektieren. Trotz allem gibt ihr Job der 33-Jährigen nach eigenen Angaben viel Sinn: Wenn sie mal wieder an einem Tag dafür gesorgt hat, dass Kinder in die Schule, Erwachsene zur Arbeit und Kranke ins Krankenhaus fahren können.

Kurs-Weschke arbeitet für die Straßenmeisterei in Goslar und sorgt dort für sichere Verkehrswege.

Kurs-Weschke arbeitet für die Straßenmeisterei in Goslar und sorgt dort für sichere Verkehrswege. Foto: Benjamin Müller/dpa

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