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Vor Topspiel der 2. Bundesliga

„Schlechte Erfahrungen“: Zwei Wolfsburger heiß auf Hertha

Fabian Reese vom VfL Wolfsburg beim Spiel gegen Osnabrück.

Fabian Reese vom VfL Wolfsburg beim Spiel gegen Osnabrück. Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Wolfsburger Fabian Reese und Muhammed Damar spielten einst für den nächsten Gegner Hertha BSC. Bei der Rückkehr nach Berlin wird Reese besonders im Fokus stehen - aber Damars Groll ist größer.

Von dpa 01.11.2026, 04:50 Uhr

Wolfsburg. Tabellenführer Hertha BSC gegen Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg: Auf dieses Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga sind zwei Ex-Berliner beim VfL am kommenden Samstag (20.30 Uhr/Nitro und Sky) besonders heiß. Wolfsburg-Star Fabian Reese wurde wegen seines überraschenden Weggangs von der Hertha sogar schon von gegnerischen Fans ausgepfiffen. Spielmacher Muhammed Damar ist gebürtiger Berliner und musste in der Hertha-Jugend einst im Alter von 15 Jahren gehen.

„Die Dezibel-Rate wird etwas höher sein“, sagte Reese dem NDR nach dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen den VfL Osnabrück über seine Rückkehr ins Olympiastadion. Durch seinen Wechsel nach Wolfsburg ist aus einer Berliner Identifikationsfigur in nur kurzer Zeit eine Art Berliner Reizfigur geworden. Die Pfiffe, die ihn sogar bei Auswärtsspielen in Karlsruhe oder Nürnberg trafen, hätten ihn in den vergangenen Wochen „ganz gut vorbereitet“ auf das Wiedersehen mit dem Ex-Verein. „Ziemlich viel Meinung für ziemlich wenig Hintergrundinformation“, sei da seiner Meinung nach bei den gegnerischen Fans im Spiel gewesen.

Reese über Hertha: „Ich freue mich riesig darauf“

Sportlich ist der 28-Jährige auch in Wolfsburg längst ein Schlüsselspieler. Beim 2:0 gegen Osnabrück schoss Reese das erste Tor selbst (30. Minute) und bereitete das zweite durch Damar (50.) sehenswert vor.

„Das ist einfach ein Topspiel. Es ist doch ganz toll, dass beide Mannschaften da oben stehen“, sagte er über die Partie in Berlin. „Ich freue mich riesig darauf und natürlich wird es total ungewohnt. Ich muss aufpassen, dass ich nicht auf die falsche Seite gehe.“

Bei seiner Rückkehr nach Berlin will sich Reese darauf konzentrieren, „dass ich ganz viele Leute wiedertreffe“, sagte er: „Mitspieler, ehemalige Mitspieler, Freunde, Bekannte, Mitarbeitende. Auch nicht jeder Fan wird pfeifen. Meine Familie wird im Stadion sein.“

Damar über Hertha: „Riesenmotivation“

Damars Geschichte mit dem nächsten Gegner geht sogar noch tiefer: Von 2015 bis 2019 spielte der 22-Jährige in der Hertha-Jugend - bis er aus sportlichen Gründen aussortiert wurde. „Ich habe eine Riesenmotivation. Ich komme aus Berlin und habe da, will ich mal sagen, schlechte Erfahrungen gesammelt. Ich wurde damals rausgeschmissen“, sagte Damar. Die Begründung sei gewesen: „Es reicht nicht.“ Deshalb will er am nächsten Samstag zeigen, „dass ich hier bin und dass sie einen Fehler gemacht haben“. 

Der sechsmalige deutsche U21-Nationalspieler schoss schon einmal im Berliner Olympiastadion ein Tor gegen die Hertha: im September 2024 beim 4:1-Sieg mit seinem damaligen Club SV Elversberg. 

So etwas wie Rachegefühle gegenüber den Verantwortlichen der Berliner hat Damar jedoch nicht. „So eklig bin ich nicht“, sagte er. „Wir haben kein schlechtes Blut. Ich mag ja den Verein immer noch. Damals als Kind war es für uns immer so: Hertha - wow! Ein Topclub, der beste Club in Berlin. Die Ausbildung da ist super. Und wenn du da den Weg nicht weitermachen darfst - das tut weh.“

Heiß auf die Rückkehr nach Berlin: Die beiden Wolfsburger Muhammed Damar (oben) und Fabian Reese beim 2:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück.

Heiß auf die Rückkehr nach Berlin: Die beiden Wolfsburger Muhammed Damar (oben) und Fabian Reese beim 2:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück. Foto: Swen Pförtner/dpa

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