Was 1885 als „Männerturnverein Vienenburg“ mit 40 jungen Männern als Mitgliedern begann, ist heute ein aktiver Stadtteil-Sportverein mit mehr als 20 Sparten und Hunderten Sportbegeisterten. Schon damals hieß es in der Satzung, Zweck des Vereins sei „Gelegenheit und Anleitung zur Geregelten Leibesübungen zu geben, als ein Mittel zur körperlichen und sittlichen Kräftigung“. Daran hat sich in den über 140 Jahren nicht viel geändert: „Zweck des Vereins ist die Förderung des Sports. Der Satzungszweck wird verwirklicht, indem er seinen Mitgliedern Gelegenheit und Anleitung zu geregelten Übungen in Turnen, Sport und Spiel gibt und den Breiten – und Leistungssport gleichwertig fördert.“
Darum kümmern sich die zahlreichen Fachwarte der Sparten, die Bewegung in den verschiedensten Variationen bieten, von Prellball bis Gesundheitssport, von Handball bis Crossminton. Wir wollen hier einen Auszug der Sparten vorstellen, um zu zeigen, wie vielfältig der Verein unterwegs ist, und um vielleicht noch mehr Menschen dafür zu begeistern, sich im Vereinsrahmen körperlich zu betätigen.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Zum einen tut man etwas für die eigene Gesundheit und Fitness, zum anderen bietet ein Sportverein immer auch etwas Essenzielles: Gemeinschaft. Diese zu erleben und selbst mit Leben zu füllen wird in den heutigen Zeiten immer wichtiger. Nicht zu vergessen ist auch der Wettbewerbsgedanke, denn auch diejenigen, die sich gerne mit anderen messen, finden bestimmt ihre passende Nische. Und last but not least: Der MTV sorgt mit seinen Angeboten dafür, dass von Kindesbeinen an der motorische Apparat in die richtigen Bahnen gelenkt wird.
Aber der MTV tut nicht nur etwas für Bewegung, er kann auch auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Im vergangenen Jahrhundert waren die beiden Weltkriege die größten Zäsuren im Vereinsleben. Das führte nach dem 2. Weltkrieg sogar zu Umbenennungen und Einschränkungen. Erst 1949 durfte der MTV seinen alten Namen wieder annehmen. Lange fehlte es an genügend Hallenflächen. Dieser Mangel fand erst 1979 mit der Fertigstellung der Dreifach-Sporthalle sein Ende. Der MTV florierte und erfreute sich großer Beliebtheit, denn in den folgenden Jahren konnte das 1000. Mitglied begrüßt werden. Der Verein war in der Mitte der Bevölkerung und der Stadt Vienenburg angekommen und nahm an diversen Festen und Feierlichkeiten teil. Mit der Einführung der Ganztagsschulen begann ein schleichender Mitgliederschwund: 2016 gab es nur noch etwa 700 Mitglieder. Die nächste Zäsur, die der MTV zu überstehen hatte, war die Coronazeit, und das nicht nur durch die von den Lockdowns ausgelösten Einschränkungen und Verbote für den Breitensport. Viel schlimmer war der Sanierungsbedarf der Dreifach-Halle, die sich über mehr als vier Jahre hinzog. Den vollständigen Betrieb konnte der MTV erst wieder im Oktober 2024 aufnehmen. Zu diesem Zeitpunkt war die Mitgliederzahl auf 550 zusammengeschrumpft und verschiedene Wettkampfgruppen waren der Hallenschließung zum Opfer gefallen. Seitdem haben Übungsleiter und Aktive alles darangesetzt, die Angebote wiederzubeleben, und das mit Erfolg.
Dem MTV Vienenburg geht es gut und die Verantwortlichen freuen sich über alle treuen Mitglieder und auf viele neue Gesichter.
Alle weiteren Infos gibt es auf https://www.mtv-vienenburg.de und per Telefon bei Sabine und „Kuddel“ Ross unter (0 53 24) 34 94.

Starten wir mit der Turnsparte, für den Fachwartin Sabine Ross verantwortlich ist. Turnen ist der Beginn von allem, speziell das Eltern-Kind-Turnen. Sobald der Nachwuchs stehen bzw. laufen kann, bietet der MTV diese Aktivität an.
Den Einstieg macht ein Parcours mit diversen Geräten und Gerätschaften, die die Kinder, assistiert von ihren Elternteilen, ausprobieren können. Klettern, rollen, hüpfen, balancieren und anderes werden hier gefördert.
Wer dem entwächst, kann beim „Kuddel-Turnen“ mit Kurt „Kuddel“ Ross einsteigen, das sich an Kindergarten- und Grundschulkinder richtet. Hier sind Jungen und Mädchen schon getrennt unterwegs.
Die nächste Stufe ist das allgemeine Mädchenturnen, aus dem heraus auch in die Leistungsgruppe gewechselt werden kann. Ebenfalls zur Turnsparte zählen die Kurse „Fitness for Kids“ für Kinder von 6 bis 9 Jahren oder ab 9 Jahren.
Aber „Turnen“ ist ja nicht nur etwas für Kinder: Die Erwachsenen können aus dem Vollen schöpfen: „step-aero-dance“ ist eine Kombination aus Step-Aerobic und tänzerischen Elementen, hier treffen sich derzeit Frauen zwischen 20 und 60 Jahren, Männer können aber natürlich auch teilnehmen.
Tri-Lo-Chi mit Nadine Gürtler verbindet westliche Tanz- und fernöstliche Sportarten wie Aerobic, Pilates, Bauch-Beine-Po, mit Yoga, Tai-Ji und QiGong.
Mit „Timeless“ findet sich auch eine feste Jazz-Dance-Formation in der Sparte. Den Einstieg ins Tanzen gibt es übrigens schon für Kinder ab der zweiten Klasse. Die Allround-Gymnastik rundet diese so wichtige Sparte ab.
Trainingszeiten:
Eltern-Kind-Turnen: Mittwoch, 16-17 Uhr, Dreifachsporthalle
Kuddel-Turnen: Dienstag, Mädchen 15.30-16.30 Uhr, Jungen 16.30-17.30 Uhr, Sporthalle Grundschule
Turnen Mädchen (allgemein): Dienstag, 16-17.30 Uhr, Dreifachsporthalle
Turnen Mädchen (Leistung): Donnerstag, 17-19 Uhr, Dreifachsporthalle
Jazz-Dance klein: Donnerstag, 16-17 Uhr, Dreifachsporthalle
Jazz-Dance ab 2. Klasse: Mittwoch, 17-18 Uhr, Dreifachsporthalle
Jazz-Dance Frauen: Donnerstag, 19.15-21.15 Uhr, Sporthalle Grundschule
Timeless: Donnerstag, 19-20.30 Uhr, Dreifachsporthalle
Fitness for Kids: Donnerstag, ab 6 Jahre 16-17 Uhr, Dreifachsporthalle
Allround-Gymnastik: Mittwoch, 18.30-19.30 Uhr, Sporthalle Grundschule
step-aero-dance: Montag, 18-19.15 Uhr, Dreifachsporthalle
Tri-Lo-Chi: Mittwoch, 18.30-19.30 Uhr, Dreifachsporthalle
Fünf Mannschaften haben sich gebildet, die den Sport, bei dem sich zwei Mannschaften mit je vier Spielern gegenüberstehen, betreiben. In Turnieren wird die Kreisliga ausgespielt.
Auszug Wikipedia: „Das Prellen, von dem das Spiel seinen Namen hat, ist das Hinunterschlagen des Balles mit der geschlossenen Faust oder mit dem Unterarm, wobei nicht nur der Ball, sondern auch der Unterarm eine deutliche Abwärtsbewegung erkennen lassen muss. Den Ball lediglich abprallen zu lassen, wird als technischer Fehler gewertet. Ziel des Spieles ist es, den Ball so auf den Boden der eigenen Spielfeldhälfte zu prellen, dass er über die Leine auf die Seite des Gegners gelangt und dort vom Gegner nicht regelgerecht angenommen werden kann. Dabei darf der Ball sowohl direkt aus der Luft als auch nach einer Bodenberührung angenommen werden. Der Ball muss nach jedem Spielerkontakt innerhalb der eigenen Mannschaft genau einmal auf dem Boden aufprellen. Jeder Spieler darf dabei den Ball während eines Spielzugs nur einmal prellen. Die drei Phasen eines Spielzugs sind üblicherweise Annahme, Aufspiel und Angriff. Spätestens mit der dritten Berührung muss der Ball wieder über die Leine gespielt werden.“
Trainingszeiten:
Mittwoch, 19.30-22 Uhr, im Rahmen von „mensport“, Sporthalle Grundschule

Bleiben wir bei den Bällen: Volleyball kam vor Jahren als Sparte hinzu, hatte zwischendurch aber eine schwierige Phase. Vor zwei Jahren, nach Abschluss der Hallensanierung, wurde die Sportart wieder aufgenommen und wird von den Aktiven nun im Hobbybereich betrieben.
Die Ursprünge: Aus einer anfänglichen Hobby-Gruppe, die nur kleine Turniere ausspielte, entwickelte sich sogar eine Mannschaft für den Wettspielbetrieb. Auch Beach-Volleyball konnte angeboten werden. Leider musste der Wettspielbetrieb unter anderem wegen der Hallensanierung aufgegeben werden. Was die Abwanderung einiger Aktiver nach sich zog. Umso mehr freut sich der MTV, dass Volleyball mit Fachwart Heiko Winter doch noch fester Bestandteil der Sparten ist.
Trainingszeiten:
Mittwoch, 19.30-22 Uhr, Dreifachsporthalle
Insgesamt 16 Mannschaften sind für den Spielbetrieb gemeldet, und das über alle Altersklassen hinweg. Los geht es mit den „Minis“ (F-Jugend, also Kinder zwischen 7 und 9 Jahren). Zwei Mannschaften spielen in der E-Jugend, zwei in der D-Jugend, eine in der C-Jugend und drei in der B-Jugend. Komplettiert wird das Feld von drei Erwachsenen-Mannschaften. Für den Nachwuchs und die die missionarische Handball-Arbeit sorgt die HSG ebenfalls: Sie hat in der Region die „Grundschulliga“ etabliert, in der bei Turnieren die Handball-AGs verschiedenen Schulen gegeneinander antreten können. Außerdem im Programm: „5 aside“, eine Handball-Variante für Menschen, die ihre Sportart nicht mehr voll ausüben können.
Gespielt wird auf einem Kleinfeld ohne Körperkontakt mir einem weicheren Ball. Altersgrenzen gibt es hier nicht.
Trainingszeiten:
Diverse Mannschaften, Dienstag, 17.30-22 Uhr, und Freitag, 16-22 Uhr, Dreifachsporthalle, genauere Informationen über den MTV
Dazu braucht man einen Schläger ähnlich einem Squash-Racket, einen Speeder (spezieller, schwererer Federball) und Bänder oder Leinen, mit denen zwei 5,5 mal 5,5 Meter große Quadrate abgesteckt werden können. Diese liegen sich im Abstand von 12,8 Metern gegenüber und es gibt kein Netz. Gespielt werden Einzel oder Doppel. Ein Punkt gilt als gewonnen, wenn der Speeder den Boden innerhalb des gegnerischen Spielfeldes berührt, der Gegner den Speeder ins „Aus“ schlägt oder der Speeder zweimal geschlagen wird. Hier sind ebenfalls mehrere Mannschaften im Wettbewerb unterwegs, eine davon sogar in der 1. Bundesliga.
Der Reiz des Sports besteht zum einen in der Geschwindigkeit (der Speeder erreicht bis zu 290 km/h) und zum anderen darin, dass Crossminton eben sowohl in der Halle als auch im Park oder am Strand gespielt werden kann.
Froh ist der MTV Vienenburg, dass auch Badminton unter Wilfried Lühking immer noch dabei ist. Hobbysportler aus allen Altersgruppen spielen an den Trainingsabenden auf mittlerweile sechs Feldern.
Trainingszeiten:
Crossminton: Montag, 19.15-22 Uhr, Dreifachsporthalle
Badminton: Mittwoch 18.30-22 Uhr, Dreifachsporthalle
In der Rückenschule kümmert sich Physiotherapeutin Nadine Gürtler mit entsprechenden Übungen um das Wohl unserer wichtigsten und am meisten vernachlässigten Körperstütze.
Übungszeiten:
Rücken-Fit: Dienstag, 18-20 Uhr, Sporthalle Grundschule
Rückenschule: Montag, 19-20.15 Uhr, Dreifachsporthalle
Aktiv 50+ Männer: Freitag, Kleine Halle der Vicco-von-Bülow-Schule
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