Korvette „Lübeck“ feierlich im Hamburger Hafen getauft
Die Korvette „Lübeck“ wird voraussichtlich 2028 an die Deutsche Marine übergeben. Foto: Christian Charisius/dpa
Erste Schiffstaufe unter Rheinmetall-Flagge: Warum der Name „Lübeck“ für die Marine mehr bedeutet als nur Tradition.
Hamburg. Mit der Taufe der Korvette „Lübeck“ im Hamburger Hafen hat das inzwischen zehnte und vorerst letzte neue Schiff der Klasse 130 für die Deutsche Marine einen entscheidenden Schritt erreicht. Nun folgten die endausgerüstete Inbetriebnahme, die Funktionsüberprüfungen und Abnahmen, ehe das 89 Meter lange und etwa 400 Millionen Euro teure Boot voraussichtlich 2028 an die Bundeswehr übergeben werden könne, teilte die Rheinmetall-Division Naval Systems mit.
Erste Schiffstaufe seit Übernahme durch Rheinmetall
Die Taufe selbst am Hamburger Rheinmetall-Standort Blohm+Voss übernahm Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann. Es war die erste Schiffstaufe seit der NVL-Übernahme durch den Rüstungskonzern Rheinmetall Anfang März. Verkäufer war die Bremer Werftengruppe Lürssen.
Dass die Korvette den Namen der Stadt Lübeck trage, sei eine Ehre und zugleich auch ein Signal der Verbundenheit mit den Streitkräften, die einen wichtigen Dienst für die Sicherheit des Landes und den Frieden in der Welt leisteten, sagte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). „Die Soldatinnen und Soldaten sollen wissen, wo immer sie im Dienste unseres Landes unterwegs sind, die Hansestadt Lübeck fühlt sich ihnen verbunden und zu großem Dank.“
Stadtwappen und Bücher für die „Lübeck“
Lindenau überreichte für die Korvette ein Stadtwappen der Hansestadt sowie fünf für Lübeck wichtige Bücher: ein Bildband der Hansestadt Lübeck, ein Buch mit Geschichte der Hanse und jeweils ein Buch der drei Nobelpreisträger der Stadt: Willy Brandt, Thomas Mann und Günter Grass.

Die Korvette ist insbesondere für küstennahe Operationen konzipiert und damit für die Aufklärung und die Seezielbekämpfung vor allem in Nord- und Ostsee geeignet. Foto: Christian Charisius/dpa
Der Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, Vizeadmiral Axel Deertz, nannte die Korvette ein Statement, „dass Deutschland der maritimen Sicherheit im Ostseeraum verpflichtet bleibt und den stetigen Trend fortschreibt, mehr Verantwortung am scharfen Ende zu übernehmen“.
Gleichzeitig beklagte er jedoch die lange Beschaffungsdauer. „Während diese Verzögerungen außerhalb der Streitkräfte entweder mit einem Achselzucken oder entsprechend scharf formulierter Presse begleitet werden, bedeuten sie für die Marine jedes Mal, aus dem dünnen Bestand zu kompensieren.“
Korvette für küstennahe Operationen konzipiert
Die neuen Korvetten sind den Angaben zufolge insbesondere für küstennahe Operationen konzipiert und damit für die Aufklärung und die Seezielbekämpfung vor allem in Nord- und Ostsee geeignet. Gefertigt werden die Schiffe durch die Arbeitsgemeinschaft K130 unter Federführung der Rheinmetall-Division Naval Systems. Beteiligt sind auch die Marineunternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) und German Naval Yards, die ihren Sitz in Kiel haben.

Großer Bahnhof bei der Taufe der Korvette „Lübeck“. Foto: Christian Charisius/dpa
Die „Lübeck“ gehört zur sogenannten Braunschweig-Klasse 130, von der die Marine fünf Schiffe zwischen 2008 und 2013 in Dienst gestellt hatte. 2017 folgte ein Auftrag über fünf zusätzliche Korvetten. Vor der „Lübeck“ wurden bereits die „Augsburg“, die „Köln“, die „Emden“ und die „Karlsruhe“ getauft.
Papperger: Taufe nicht mit Übergabe eines Panzers vergleichbar
Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der ebenfalls angereist war, sagte, das sei seine erste derartige Taufe gewesen. „Von den Emotionen her ist so eine Schiffstaufe natürlich etwas, was nicht vergleichbar ist zur Übergabe eines Panzers.“ Die Marine sei da sehr fortschrittlich. „Ich würde sagen, nach der Marine kommt dann die Luftwaffe und dann erst das Heer.“ Aber da Rheinmetall in allen Bereichen aktiv sei, „können wir gemeinsam vielleicht davon lernen“.
Der Chef der Rheinmetall-Division Naval Systems, Tim Wagner, erklärte, mit der Taufe sei eine wichtige Etappe im Gesamtprojekt erreicht. „Unser Blick richtet sich nun auf die kommenden Meilensteine, die mit der Ablieferung der beiden Korvetten „Emden“ und „Köln“ an unseren Kunden ihre Höhepunkte in diesem Jahr erreichen werden.“