Hype um ein Fohlen - für 75.000 Euro nach Dubai
Ein Mann und sein Zebra? Nein: Es ist ein Pferd. Foto: Sven Kaeuler/dpa
So ein Pferd sieht man selten: Ein Fohlen aus Brandenburg hat mit seiner besonderen Zeichnung einen kleinen Hype ausgelöst - und kostet viel Geld.
Fehrbellin. Welche Fell-Pracht: Ein wild geschecktes Hengstfohlen aus dem brandenburgischen Fehrbellin erfreut derzeit Pferdefreunde weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus. Im Netz sind die Videos von dem farbenfrohen Tigerschecken mit dem Namen J-Nimon K ein Renner. Einen besonderen Bekanntheitsschub erlangte das Tier, als es für stattliche 75.000 Euro bei einer Versteigerung in Wien verkauft wurde.
Doch was ist das Besondere an dem grazilen Fohlen? „Eindeutig die Farbe“, sagt Züchter Steffen Krehl. J-Nimon K sehe mehr oder weniger aus wie ein Dalmatiner, ein Dalmatiner-Zebra oder eine Giraffe. „Wo ich ihn das erste Mal im Gras habe liegen sehen, habe ich gedacht: Oh, ein kleiner Hund. So sah es aus.“
Selbst Artgenossen verzückt
Und auch Pferdelaien lässt das prächtige Pferd staunend zurück: „Kinnlade auf den Boden“ sei die Reaktion, die er häufig erlebe, sagte Krehl. „Ja, die staunen alle sehr.“ Selbst Artgenossen wunderten sich, die anderen Pferde hätten auch erst mal sehr interessant geguckt. Nach dem Motto: „Oh, was ist denn das?“

Ein Exot - auch für seine Artgenossen. Foto: Sven Kaeuler/dpa
Krehl gelang mit dem Fohlen ein Glücksgriff. „Man braucht ein bisschen Glück“, erklärt er mit Blick auf die Zucht. Maßgeblich für die Scheckung sei der Vater - der Hengst Genius. Das Tier aus den Niederlanden sei wegen seiner besonderen Zeichnung ein bei den Züchtern sehr beliebter Deckhengst. Krehl sah das Tier damals im Hengstkatalog und dachte sich: „Dann nehmen wir jetzt mal den hier und versuchen mal was.“ Dann wurde die Besamung angeschoben.
Vater ein beliebter Deckhengst
Dass das Tier letztlich die Scheckung des Vaters bekam, war nicht zwingend zu erwarten. Normalerweise sei der Schimmel bei der Farbgebung dominant, erst dann komme die Schecke. „Ich kenne mehrere Bekannte, die haben das auch versucht, und da kamen keine Gepunkteten raus. Einmal ein Schimmel, einmal ein Brauner.“ Und das mit dem gleichen Samen wie bei dem Wunderfohlen.

Ängstlich ist das Fohlen nicht. Foto: Sven Kaeuler/dpa
Das rund 5 Monate alte Tier bleibt nun noch für ein paar Wochen bei seiner Mutter, ehe es von ihr getrennt wird. Dann entscheidet sich, ob es für das Fohlen direkt zu seinem Käufer nach Dubai geht oder es womöglich erst noch in einem Gestüt in Europa ausgebildet wird. Züchter Krehl ist zuversichtlich, dass es dem jungen Pferd an nichts fehlen wird. „Der ist ja auch so charakterlich, der ist nicht so ein Schisser, der geht immer schön voran.“