Zähl Pixel
Jugendtrainer bei Union

Diskriminierungsvorwürfe: DFB bestraft Härtel

Arbeitet nicht mehr beim 1. FC Union: Jens Härtel. (Archivbild)

Arbeitet nicht mehr beim 1. FC Union: Jens Härtel. (Archivbild) Foto: Robert Michael/dpa

In einem anonymen Schreiben wird Union-Nachwuchstrainer Jens Härtel Diskriminierung vorgeworfen. Der Coach legt sein Amt nieder. Auch das Sportgericht des DFB reagiert.

Von dpa 12.10.2026, 18:30 Uhr

Berlin. Der wegen diskriminierender Äußerungen in die Schlagzeilen geratene frühere Zweitliga-Trainer Jens Härtel ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes mit einem zwölfwöchigen Funktionsverbot bestraft worden. Das teilte der Dachverband mit.

Wegen dreier Fälle eines diskriminierenden unsportlichen Verhaltens wurde Härtel verboten, für zwölf Wochen seine Tätigkeit als Trainer auszuüben, wie es in der Mitteilung des DFB hieß. Dieses Verbot ist demzufolge für acht Wochen sofort zu verbüßen. „Der Strafrest von vier Wochen wird für die Dauer von einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt“, hieß es weiter. 

Hintergrund ist, dass der 57-Jährige sein Amt als Nachwuchscoach beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin infolge eines Strafantrags des DFB-Kontrollausschusses niedergelegt hatte. Der Ausschuss hatte ein mehrwöchiges Betätigungsverbot gegen den Berliner U19-Coach wegen des Vorwurfs diskriminierender Äußerungen im Trainingsbetrieb beantragt, wie Union mitteilte.

Anonyme Diskriminierungsvorwürfe 

Härtel räumte ein, dass er Fehler gemacht habe und bat in einer Clubmitteilung vom Sonntag um Entschuldigung. Er habe den Verein darüber informiert, den Trainerberuf bis auf weiteres nicht auszuüben und die Zeit zur persönlichen Aufarbeitung zu nutzen. Der DFB legte Härtel zudem auf, an einem Konflikt- und Deeskalationstraining der zentralen Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusfälle oder einer vergleichbaren Institution teilzunehmen. 

Gegen Härtel, der zuvor bereits in der 2. Bundesliga den 1. FC Magdeburg, Hansa Rostock, Eintracht Braunschweig sowie zuletzt den FC Erzgebirge Aue in der 3. Liga trainiert hatte, waren in einem anonymen Schreiben an den 1. FC Union Diskriminierungsvorwürfe erhoben worden. Die Meldung eines persönlich Betroffenen habe es bei den angebotenen internen und externen Anlaufstellen beim Club nicht gegeben.

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!