Mit Bier auf dem Rasen: Schalke feiert Bundesliga-Rückkehr
Grenzenloser Jubel bei Bundesliga-Rückkehrer FC Schalke 04. Foto: Bernd Thissen/dpa
Es fließen Tränen der Freude und es fließt Bier. Nach über 1.000 Tagen ist Schalke zurück in der Bundesliga. Nach einem Sieg gegen Düsseldorf stehen die Königsblauen vorzeitig als Aufsteiger fest.
Gelsenkirchen. Aufstiegstrainer Miron Muslić drückte jeden seiner Erfolgsprofis ganz fest, Torschütze und Kapitän Kenan Karaman rang mit den Tränen. Der FC Schalke 04 hat nach über 1.000 Tagen Zweitklassigkeit die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. „Nie mehr 2. Liga“, stand auf den Shirts, die die Schalker umgehend überzogen, die ersten Biere gab’s noch auf dem Rasen. Am drittletzten Saison-Spieltag der zweiten Liga besiegelte ein 1:0 (1:0) gegen den Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf den fünften Aufstieg in der Clubgeschichte.
Fans überglücklich - und auf den Rängen
„Ich finde gerade nicht die richtigen Worte“, sagte Karaman beim Sender NITRO. Immer wieder wollte er mit seiner Antwort auf die Eingangsfrage ansetzen. Doch es ging einfach nicht. Von den Rängen dröhnten die Jubelgesänge, entgegen aller Befürchtungen blieb der Platzsturm durch die überglücklichen Fans der Königsblauen aus.
„Wir haben lange auf diesen Moment gewartet. Wir haben zwei sehr schwere Jahre hinter uns“, sagte Karaman: „Ich bin unglaublich dankbar, unglaublich stolz. Ich trage dieses Trikot wirklich mit Leidenschaft und mit Stolz.“

Es dürfte eine lange Nacht für die Schalker werden. Foto: Bernd Thissen/dpa
Es dauerte nicht lange, da bekamen die ergriffenen Profis auch noch seelische Unterstützung auf dem Rasen durch ihre Familien. Tränen flossen, es wurde gelacht und zusammen mit den Fans gehüpft. „Den Tag werde ich nie vergessen“, sagte Keeper Loris Karius. „Ich will das einfach nur genießen. Ich habe eben schon ein paar Tränen verdrückt, es war ein Lebenstraum. Das wird eine geile Nacht“, prophezeite Mitspieler Ron Schallenberg.
Das Team von Muslic ist bei noch zwei ausstehenden Spieltagen mit 67 Punkten nicht mehr von einem der beiden direkten Aufstiegsplätze zu verdrängen. Egal, was die Verfolger SC Paderborn (58 Punkte), Hannover 96 (57) und SV Elversberg (56) machen, die erst am Sonntag spielen.
Karaman trifft zum 20. Saisonsieg
Das 14. Saisontor von Kapitän Kenan Karaman (15. Minute) ebnete dem Revierclub in der mit 61.587 Zuschauern ausverkauften Arena den Weg zum 20. Saisonsieg. Selbst Stürmer-Star Edin Dzeko bekam an diesem aus blau-weißer Sicht perfekten Abend noch einmal seine Bühne.
Der zuletzt an der Schulter verletzte 40-Jährige stand erstmals seit Mitte März wieder im Kader und wurde gegen Düsseldorf in der 68. Minute eingewechselt. Er blieb diesmal aber ohne Torerfolg. Doch seine Quote, sechs Treffer in neun Spielen, ist einer der Mitgaranten für den Aufstieg.
Nur eine Niederlage in diesem Jahr
Das Bundesliga-Comeback der Schalker nach 1071 Tagen ist sportlich verdient. Seit dem 13. Spieltag stehen die Knappen - bis auf den 22. Spieltag, als Paderborn für eine Woche oben stand - an der Tabellenspitze. Von bislang 15 Pflichtspielen in diesem Jahr haben sie nur eines verloren und könnten den Aufstieg am Ende mit der Zweitliga-Meisterschaft krönen.
Dies gelang ihnen auch 2022, aber im Jahr darauf stieg der Club direkt wieder ab und kämpfte anschließend zwei Jahre lang gegen den Absturz in die 3. Liga. In dieser Saison allerdings ist das anders, mit dem im Sommer verpflichteten Trainer Muslic kam die Wende.

Der Trainer, die Spieler und ein Bier - die Party begann schon auf dem Rasen. Foto: Bernd Thissen/dpa
Vom Krisenteam zur Spitzenmannschaft
Der 43-Jährige formte aus einem Krisenteam in nur einer Saison eine Spitzenmannschaft. Entdeckt hatte den anfangs noch unbekannten Coach Schalkes Sportvorstand Frank Baumann. Selbst erst vor gut einem Jahr verpflichtet, stellte der frühere langjährige Sportchef von Werder Bremen mit der Trainer- und klugen Kaderentscheidungen die Weichen für Schalkes sportlichen Aufschwung - der nach nur einem Jahr mit dem Aufstieg gekrönt wird.

Diesen Tag werde er nie vergessen, sagte Karius. Foto: Bernd Thissen/dpa