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Roland Lorenz mag es schwungvoll

Sonntags Orgel zu spielen, das gehört zum Leben von Roland Lorenz – seit 50 Jahren.  Foto: Kempfer

Sonntags Orgel zu spielen, das gehört zum Leben von Roland Lorenz – seit 50 Jahren. Foto: Kempfer

Goslar. Jubiläum im Jubiläum: 50Jahre St. Benno sind für Roland Lorenz 50 Jahre an der Orgel. Der Organist der Kirchengemeinde mag es schwungvoll. Hauptberuflich war er Rektor der Schillerschule.

Von Sabine Kempfer Sonntag, 12.07.2015, 18:47 Uhr

Er ist aus der Kirchenmusik in den katholischen Kirchen der Umgebung nicht mehr wegzudenken – die Orgelempore von St. Benno mit der dreimanualigen Schleifladenorgel der Firma Weise ist sein kleines Reich.

Der Papst persönlich hat dort linkerhand Platz genommen – in Form eines kleinen Bildes, hinter dem die Porträts früherer Päpste stecken. Rechterhand wacht ein Schokoladenengel darüber, dass der Organist stets die richtigen Töne trifft – essen kann man ihn schon lange nicht mehr. Roland Lorenz macht es „Freude, für Gott und für die Gemeinde zu spielen – und zu wissen, man wird gebraucht“. Gebraucht wurde er schon als Teenager vor mehr als 50 Jahren, als St. Bennos erster Pfarrer Ewald Bürig die ersten Gottesdienste in der Aula der Georgenbergschule feierte – noch war die Kirche nicht gebaut. Lorenz, der von seinen Eltern davon angehalten worden war, Klavier spielen zu lernen, probierte sich als Dreizehnjähriger auf Bürigs Wunsch an dem kleinen elektrischen Instrument aus, das der Pfarrer angeschafft hatte – und später bat dieser ihn, Orgel spielen zu lernen – sein Lehrer wurde Klaus Dieter Kern.

Roland Lorenz kam, lernte und blieb dabei – hauptberuflich wurde er Lehrer, unterrichtete erst an der Worthschule, dann in Hahndorf und dann an der Schillerschule, die er leitete. „Dadurch war ich immer vor Ort“, erzählt Lorenz, der sich gar nicht vorstellen kann, dass er schon seit 50 Jahren kaum eine Messe auslässt: „Ich fühle mich noch gar nicht so alt“, gibt er zu. Viel Freude machte ihm in der Vergangenheit die Leitung des Jugendchores, in dem auch seine Töchter mitsangen.

Urlaube legte er meistens so, dass es erst am Montag los ging und an einem Freitag zurück, sodass er an möglichst wenigen Sonntagen ausfiel. Langschläferfrühstück am Sonntag kennt er nicht: „Ich bin sowieso Frühaufsteher“, sagt er und lacht. Seine Gemeinde weiß, was sie an ihm hat – Konzerte spielt er zwar nicht, schließlich mache er das ja nicht hauptberuflich, aber Lorenz ist ein Organist, der gerne Schwung in die Messe bringt. Modernes Liedgut mag er gern, „das kommt gut an“, so seine Erfahrung: Wenn die Menschen mit einem Lächeln aus der Kirche gehen, freut er sich mit. Sein Lieblingsstück? Lorenz muss nicht lange überlegen, gleich schlägt er die ersten Töne an: „He got the whole world in his hands.“

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