Kathrin Geschke neue Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung
Theresa Menzel-Meer (li.) und ihre Nachfolgerin Kathrin Geschke. Foto: Landkreis
Goslar. In der Kreisverwaltung Goslar hat es einen Wechsel auf einer Position gegeben, die in früheren Zeiten als fortschrittlich galt, heute aber längst zur Ausstattung von Kommunen gehört. Kathrin Geschke ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Behörde, Theresa Menzel-Meer hat die Aufgabe 13 Jahre lang ausgeübt, jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen.
Kathrin Geschke, die bisher als Bildungskoordinatorin für Zugewanderte in der Kreisverwaltung tätig war, will unter anderem den Anteil von Frauen in der Kommunalpolitik erhöhen. „Im Kreistag sind derzeit zwölf Frauen und vierzig Männer vertreten und auch in den Stadt-, Orts- und Gemeinderäten sind Frauen in diesem Bereich unterrepräsentiert“, sagt sie. Das Potenzial von Frauen sollte „stärker in den politischen Diskurs einfließen“.
Die Aufgabe einer Gleichstellungsbeauftragten ist vielfältig. Theresa Menzel-Meer hat ihre Tätigkeit so verstanden, dass sie sich nicht nur für die Beschäftigten der Verwaltung verantwortlich sah, sondern auch für die Einwohner. In der Behörde habe sie sich besonders dafür eingesetzt, dass Familie und Beruf zu vereinbaren sind. Mit Blick auf die Bevölkerung sei es ihr ein Anliegen gewesen, dass häusliche Gewalt stärker beachtet wird. „Ich habe mich vehement für die Stärkung des Frauenhauses und für die Einrichtung einer ambulanten Beratungsstelle für von Gewalt betroffene Frauen eingesetzt und im Netzwerk gegen häusliche Gewalt mitgearbeitet“, sagt sie. Das Thema sei nach wie vor brisant.
Ob häusliche Gewalt in Corona-Zeiten zunimmt, wenn viele Einrichtungen geschlossen sind, das wird vielfach spekuliert. Zahlen für den Landkreis Goslar liegen dazu indes nicht vor, sagt Kathrin Geschke und erklärt: „Mit Sicherheit wurden die Einschränkungen von vielen Menschen als belastend empfunden und zusätzliche Sorgen wirtschaftlicher Art können Konflikte verstärkt haben.“ Aber klar sei auch: Wer von häuslicher Gewalt betroffen sei, habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten nicht in der Weise bemerkbar machen können, wie üblich.
Geschke weist außerdem darauf hin, dass durch die Schließung von Schulen und Kitas der Blick von Pädagogen fehle, denen Probleme sowie Warnhinweise von Kindern und Jugendlichen auffallen könnten.
Es gibt noch ein weiteres Aufgabengebiet, das Theresa Menzel-Meer beschäftigt. „Frauen sind überproportional von Altersarmut betroffen“, sagt sie. Oft hätten sie Familienpflichten zu erfüllen und könnten nur in Teilzeit oder in Mini-Jobs arbeiten. Für die Verwaltung wünscht sie sich, dass der Anteil weiblicher Führungskräfte von gegenwärtig rund 35 Prozent weiter wächst.