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Hausarztpraxis reagiert auf Impfaktion in Wildemann

„Gesundheitssektor ist an der Grenze“

Im Wildemanner Gemeindehaus ist in der vergangenen Woche das mobile Impfteam des Landkreises im Einsatz. Dieser Einsatz sei zielführend und entlaste die Hausärzte, so die Verwaltungsleiterin der Hausarztpraxis Riffelmacher. Foto: Römhild

Im Wildemanner Gemeindehaus ist in der vergangenen Woche das mobile Impfteam des Landkreises im Einsatz. Dieser Einsatz sei zielführend und entlaste die Hausärzte, so die Verwaltungsleiterin der Hausarztpraxis Riffelmacher. Foto: Römhild

Sie habe bislang nicht gewusst, wohin zum Impfen, so erzählte es eine ältere Dame dem mobilen Impfteam in der vergangenen Woche in Wildemann. Als "haltlos" weist das die Praxis Dr. Riffelmacher zurück, die vor zwei Jahren den dortigen Praxisstandort übernommen hatte.

Von Silke Römhild Dienstag, 25.01.2022, 14:30 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Als „haltlos“ bezeichnet die Hausarztpraxis Dr. Riffelmacher die Aussage, Einwohner von Wildemann hätten bislang nicht gewusst, wo sie sich gegen Corona impfen lassen können. So hatte, wie berichtet, das mobile Impfteam des Landkreises in der vergangenen Woche eine Rückmeldung aus dem Ort beschrieben.

„Wir wirken aktiv seit Beginn der Corona-Pandemie an Maßnahmen zur Verfolgung (PCR-Test, Schnelltest) und zur Bekämpfung (Impfungen) an unseren Standorten in Goslar und Clausthal-Zellerfeld mit“, schreibt die Verwaltungsleiterin der Praxis, Jennifer Paegel, auf eine entsprechende Nachfrage der GZ. „Unsere Verah’s sind tagtäglich im Einsatz bei unseren Haus- und Heimbesuchspatienten. Hierzu gehören auch unsere Patienten in Wildemann.“ Insofern sei es nicht nachvollziehbar, dass jemand nicht gewusst haben sollte, wohin zu einer Impfung.

„Verah‘s“ sind speziell ausgebildete Versorgungsassistentinnen. Nach einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts dürfen auch Pflegekräfte, Arzthelferinnen und Arzthelfer mit entsprechender Ausbildung impfen – allerdings sollte ein Arzt anwesend sein. Darauf zielte die Nachfrage bei der Praxis Riffelmacher.

Dieser hatte vor zwei Jahren die Hausarztpraxis von Dr. Voigtländer in Wildemann übernommen. Nach einigen Monaten war der dortige Standort geschlossen und in das Medizinische Versorgungszentrum in Zellerfeld integriert worden.

Durch den verstärkten Einsatz von Versorgungsassistentinnen werde die Zahl an Hausbesuchen stetig gesteigert, hatte die Praxisleitung damals erklärt. Die Antwort von Jennifer Paegel auf die aktuelle Anfrage kommt am späten Samstagnachmittag – und ihr ist die Belastung der vergangenen Monate deutlich anzumerken.

Sie impften überdurchschnittlich viel im Vergleich zu anderen Praxen. erklärt die Verwaltungsleiterin. „Jede Woche impfen wir mehrere Hundert Patienten neben dem normalen Praxisbetrieb. Im 4. Quartal haben wir an die 3000 Patienten geimpft.“

Während Impfzentren geschlossen würden, müssten die Hausarztpraxen dies kompensieren. Zudem müssten die Mitarbeiter den Ausfall von Kollegen durch Quarantäne, Krankheit und Austritt aus dem Gesundheitssektor kompensieren. „Der Gesundheitssektor ist an den Grenzen seiner Kapazität angekommen.“

Die mobilen Impfteams dienten auch dazu, die Hausarztpraxen zu entlasten, so Jennifer Paegel. Eine Aktion wie die in Wildemann sei absolut zielführend: „Gerade für Einwohner, die keine Möglichkeit haben sich fortzubewegen.“ Aus diesem Grund habe der Landkreis die mobilen Impfteams ins Leben gerufen.

 

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