Disput um Feuerwehrhaus-Neubau
Die Planzeichnung vom Architektenbüro sieht ein zeitgemäßes Feuerwehrgerätehaus mit entsprechenden Schulungs-, Mannschafts- und Umkleideräumen sowie eine ausreichend Halle für die Fahrzeuge und Nebenräumen vor. Auch ausreichend Parkplätze soll es auf dem Grundstück geben, das nun noch gesucht wird. Grafik: Architekt
Die Entscheidung über den Standort des neuen Feuerwehrhauses spaltet das Dorf. Im Oktober bei einer gemeinsamen Sitzung von Ortsrat und Fachausschuss im Franz-Tasler-Haus wird deutlich: Für viele erfahrene Feuerwehrleute gibt es nur die Fläche an der Alten Schule als Standort.
Das Thema trifft auf so großes Interesse, dass der für 30 Zuhörer, die 20 Ausschussmitglieder und die Verwaltung zugelassene Saal nicht ausreicht: Mehr als 50 Zuhörer verfolgen im Eingangsbereich die Sitzung. Abordnungen von allen sieben Ortswehren der Gemeinde Schladen-Werla und sogar aus Osterode/Fallstein sind zu der erwartet spannenden Sitzung erschienen. Diese Spannung (oder auch Anspannung) nimmt Bürgermeister Andreas Memmert aber sogleich heraus, indem er den bisherigen Diskussionsprozess schildert. So hatte am 15. September der Planer, Architekt Armin Meyer-Herbig aus Braunschweig, das Projekt im Verwaltungsausschuss der Gemeinde vorgestellt. Dort wurde beschlossen, es im Ortsrat und Fachausschuss vorzustellen. Einstimmig entschieden wurde außerdem, das Feuerwehrhaus nicht am Standort Alte Schule zu bauen, sondern alternative Standorte zu suchen.
„Wir wollen den Dorffrieden und keine Spaltung im Dorf und bei der Feuerwehr. Außerdem soll es eine offene Bürgerbeteiligung für die Standortanalyse geben, es ist eine historische Entscheidung für die kommenden 150 Jahre“, sagt Memmert. Der Bauplatz solle Eigentum der Gemeinde und verkehrstechnisch gut erreichbar sein.
Gemeindebrandmeister Daniel Zalesinski erläutert in einer Präsentation Mitgliederstand, Einsatzstatistik, Fahrzeuge, Technik und Zukunft der Wehren. Die Gielder hat eine konstante Zahl von gut 40 Einsatzkräften. Die Fahrzeughalle von 1960 ist zu klein, die Heizungsanlage zu alt, und es gibt nur 25 Umkleidespinde. Abstellmöglichkeiten für Ausrüstung und Geräte fehlen, Kleidung kann nicht getrocknet werden. Die neue Halle hat laut Planung 295 Quadratmeter, vier Einstellplätze für die zwei Fahrzeuge, den Einsatzleitwagen aus Werlaburgdorf und den geplanten Gerätewagen Logistik. Vorgesehen sind 15 Parkplätze für Einsatzkräfte, Lagermöglichkeiten für Hochwasserschutzanlagen und ein Hochregallager, ein Bürobereich für die Einsatzleitung, ein Jugendraum und ein Schulungs- und Mannschaftsraum, separate Damenduschen, Küche und Stiefelwaschanlage. Geplante Baukosten: rund 1,8 Millionen Euro.
Ein Antrag des Bürgermeisters auf Förderung des Neubaus beim Land Niedersachsen hat Erfolg: Anfang Dezember überreicht Staatssekretär Stephan Manke einen Förderbescheid über 1,46 Millionen Euro.