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Goslar

„Die Frau, die auf der Maus ausgerutscht ist“

Unter dem Motto „Wir pfeifen auf die AfD“ hatte das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus für den frühen Montagabend zur Kundgebung auf das Osterfeld eingeladen. Eine gute Dreiviertelstunde bevor die Veranstaltung mit Bundesvize Beatrix von Storch im Lindenhof begann, versammelten sich nach Angaben von Polizei-Einsatzleiter Manuel Felten rund 70 Menschen, um mit Trillerpfeifen, Hupen und Spruchbändern zu protestieren.

Dienstag, 29.08.2017, 12:17 Uhr

Unter dem Motto „Wir pfeifen auf die AfD“ hatte das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus für den frühen Montagabend zur Kundgebung auf das Osterfeld eingeladen. Eine gute Dreiviertelstunde bevor die Veranstaltung mit Bundesvize Beatrix von Storch im Lindenhof begann, versammelten sich nach Angaben von Polizei-Einsatzleiter Manuel Felten rund 70 Menschen, um mit Trillerpfeifen, Hupen und Spruchbändern zu protestieren.

"Dagegenhalten"

„Wenn es der AfD im September 2017 gelingt, in den Bundestag einzuziehen, wird zum ersten Mal nach 1945 eine extrem rechte und zumindest in Teilen faschistische Partei auf Bundesebene Einfluss nehmen“, mahnte Bündnis-Sprecher Michael Ohse. Sie wolle Deutschland in eine Zeit katapultieren, „in der jedes Land Europas wieder sein eigenes nationalistisches Süppchen kocht“, warnte Ohse, der im Goslarer Rat die Fraktion der Linken anführt. Auch Vertreter der Grünen, der Bürgerliste und der SPD befanden sich unter den Protestlern.

„Wir sind weltoffen in Goslar und bleiben es auch“, erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete Dr.Alexander Saipa. „Dagegenhalten!“, lautete seine Aufforderung, den besonders in den sozialen Netzwerken aktiven Rechtspopulisten auf diesem Gebiet entsprechende Paroli zu bieten. Aus dem Landtag in Hannover hatte Saipa seinen Fraktionsmitstreiter Michael Höntsch mitgebracht, der dort verantwortlich für den Kampf gegen Rechts zeichnet. „Beatrix von Storch ist die Frau, die auf der Maus ausgerutscht ist“, erinnerte Höntsch an deren Argumentation beim Waffeneinsatz gegen Kinder und Frauen bei illegalen Grenzübertritten.

Bewusste Tabu-Brüche

Die AfD, so Höntsch weiter, verfolge eine Strategie bewusster Tabu-Brüche nach dem Motto „drei Schritte vor, zwei Schritte zurück – dann ist man wieder einen Schritt weiter.“ Der Partei attestierte er „fließende Übergänge zu Nazis“ und rief zu gewaltfreien Blockaden von deren Veranstaltungen auf: „Sitzen ist höchstens eine Ordnungswidrigkeit.“ 

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