Die AfD rüstet sich für den Kreistag
Die AfD-Kandidaten für den Kreistag, die Stadträte in Goslar und Bad Harzburg sowie den Gemeinderat Liebenburg. Foto: Stade
Harz. Die Alternative für Deutschland (AfD), die bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt zur zweitstärksten Kraft wurde, will auch bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen Fuß fassen.
Der Kreisverband Goslar hat Bewerber für den Kreistag sowie die Stadträte Goslar und Bad Harzburg und den Gemeinderat Liebenburg nominiert.
Mit zehn Prozent der Stimmen rechnet die Partei, die in allen Landkreisen Niedersachsens antritt. Zwar lägen die Themen „mehr auf Bundesebene“. Kreisvorsitzender Frank Schmidt (50) hofft aber auf eine „Stimmungswahl“.
Wer über manchen Beitrag auf Internetseiten des Kreisverbandes die Stirn runzelt oder manchen Ton aus der Bundespolitik als fremdenfeindlich wahrnimmt, dürfte bei der Aufstellungsversammlung der Bewerber für die Kommunalwahlen am 11. September überrascht gewesen sein. Vor allem die Sorge um den Zustand von Straßen, Schulen und Kindergärten stand im Mittelpunkt der Sitzung in Bad Harzburg. Mit Blick auf die Zuwanderung wurde zudem „Rechtsbruch“ beklagt. Die Losung von Kreis-Chef Schmidt ist einfach. Er sagt, die Bewerber stammten „aus der Mitte der Gesellschaft“.
27 Delegierte nominierten die Bewerber. Die meisten sind kommunalpolitisch unerfahren. Manche AfD-Mitglieder waren früher in der CDU, bei den Grünen, wie der in Braunlage lebende KandidatDr. Tyge Claussen, oder in der FDP, wie Knut-Michael Wichalski aus Hamburg-Harburg, der die Sitzung leitete. Der Vorschlag von Bewerber Andy Pagel, alle Obdachlosen sollten „ein Wohnrecht“ und „die gleichen Rechte wie Asylanten“ haben, klang zunächst eher wie aus dem linken politischen Spek-trum. Mancher Bewerber sagte zu seinen politischen Gründen für sein AfD-Engagement so gut wie nichts und stellte sich nur mit biografischen Daten vor.
Als „Instrukteur“ sowie Wahlkampf- und Strategieexperte reist der Ex-Liberale Wichalksi durch die Lande, damit die AfD-Kandidatenaufstellungen flott, aber vor allem rechtlich wasserdicht ablaufen. Nach der 27. Sitzung in Bad Harzburg räumte er ein, nachts von Menschen zu träumen, die Stimmkarten in die Höhe halten. Gleich zu Beginn, als darüber diskutiert wurde, ob der GZ-Redakteur die Sitzung verfolgen darf, riet er der Versammlung, die Zeitung zuzulassen und Öffentlichkeit herzustellen. Nach kurzer Diskussion folgten die Delegierten seinem Vorschlag.
Die Kandidaten
Für die Kreistagswahl treten an: Wahlbereich I Oberharz: 1. Dr. Tyge Claussen, 2. Andy Pagel; Wahlbereich II Goslar Nord: 1. Torsten Koch, 2. Ramona Hohmann, 3. Oliver Hachmeister; Wahlbereich III Goslar Süd: 1. Ulrich Bormann, 2. Dirk Straten, 3. Erika Lauterbach; Wahlbereich IV Bad Harzburg: 1. Gabriele Wilke-Bormann, 2. Günther Fritz, 3. Peter Kuczma; WahlbereichV Langelsheim, Liebenburg, Lutter: 1. Frank Schmidt, 2. Stephan Schwebs; Wahlbereich VI Seesen: 1. Stephan Kowallis, 2. Gert Sieckel. Für den Stadtrat Goslar wurden aufgestellt: 1. Dirk Straten, 2. Ramona Hohmann, 3. Erika Lauterbach, 4. Dagmar Lenz-Kühne, 5. Oliver Hachmeister, 6. Klaus-Dieter Hoppe. Für den Stadtrat Bad Harzburg kandidieren: Wahlbereich I: 1. Ulrich Bormann, 2. Günther Fritz, 3. Peter Kuczma, 4. Dieter Nalop; Wahlbereich II: 1. Gabriele Wilke-Bormann, 2. Stephan Kowallis, 3. Florian Lutze-Nalop, 4. Heidemarie Retta. Für den Gemeinderat Liebenburg treten an:1. Stephan Schwebs, 2. Frank Schmidt.