Bürgermeisterwahl in Seesen: Erik Homann tritt erneut als CDU-Kandidat an
Erik Homann am Wilhelm-Busch-Denkmal vor dem Seesener Rathaus. Im Sitz der Stadtverwaltung möchte der CDU-Kandidat auch in den kommenden sieben Jahren den Chefsessel besetzen. Foto: Gereke
Seesen. Zwei Personen bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters, wollen am 26. Mai die Wahl gewinnen. Eine ist sozusagen der Titelverteidiger: Erik Homann, Verwaltungschef der Sehusa-Stadt seit 2011. Er tritt wieder an und will für die CDU den Chefsessel verteidigen. Im Moment sichert er mit seinem Platz im Stadtrat die eine Stimme Mehrheit der CDU/FDP-Gruppe.
Als Homann 2011 nach gewonnener Wahl sein Amt antrat, war er mit 33 Jahren einer der jüngsten hauptamtlichen Bürgermeister der Region. Eine Region, der er nicht gebürtig entstammt. Das Licht der Welt erblickte er an einem exotischeren Geburtsort – in Kenia. „Mein Vater war in der Entwicklungshilfe tätig, betreute landwirtschaftliche Projekte. Als ich drei Jahre alt war, kehrte ich mit meiner Familie nach Deutschland zurück“, erzählt der Seesener.
Wirkliche Erinnerungen an diese Zeit hat er nicht. Allerdings blieb nach der Rückkehr der Eltern ihr ostafrikanischer Freundeskreis – und der habe ihn beeinflusst. „Ich würde mich als weltoffen bezeichnen – und eine gewisse Weltoffenheit vermittelte mir der Freundeskreis“, erzählt er.
Nach Abitur und Wehrdienst nahm Homann ein Jura-Studium auf. „Eingleisig- oder Zweigleisigkeit an der Verwaltungsspitze war damals ein Thema, aber selbst Bürgermeister zu werden? Das war nicht auf meinem Radar“, gesteht er. Welche Wendungen das Leben doch manchmal nimmt. Nach dem Studium arbeitete er als Rechtsanwalt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem juristischen Lehrstuhl für Energierecht. „Wir hatten damals schon unseren ersten Sohn und meine Frau war mit Zwillingen schwanger – und so schaute ich mich nach etwas um, was langfristig ein sicheres Einkommen beschert“, erinnert sich Homann. Seesen suchte einen Ersten Stadtrat. Homann, damals noch parteilos, bewarb sich – die Wahl fiel auf ihn.
Aufgrund der Erkrankung seines Amtsvorgängers musste er zeitweise den Bürgermeister vertreten, lernte im Amt. Als dann die Frage an ihn herangetragen wurde, ob er bei der Wahl 2011 kandidieren wolle, habe er nicht lange überlegen müssen. Im vergangenen Jahr, als es darum ging, wer am 26. Mai antritt, hat er dagegen schon nachgedacht. „Sollte ich gewählt werden, dann bin ich am Ende der nächsten Wahlperiode 50. Ein Alter, in dem es sicher schwieriger wäre, etwas Neues zu finden als zum jetzigen Zeitpunkt. Auf der anderen Seite stehen die Freude an der Arbeit und die vielen Projekte, die ich noch umsetzen möchte – und so war es letztlich dann doch keine Frage, erneut anzutreten“, sagt Homann.
Sein Fazit als Bürgermeister: „Ich empfinde schon das Gefühl, eine Menge auf den Weg gebracht und erreicht zu haben.“ Er nennt das Jacobson-Haus, um ein Kulturangebot für alle Altersschichten zu schaffen, die Innenstadtsanierung, die positive Impulse gebracht habe, oder das Stärken der Wirtschaftsförderung. Auch zählt er dazu, dass es durch das Engagement der Stadt gelungen sei, die Innenstadt-Wunde „Kaufhaus Meinecke“ zu schließen, indem der Abriss der leer stehenden Immobilie und die Neubebauung möglich wurden. Aber es gab auch die anderen Momente: Heinz schloss seinen Seesener Standort, es war die letzte deutsche Produktionsstätte des Konzerns. „Das war ein Schlag ins Kontor.“ Immerhin: Eine Seesener Unternehmerfamilie übernahm das Areal, und dort entstanden neue Arbeitsplätze. Und es gab auch den Moment, wo Homann sich wünschte, kein Bürgermeister zu sein: Als beim Erörterungstermin zu den Hochwasserschutzprojekten Voruntersuchungen kritisiert wurden – „und wir noch mal eine Schleife drehen mussten.“
Der Kampf um den Hochwasserschutz werde die kommende Amtsperiode bestimmen: Für das Hochwasserrückhaltebecken Bornhausen und die Aufweitung der Nette bei Rhüden laufen die Planfeststellungsverfahren – die geschätzten Gesamtkosten für beide Projekte liegen bei 10 Millionen Euro. Die Schaffung neuer Gewerbeflächen will Homann im Falle eines Wahlsieges ebenfalls vorantreiben, um den Standortvorteil A7 zu nutzen. Und schließlich Dinge fördern, die die Stadt attraktiver machen, um Menschen dazu zu bewegen, nach Seesen zu ziehen. „Es muss aber alles finanzierbar sein.“ Ein Freibad für Seesen zählt er dazu nicht.
Gewählt wird der neue Verwaltungschef auf sieben Jahre. Eine Zeitspanne, die Homann auch erfüllen möchte? „Im Falle meiner Wahl werde ich mir die ganzen sieben Jahre vornehmen.“
Erik Homann, 42 Jahre alt, ist vierfacher Familienvater. Geboren wurde er in Nairobi (Kenia), aufgewachsen ist er in Oldenburg. Der studierte Jurist kam 2008 als Erster Stadtrat nach Seesen, trat einige Zeit später der CDU bei, als deren Kandidat ihm 2011 der Sprung ins Amt gelang.