Zweite integrative Gruppe im Oberharz
<p>Ute Oswald-Franzke vom Kirchenvorstand, Kämmerer Sascha Schwerin, Sabine Schlüter vom Kirchenkreis Harzer Land , SPD-Ratsfrau Katrin Tormann, Kita-Leiterin Corinna Schlüter-Dech, Bürgermeisterin Britta Schweigel und die Heilpädagoginnen Stefanie Henze und Sandra Saebel (v.li.) freuen sich über die neue Integrationsgruppe. Foto: Knoke</p>
Clausthal-Zellerfeld. Die Kindertagesstätte St. Salvatoris ist im Oberharz die einzige Kita, die integrativ arbeitet. Bisher wurden Kinder mit einem besonderen Förderbedarf in der Mondgruppe betreut. Seit Anfang August gibt es dort auch noch eine zweite Integrationsgruppe, die Sonnengruppe.
Die Idee dafür hatte Kita-Leiterin Corinna Schlüter-Dech Ende 2017. „Der Bedarf war da, die Warteliste lang“, erzählt sie. Hinzu kam, dass Sandra Saebel, Erzieherin in der Kita, eine Heilpädagogik-Weiterbildung absolviert und diese im Januar 2020 abschließen wird. Schlüter-Dech will sie gern als Fachkraft behalten und künftig als Heilpädagogin in einer weiteren Integrationsgruppe in der Kita einsetzen. Fachausschüsse und Rat der Unistadt hätten die Idee einstimmig befürwortet, sagt Schlüter-Dech.
In der Kita sind zurzeit sechs integrative Kinder untergebracht – eine Übergangsregelung, wie die Kita-Leiterin sagt. In diesem Jahr könne kein weiteres Kind aufgenommen werden. Wenn sich aber alles eingespielt habe, können in beiden Gruppen künftig jeweils vier Kinder betreut werden. In Ausnahmefällen könne sich auch um fünf Mädchen und Jungen mit Behinderung gekümmert werden. Dies sei auch in der Vergangenheit mit einer Integrationsgruppe häufiger vorgekommen, weil der Bedarf so groß war.
Seit 2001 gibt es in der Kita St. Salvatoris die erste Integrationsgruppe. „Wir haben viele Familien begleitet, sind bei manchen Kindern an unsere Grenzen gekommen. Nicht alle können um jeden Preis integrativ betreut werden“, sagt Corinna Schlüter-Dech. Der Trend gehe aber zur Gruppe, statt die Kinder einzeln zu betreuen. Dort sei es leichter, Therapeuten ins Haus zu bekommen.
Weil für die Kinder feste Heilpädagoginnen zuständig sind, würde sich die Bezugsperson nicht ändern, erläutert Stefanie Henze, die erste Heilpädagogin der Kindertagesstätte St. Salvatoris. Durch die zweite integrative Gruppe müssten weniger Eltern in andere Landkreise ausweichen, sagt Schlüter-Dech. Die Eltern hätten dann auch vor Ort Ansprechpartner. Henze erklärt, dass auch sie intensive Unterstützung bräuchten und lernen müssten, wie sie mit ihren Kindern richtig umgehen.
Die neue Integrationsgruppe gibt der Kitaleiterin nicht nur den Anlass, zurück zu schauen. Sie teilt auch ihre Visionen mit, die sie „für ihre letzte berufliche Phase“ hat. Da ein integrativer Bedarf auch schon bei Krippenkindern unter drei Jahren besteht, wünscht sie sich, dass sie in ihrer Kita auch schon die Kleinsten mit Behinderung versorgen kann.
Corinna Schlüter-Dech wolle zudem einen Fokus auf tiergestützte Pädagogik legen. Großes Potenzial sieht sie vor in Pferden. Schlüter-Dech konnte Jennifer Brodbeck, die früher auf dem Sonnenhof als Reittherapeutin gearbeitet hat, für ihre Kita als Erzieherin gewinnen. Also möchte sie dieses Angebot ausbauen.