Zuzüge retten die Einwohnerstatistik
Bad Harzburg hat einen hohen Anteil älterer Menschen – höher als im Bundesdurchschnitt. Grafik: GZ/Quelle: Stadt Bad Harzburg
Bad Harzburg. Dass es eine Punktlandung wurde, also die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz 2019 exakt die gleiche ist wie 2018, ist Zufall. Dass hingegen die Einwohnerzahlen nicht sinken – das ist für Bürgermeister Ralf Abrahms eine gute Nachricht.
Und es ist für ihn ein Beleg dafür, dass die „Ansiedlungspolitik“ der Stadt funktioniert – also sowohl das Ausweisen neuer Baugebiete für junge Familien als auch die immer größer werdende Zahl (privat geführter) Altenheime für die Seniorengeneration. Der zweite Teil dieser Taktik schlägt sich natürlich auch in der Altersstruktur nieder.
Die Bevölkerungszahl wird nur durch Flüchtlinge positiv beeinflusst? Eine These, die in heutiger Zeit schnell auf den Tisch kommt. Und in der Tat leben in Bad Harzburg 1578 Ausländer aus 80 Nationen. „Die halbe UNO ist bei uns vertreten“, nennt es der Bürgermeister. Doch das sind nicht nur Flüchtlinge, sondern auch die Vietnamesen aus dem Restaurant ums Eck. Es sind Amerikaner (10), Engländer (16) Schweizer (12) und Thailänder (22). Aber die Zahl der Syrer ist mit 278 die größte. Allerdings ist die Fluktuation hoch: 310 ausländische Mitbürger zogen im vergangenen Jahr nach Bad Harzburg, aber 233 zogen auch fort. Die Zahl der Bad Harzburger Kinder und Jugendlichen zwischen 0 und 17 Jahren liegt bei 2749 und somit nur knapp unter der Zahl des vergangenen Jahres (2757). 8977 Menschen sind älter als 60, davon 7346 sogar älter als 65. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der über 65-Jährigen bei 7803.
Im bundesrepublikanischen Vergleich heißt das: Rund 40 Prozent der Bad Harzburger sind über 60, deutschlandweit liegt ihr Anteil aber laut der Zahlen des statistischen Bundesamtes von 2018 bei 27,7 Prozent (23 Millionen bei 83 Millionen Einwohnern). Bad Harzburg ist also „alt“. Das spiegelt sich auch im hohen Sterbeüberschuss wider: 134 Geburten stehen 429 Sterbefälle gegenüber.
Kompensiert werden konnte der Sterbeüberschuss aber durch einen großen Überhang bei Zuzügen im Vergleich zu den Wegzügen: 1406 Menschen kamen neu nach Bad Harzburg, 1111 zogen weg. Dass dabei speziell das kleine Westerode viele Neubürger hat, liegt nach Überzeugung des Bürgermeisters eindeutig am dortigen Neubaugebiet und unterstreiche für ihn die Wichtigkeit, weiteres Bauland dort und später auch anderswo auszuweisen. Bleibt der Blick auf die Ortsteile: Die Kernstadt hat mit knapp 10.000 Einwohnern den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung, gefolgt von Bündheim und Harlingerode. Die meisten Wegzüge hat Göttingerode zu verbuchen.